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Cerastium glomeratum Thuill.
Knäueliges Hornkraut, Caryophyllaceae - Nelkengewächse
Frühling-, Sommerblüher, III–IX, 05–45 cm hoch, sommergrün, einjährig

Das Knäuelige Hornkraut tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in der Mitte und dem Nordwesten. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch, in Nordamerika ist die Art eingebürgert. Möglicherweise ist die Art in Mitteleuropa als Archäophyt zu bewerten. Bevorzugt besiedeln die Pflanzen Ruderalstandorte an Wegrändern, Äckern und gestörten Fächen.

Es sind einjährige, aufsteigend oder aufrecht wachsende Pflanzen. Die Stängel sind abstehend oder drüsig behaart, gelbgrün bis rötlich. Die Laubblätter sind bis 2 cm lang, eilanzettlich bis verkehrt eiförmig und behaart. Die Tragblätter sind bewimpert und ohne Hautrand. Da die Fruchtstiele relativ kurz sind, erscheint der Blütenstand gedrängt, knäuelig. Die Blüten erscheinen von Frühling bis in den Spätsommer hinein, haben 5 weiße, etwa 5 mm lange, bis 1/3 geteilte Kronblätter, die etwa so lang wie die Kelchblätter sind. Es finden sich 5 Griffel und 5–10 Staubblätter. Die Kelchblätter sind ohne Hautrand und bewimpert. Später bilden sich walzenförmige Kapselfrüchte mit 6 Kapselzähnen.

Bei den Hornkräutern sind die Kronblätter höchstens bis zu Mitte gespalten, während bei den ähnlichen Sternmieren, Stellaria L., die Kronblätter fast bis zum Grund 2-teilig sind oder fehlen, lediglich bei Stellaria holostea L. sind sie ebenfalls bis zur Hälfte geteilt. Die Kronen der Sternmieren sehen scheinbar "sternenförmig" 10-teilig aus. Die Kapseln der Hornkräuter sind walzenförmig und öffnen sich meist mit 6 Zähnen, während jene der Sternmieren kugelig bis eiförmig sind und sich 6-klappig öffnen.


Abb. 1 Pflanze des Cerastium glomeratum in den Graudünen nahe vom Dorf auf Langeoog, 11.06.2021, 7 m, 53° 44' 49 N, 07° 28' 32 O Abb. 2 Knäueliger Blütenstand des Cerastium glomeratum, in den Graudünen nahe vom Dorf auf Langeoog, 11.06.2021, 7 m, 53° 44' 49 N, 07° 28' 32 O

Abb. 3 Stängel und Laubblätter von Cerastium glomeratum in den Graudünen nahe vom Dorf auf Langeoog, 11.06.2021, 7 m, 53° 44' 49 N, 07° 28' 32 O Abb. 4 Blüte des Cerastium glomeratum, hier mit 5 Griffeln und 8 Staubblättern, Graudünen auf Langeoog, 11.06.2021, 7 m, 53° 44' 49 N, 07° 28' 32 O


Der Gattungsname Cerastium L. leidet sich ab von gr. "kerastes" (= gehörnt) und beschreibt die hornförmig aus dem Kelch heraus ragenden Früchte. Das Epitheton glomeratum stammt von lat. "glomeratus" (= knäuelig), nach den Blütenständen.

Cerastium glomeratum sind Pflanzen, welche womöglich im einen oder anderen Garten spontan aufgetreten sind. Mancherorts werden sie als Unkräuter empfunden und entfernt. Im naturnahen Garten wäre ein Anbau reizvoll.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Cerastium glomeratum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cerastium-glomeratum.html am Tg.Mo.Jahr.

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