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Cerastium holosteoides Fr.
     synonym: Cerastium fontanum Baumg.
Gewöhnliches Hornkraut, Caryophyllaceae - Nelkengewächse
Frühling-Herbstblüher, IV–X, 05–50 cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Das Gewöhnliche Hornkraut ist in Mitteleuropa sehr häufig und in allen Bundesländen gemein. Es besiedelt Wiesen, Weiden, Ackerränder, auf Siedlungs- und Brachflächen. Es kommt mithin weltweit vor und verträgt sowohl leicht salzhaltige Umgebung als auch Schwermetall belastete Böden. Die Pflanzen sind aufsteigend, bilden zahlreiche nicht blühende Sprossachsen und haben neben einer Pfahlwurzel ein reich verzweigtes Rhizom, über das sich die Pflanzen ausbreiten. Stängel und Blätter sind dunkelgrün und variabel behaart. Die Blätter sind meist elliptisch, kreuzförmig gegenständig, sitzend, 1–2,5 cm lang, an blühenden Sprossachsen oft länger bis 4 cm. Die Blüten erscheinen fast während der ganzen Saison, haben 5 weiße, bis zur Hälfte geteilte Kronblätter, die etwa so lang wie die grünen Kelchblätter sind. Später bilden sich stark gebogene, bis 1,2 cm lange, walzenförmige Kapselfrüchte, die sich mit 6(–10) Kapselzähnen öffnen.


Abb. 1 Blüten und walzenförmige Fruchtkapseln mit 6(–10) Kapselzähnen beim Cerastium holosteoides, Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 263 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 37 O Abb. 2 Blüte des Cerastium holosteoides mit 10 Staubgefäßen und 5 Griffel, Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 263 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 37 O


Abb. 3 Die Kelchblätter sind fast so lang wie die Kronblätter des Cerastium holosteoides, Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 263 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 37 O Abb. 4 Blüte des Cerastium holosteoides, Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 263 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 37 O

Der Gattungsname Cerastium L. leidet sich ab von gr. "kerastes" (= gehörnt) und beschreibt die hornförmig aus dem Kelch heraus ragenden Früchte. Das Epitheton holosteoides verweist auf die Ähnlichkeit mit der Großen Sternmiere, Stellaria holostea L., gr. "-oeides" (= -ähnlich) oder leitet sich ab von gr. "holos" (= ganz) und gr. "osteon" (= Knochen) zu "gesamter Knochen", was wahrscheinlich auf die Brüchigkeit der Sprosse abzielt.

Bei den Hornkräutern sind die Kronblätter höchstens bis zu Mitte gespalten, während bei den ähnlichen Sternmieren, Stellaria L., die Kronblätter fast bis zum Grund 2-teilig sind oder fehlen, lediglich bei Stellaria holostea L. sind sie ebenfalls bis zur Hälfte geteilt. Die Kronen der Sternmieren sehen scheinbar "sternenförmig" 10-teilig aus. Die Kapseln der Hornkräuter sind walzenförmig und öffnen sich meist mit 6 Zähnen, während jene der Sternmieren kugelig bis eiförmig sind und sich 6-klappig öffnen.

Cerastium holosteoides sind Pflanzen, welche womöglich im einen oder anderen Garten spontan aufgetreten sind. Mancherorts werden sie als Unkräuter empfunden und entfernt. Der naturnahe Garten wäre eine Möglichkeit, die Art zu kultivieren. Auch im Steingarten oder alpinen Beet ist sie durchaus passend.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Cerastium holosteoides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cerastium-holosteoides.html am Tg.Mo.Jahr.

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