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Butia capitata (Mart.) Becc.
    einschließlich Butia bonneti Becc.
Geleepalme, Butia-Palme, Arecaceae - Palmen
Frühsommerblüher, IV–VIII, 6–8 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Geleepalme stammt aus Argentinien, Brasilien und Uruguay, wo die Pflanzen an trockenen Standorten in lichten Wäldern, Gebüschen und den Savannen wachsen. Die Planzen sind einstämmig mit einer Krone aus eleganten, bogig herabhängenden, blaugrünen Fiederblättern. Der Blütenstand steht intrafoliar und trägt eingeschlechtliche Blüten beider Geschlechter. Die Früchte enthalten (1–)3 Samen, sind 2–3 cm im Durchmesser, im reifen Zustand rötlich bis gelb und abgeflacht. Der Geschmack des Fruchtfleisches ist ähnlich einer Mischung aus Ananas und Pfirsich. Aus ihnen wird Marmelade, respektive Gelee zubereitet. Siehe auch Gattung Butia (Becc.) Becc.

Butia capitata hybridisiert leicht mit anderen Arten der Subtribus Butiinae wie Jubaea chilensis (Molina) Baill. und Syagrus romanzoffiana (Cham.) Glassman, siehe auch B. capitata × J. chilensis. Die Geleepalme wird häufig in wärmeren Regionen als Zierpalme angebaut. In manchen Regionen wie den südlichen USA ist sie eingebürgert.



Abb. 1 Jungpflanze der Butia capitata in einem privaten Garten in der Nähe von Mainz am 07.11.2001. Die Pflanze hat mit regelmäßigem Winterschutz bisher (2016) überlebt und hat inzwischen auch schon gefruchtet Abb. 2 Exemplar der Butia capitata im Innenhof des Museo Storia Naturale am Botanischen Garten Florenz, Italien, 19.10.2012, welches den kalten Winter 1985/86 überlebte und Schäden am Stamm erlitt, weswegen es abgestützt werden muss

Abb. 3 Exemplar der Butia capitata im Parque Botánico José Celestino Mutis, Huelva, Süd-Spanien, 28.10.2013 Abb. 4 Adulte Butia capitata mit blaugrünen Fiederblättern im Stadtpark von Perpignan, Südfrankreich, 14.10.2003

Abb. 5 Anhängsel der Blattstiele von Butia bonneti Becc., die von den meisten Autoren als B. capitata gesehen wird, im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009 Abb. 6 Jungpflanze der Butia bonneti wie Abb. 5 im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009



Butia bonneti: Kleiner als B. capitata, mit kürzeren Fiederblättern, Fiedern 30–35×12–15 mm und schlankeren Zähnen an den Blattstielen. Die Blütenscheide (= Spatha, Hochblatt das den Blütenstand umgibt) ist spindelförmig und blaugrün. Die Blüten sind kleiner als bei B. capitata. Die Früchte sind oval, 2 cm lang und 1,5 cm im Durchmesser, mit 14–16 mm langen Samen. Ursprünglich wurde diese Art aus Mexiko eingeführt, in Hyeres (Frankreich) angebaut und als Cocos bonneti Linden publiziert. Viele Autoren sehen diese Art der B. capitata zugehörig.

Butia capitata var. nehrlingiana (L. H. Bailey) L. H. Bailey ist eine Varietät mit Früchten, die im reifne Zustand rot und rund sind.

Der Gattungsname Butia ist aus einer südamerikanischen Sprache entlehnt, das etymologische Benennungsmotiv bleibt ungeklärt. Das Art-Epitheton capitata stammt von lat. "capitatus" (= mit einem Kopf versehen) und beschreibt den eleganten Blattschopf der Art.

Abb. 7 Fiederblättchen der Butia bonneti wie Abb. 5 + 6 im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009 Abb. 8 Adulte Butia capitata im Park am Palacio de Peno, Sintra, Portugal, 17.10.2009

Abb. 9 Butia capitata mit hellgrünen Fiederblättern im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 14.10.2005 Abb. 10 Jungpflanze der Butia capitata im öffentlichen Bereich vor dem Casino in Arco, Norditalien, 02.07.2003

Abb. 11 Blattkrone einer Butia capitata var. nehrlingiana (L. H. Bailey) L. H. Bailey im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009 Abb. 12 Pflanze der Butia capitata var. nehrlingiana im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009

Abb. 13 In der Mitte Jubaea chilensis  (Molina) Baill. zusammen mit Butia capitata (vorne) im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 14.10.2005 Abb. 14 Großes Exemplar einer Dreifach-Hybride Jubaea × Butia × Syagrus in einem Privatgarten in Gainesville, Florida, 30.01.2009


Die Frosttoleranz von Butia capitata reicht nicht aus, um sie als winterhart zu bezeichnen. In sehr milden Gebieten kann man sie bei gut geschützter Lage und mit regelmäßigem Winterschutz auspflanzen. Bedarfsweise ist eine Niederspannungsheizung sinnvoll. Haben Sie einen gut drainierenden Boden, windgeschützte und sonnige Stellen, am besten noch nahe einer beheizten Wand, so können Sie diese ornamentale Palme wählen. Sie verträgt mehr Feuchtigkeit, als gemeinhin angenommen und gesunde Pflanzen können sogar kurzfristig bis –12 °C überleben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Butia capitata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/butia-capitata.html am Tg.Mo.Jahr.

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