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Cephalanthera damasonium (Mill.) Druce
  synonym: Cephalanthera alba (Crantz) Simonk.
                 Cephalanthera grandiflora Gray
                 Cephalanthera lonchophyllum Rchb. f.
                 Cephalanthera yunnanensis Hand.-Mazz.
                 Serapias damasonium Mill.
                 Serapias grandiflora Oeder
                 Serapias lonchophyllum L. f.
Bleiches Waldvöglein, Orchidaceae - Orchideengwächse
Ende Vollfrühlingblüher, IV–VI, 30–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Bleiche Waldvöglein tritt in Mitteleuropa verbreitet bis selten auf, mit Schwerpunkt in basenhaltigen Mittelgebirgen. Im nördlichen Flachland fehlt es fast ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Es besiedelt gerne lichte Mischwälder und Tagebaue. Die Laubblätter sind spitz eiförmig und höchstens 4-mal so lang sind wie breit. Die Tragblätter der Blüten sind unten deutlich länger als die Blüten, oben deutlich länger als die Fruchtknoten. Die Blüten sind gelblich-weiß, meist geschlossen, in einem endständigen, traubigen Blütenstand mit 3–8 Einzelblüten. Die ganze Pflanze ist kahl.


Abb. 1 Cephalanthera damasonium in einem Laubmischwald oberhalb der Urft bei Urft-Steinfeld, Eifel, 15.06.2016, 487 m, 50° 30' xx N, 06° 35' xx O Abb. 2 Wenigblütiger Blütenstand der Cephalanthera damasonium mit den langen Tragblättern. Laubmischwald oberhalb der Urft bei Urft-Steinfeld, Eifel, 15.06.2016, 487 m, 50° 30' xx N, 06° 35' xx O

Abb. 3 Blüte der Cephalanthera damasonium in einem Laubmischwald oberhalb der Urft bei Urft-Steinfeld, Eifel, 15.06.2016, 487 m, 50° 30' xx N, 06° 35' xx O


Der Gattungsname Cephalanthera Rich. leitet sich ab von gr. "kephale" (= Kopf) und gr. "anthos" (= blühend), eine Beschreibung der Blütenmorphologie, da die Staubbeutel rundlich sind, ähnlich einem Kopf. Vergleiche die Gattung Platanthera Rich., deren fertile Staubbeutel flach und breit ausgebildet sind; gr. "platys" (= flach, breit). Das Epitheton damasonium stammt von gr. "damasonion" und bezeichnet eine als Liebesmittel genutzte Pflanze. Wahrscheinlich liegt dem eine ehemalige Verwendung als Aphrodisiakum zugrunde.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Cephalanthera damasonium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cephalanthera-damasonium.html am Tg.Mo.Jahr.

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