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Convolvulus arvensis L.
Acker-Winde, Convolvulaceae - Windengewächse
Ende Frühsommer- bis Herbstblüher, V–X, 20–100(–125) cm lang kriechend, sommergrün, mehrjährig

Die Acker-Winde tritt in Mitteleuropa fast überall gemein auf, im höheren Bergland, den Alpen und Nordniedersachsen zerstreut. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. In Australien und Nordamerika ist die Art mancherorts eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf Xerothermarasen, in Gärten, Parks, Ackersäumen, Weinbergen, Krautfluren und Strauchgesellschaften. Es sind krautige Pflanzen mit einem dichten und tief reichenden Wurzelnetzwerk, aus dem sich neue Sprosse bilden. Selbst kleine Wurzelbruchstücke können neue Sprosse hervorbringen. In Gärten und in der Landwirtschaft sind die Pflanzen daher nicht gerne gesehen. Die Sprosse sind linkswindend, kriechend oder rankend auf anderen Kräutern oder Sträuchern. Die Laubblätter sind graugrün, länglich eiförmig, am Grunde gestutzt oder pfeil- oder spießförmig, vorne abgerundet mit kurzen Stachelspitzchen. Die Blüten stehen zu 1–3 auf langen Stielen, erblühen bei Sonne und Trockenheit meist nur einen Tag. Sie sind 1,5–2.5 cm lang, flach trichterförmig, weiß mit rosa Streifen oder ganz weiß oder rosafarben. Später bilden sich 2-klappige Fruchtkapseln mit 4–5 Samen.

Die sehr ähnliche Gewöhnliche Zaunwinde, Calystegia sepium (L.) R. Br., hat deutlich größere Blüten, die rein weiß sind, und zugespitzte Vorblätter um den Trichtergrund liegend. Zudem sind die Blüten tief trichterförmig und nicht flach trichterförmig wie bei der Acker-Winde.

Abb. 1 Bestand des Convolvulus arvensis auf einem Trockenrasen am Bollenberg im Elsass, Frankreich, 30.05.2018, 306 m, 47° 56' 34 N, 07° 15' 40 O Abb. 2 Weiß-rosa Blüte des Convolvulus arvensis im Schotter-Stein-Rheinufer bei Düsseldorf-Volmerswerth, 19.08.2009, 33 m, 51° 11' 03 N, 06° 45' 43 O


Abb. 3 Farbintensive Blüten von Convolvulus arvensis an einem Wegesrand auf dem Badberg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 344 m, 48° 05' 40 N, 07° 40' 13 O Abb. 4 Weiße Blüte des Convolvulus arvensis mit violetten Ankern, Weinberge bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 15.08.2015, 157 m, 49° 55' 54 N, 07° 52' 39 O


Abb. 5 Laubblatt von Convolvulus arvensis, NSG Dulbaum an der A 5 bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 94 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 21 O Abb. 6 Blüte von Convolvulus arvensis auf einem subpannonischen Sandrasen im NSG Dulbaum an der A 5 bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 94 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 21 O

Abb. 7 Unterseite der Blütenkrone des Convolvulus arvensis mit Kelch, ohne Vorblätter. Gestörte Fläche in Sedini, Sardinien, Italien, 25.10.2017, 296 m, 40° 50' 54 N, 08° 49' 05 O Abb. 8 Sprossachsen des Convolvulus arvensis in einer Rasenfläche im Ort Sedini, Sardinien, Italien, 25.10.2017, 296 m, 40° 50' 54 N, 08° 49' 05 O

Abb. 9 Blüte und Laubblätter von Convolvulus arvensis an einem Wegrand am Igeler Hof, Tal der Strunde, Bergisch-Gladbach, 16.06.2018, 159 m, 51° 00' 01 N, 07° 09' 34 O Abb. 10 Weiße Blüte des Convolvulus arvensis an einem Wegrand nahe der Meierei auf Langeoog, 29.07.2018, 3 m, 53° 45' 00 N, 07° 35' 37 O

Abb. 11 Bestand des Convolvulus arvensis an einem typischen Standort: Ackerstreifen bei Duisburg-Mündelheim, 11.08.2018, 29 m, 51° 21' 52 N, 06° 41' 04 O Abb. 12 Typische, flach trichterförmige Kronen des Convolvulus arvensis. Ackerstreifen bei Duisburg-Mündelheim, 11.08.2018, 29 m, 51° 21' 52 N, 06° 41' 04 O


Der Gattungsname Convolvulus L. stammt von lat. "convolvere" (= zusammenrollen, -winden) und beschreibt die windenden Sprosse. Das Epitheton arvensis stammt von lat. "arva" (= Ackerland) und bezieht sich auf den Standort der Pflanzen.

Gleichwohl Convolvulus arvensis prächtige Blüten hat, dürfte eine Kultur im Garten eher zurückhaltend gesehen werden, da die Pflanzen wuchern können und dann kaum mehr kontrollierbar sind.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Convolvulus arvensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/convolvulus-arvensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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