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Campanula glomerata L.
Knäuel-Glockenblume, Campanulaceae - Glockenblumengewächse
Ende Frühsommerblüher, V–VIII, 20–60(–90) cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig

Die Knäuel-Glockenblume tritt in der Mitte und im Süden Mitteleuropas zerstreut bis verbreitet auf, Richtung Norden wird sie selten oder fehlt ganz. Bevorzugt siedelt sie an thermophilen Standorten wie kalkhaltigen Trocken- und Halbtrockenrasen und sonnigen Staudenfluren. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis nach Sibirien. Die Pflanzen sind kahl oder dicht kurzhaarig, nicht stehend steifhaarig, aufrecht wachsend und haben kahle Laubblätter mit gekerbtem oder gesägtem Rand. Die Grundblätter sind am Grunde herzförmig oder abgerundet, die Stängelblätter sitzend und breit lanzettlich. Die Blüten stehen an der Stängelspitze in köpfchenförmigen Büscheln, darunter meist ein oder mehrere blattachselständige, weitere Knäuel. Die Krone ist lila bis bläulich und die Griffel ragen meist nicht aus der Krone heraus. Später bilden sich aufrecht stehende Fruchtkapseln.

Es wurden zahlreiche Unterarten der Campanula glomerata etabliert, die oft Standort-Sippen repräsentieren und sich nur geringfügig unterscheiden. In Mitteleuropa findet sich lediglich die ssp. glomerata.


Abb. 1 Blütenstand der Campanula glomerata im Knospenstadium. Halbtrockenrasen auf dem Badberg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 381 m, 48° 05' 55 N, 07° 41' 03 O Abb. 2 Laubblätter der Campanula glomerata, Laubmischwald im Urft-Tal nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 451 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 22 O

Abb. 3 Blüten der Campanula glomerata, Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 50 N, 07° 13' 14 O Abb. 4 Pflanze der Campanula glomerata an einem thermophilen Saum auf dem Bausenberg, Niederzissen, 10.09.2014, 275 m, 50° 27' 50 N, 07° 13' 14 O

Abb. 5 Blühende Campanula glomerata in einem Halbtrockenrasen im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 10.07.2016, 445 m, 50° 30' 11 N, 06° 37' 30 O2 O Abb. 6 Standort von Campanula glomerata auf einem Halbtrockenrasen am Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 275 m, 50° 44' 14 N, 06° 14' 55  O

Abb. 7 Reichblütige Pflanze der Campanula glomerata, Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 271 m, 50° 44' 13 N, 06° 14' 49 O Abb. 8 Blüten der Campanula glomerata, Schlangenberg bei Aachen, 01.08.2012, 271 m, 50° 44' 21 N, 06° 14' 44 O

Abb. 9 Bestand der Campanula glomerata in einem Halbtrockenrasen auf dem Badberg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 381 m, 48° 05' 55 N, 07° 41' 03 O Abb. 10 Campanula glomerata auf einer Wiese am Katharinenpfad nahe dem Katharinenberg, Kaiserstuhl, 28.05.2018, 452 m, 48° 06' 43 N, 07° 41' 52 O

Der Gattungsname Campanula L. leitet sich von lat. "campana" (= Glocke) ab und beschreibt die Form der Blüte. Das Epitheton glomerata stammt von lat. "glomeratus" (= zu einem Knäusel gehäuft) und bezieht sich auf dei Blütenstände.

Campanulae glomeratae sind hübsche Sommerstauden mit attraktiven, blauen Blüten. Sie tolerieren magere und mit Schwermetallen belastete Böden. Es sind robuste und dekorative Pflanzen für Staudenbeete, mediterrane Pflanzungen oder im Steingarten. Ansprechend sind auch Kombinationen mit Yuccas. Empfehlensert ist ein nicht allzu trockener, sonniger und kalkhatiger Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Campanula glomerata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/campanula-glomerata.html am Tg.Mo.Jahr.

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