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Calystegia sepium (L.) R. Br.
Gewöhnliche Zaunwinde, Echte Zaunwinde, Convolvulaceae - Windengewächse
Sommerblüher, VI–X, 1–3 m lang, sommergrün, mehrjährig

Die Gewöhnliche Zaunwinde ist in Mitteleuropa gemein und lediglich im Bergland zerstreut. Das Verbreitungsgebiet reicht heutzutage über die Nordhalbkugel hinaus bis Australien und Südamerika, ursprünglich wohl nur europäisch bis Westasien. Die Pflanzen besiedeln Säume, Hecken, Auwälder, Gärten, Zäune und Gebüsche. Es sind krautige Pflanzen mit fleischigen, weißlichen und lang kriechenden Rhizomen. Die Stängel sind kahl, rundlich stumpfkantig, linkswindend und treiben am Grund Ausläufer. Die Laubblätter haben etwa 5 cm lange Stiele und sind am Grund pfeilförmig 3-eckig. Die Blüten haben ebenfalls Stiele, eine tief tricherförmige, bis 6 cm lange, meist weiße, selten rosafarben gestreifte Krone. Typisch sind die nicht aufgeblasenen Vorblätter, die länger als breit sind, deren Ränder kaum überlappen und den Kelch nicht völlig verdecken. Später bilden sich rundliche Kapselfrüchte.

Die sehr ähnliche Acker-Winde, Convolvulus arvensis L., hat deutlich kleinere Blüten, die oft rosa sind und nur selten gänzlich weiß. Zudem besitzt sie keine zugespitzten Vorblätter um den Trichtergrund. Die Blütenkronen sind eher breit trichterförmig nicht tief trichterförmig wie bei der Gewöhnlichen Zaunwinde.


Abb. 1 Die Vorblätter sind oft rötlich überlaufen und bedecken die Knospe der Blüte von Calystegia sepium teilweise, im Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 34 m, 51° 22' 11 N, 06° 19' 38 O Abb. 2 Weiße Blütenkrone von Calystegia sepium, im Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 34 m, 51° 22' 11 N, 06° 19' 38 O

Abb. 3 Laubblätter von Calystegia sepium, im Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 34 m, 51° 22' 11 N, 06° 19' 38 O Abb. 4 Die Stängel von Calystegia sepium sind linkswindend. Am Außendamm vom Hafen auf Langeoog, 28.07.2017, 2 m, 53° 43' 22 N, 07° 29' 40 O

Abb. 5 Calystegia sepium klettert nicht nur, sondern kann größere Flächen bedecken. Hier am Außendamm vom Hafen auf Langeoog, 28.07.2017, 2 m, 53° 43' 22 N, 07° 29' 40 O Abb. 6 Die nicht aufgeblasenen 2 Vorblätter von Calystegia sepium bedecken die hellgrünen Kelchblätter nur zum Teil. Am Außendamm vom Hafen auf Langeoog, 28.07.2017, 2 m, 53° 43' 22 N, 07° 29' 40 O

Abb. 7 Laubblätter von Calystegia sepium in einem Gebüschsaum im Schwarzbachtal bei Ratingen, 01.10.2017, 103 m, 51° 17' 07 N, 06° 55' 04 O Abb. 8 Die tief trichterförmige Blütenkrone von Calystegia sepium in einem Gebüschsaum im Schwarzbachtal bei Ratingen, 01.10.2017, 103 m, 51° 17' 07 N, 06° 55' 04 O


Der Gattungsname Calystegia R. Br. stammt von lat. "calyx" (= Blütenkelch) und gr. "stege" (= Bedeckung), nach den 2 Vorblättern, die den Kelch umgeben. Das Epitheton sepium ist der Genitiv Plural von lat. "saepes" (= Zaun) und beschreibt die windenden Eigenschaften an Hecken, Zäunen und Gebüschen.

Calystegia sepium sind sommerblühende Kletterpflanzen für den naturnahen Garten. Mancher Gärtner mag sie als Unkraut einstufen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Calystegia sepium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/calystegia-sepium.html am Tg.Mo.Jahr.

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