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Campanula glomerata L.
Knäuel-Glockenblume, Campanulaceae - Glockenblumengewächse
Ende Frühsommerblüher, V–VIII, 20–60(–90) cm hoch, sommergrün, zwei-, mehrjährig

Die Knäuel-Glockenblume ist in Mitteleuropa mäßig häufig, wird nach Nordwesten selten und siedelt gerne auf thermophilen Standorten wie kalkhaltigen Trocken- und Halbtrockenrasen und sonnigen Staudenfluren. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis in den Fernen Osten. Die Pflanzen sind kahl oder dicht kurzhaarig, nicht stehend steifhaarig, aufrecht wachsend und haben kahle Laubblätter mit gekerbtem oder gesägtem Rand. Die Grundblätter sind am Grunde herzförmig oder abgerundet, die Stängelblätter sitzend und breit lanzettlich. Die Blüten stehen an der Stängelspitze in köpfchenförmigen Büscheln, darunter meist ein oder mehrere, blattachselständige, weitere Knäuel. Die Krone ist lila bis bläulich und die Griffel ragen meist nicht aus der Krone heraus. Später bilden sich aufrecht stehende Fruchtkapseln.

Es werden zahlreiche Unterarten der Campanula glomerata unterschieden, die oft Standort-Sippen repräsentieren und sich nur geringfügig unterscheiden. In Mitteleuropa findet sich lediglich die ssp. glomerata.


Abb. 1 Blütenstände der Campanula glomerata, Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 275 m, 50° 44' 14 N, 06° 14' 55  O Abb. 2 Laubblätter der Campanula glomerata, Laubmischwald im Urft-Tal nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 451 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 22 O

Abb. 3 Blüten der Campanula glomerata, Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 50 N, 07° 13' 14 O Abb. 4 Pflanze der Campanula glomerata an einem thermophilen Saum auf dem Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 50 N, 07° 13' 14 O

Abb. 5 Blühende Campanula glomerata in einem Halbtrockenrasen im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 10.07.2016, 445 m, 50° 30' 11 N, 06° 37' 30 O2 O Abb. 6 Standort von Campanula glomerata auf einer Trockenwiese am Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 275 m, 50° 44' 14 N, 06° 14' 55  O

Abb. 7 Reichbltütige Pflanze der Campanula glomerata, Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 271 m, 50° 44' 13 N, 06° 14' 49 O Abb. 8 Blüten der Campanula glomerata, Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 271 m, 50° 44' 21 N, 06° 14' 44 O

Abb. 9 Die Blütenknospen von Campanula glomerata sind anfangs weiß, Laubmischwald im Urft-Tal nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 451 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 22 O Abb. 10 Unreife Früchte der Campanula glomerata mit den abstehenden, borstig behaarten 5 Kelchblättern, Laubmischwald im Urft-Tal nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 451 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 22 O

Der Gattungsname Campanula L. leitet sich von lat. "campana" (= Glocke) ab und beschreibt die Form der Blüte. Das Epitheton glomerata stammt von lat. "glomeratus" (= zu einem Knäusel gehäuft) und bezieht sich auf dei Blütenstände.

Campanulae glomeratae sind hübsche Sommerstauden mit attraktiven, blauen Blüten. Sie tolerieren magere und mit Schwermetallen belastete Böden. Es sind robuste und dekorative Pflanzen für Staudenbeete, mediterrane Pflanzungen oder im Steingarten. Ansprechend sind auch Kombinationen mit Yuccas. Empfehlensert ist ein nicht allzu trockener, sonniger und kalkhatiger Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Campanula glomerata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/campanula-glomerata.html am Tg.Mo.Jahr.

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