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Chrysosplenium alternifolium L.
Wechselblättriges Milzkraut, Saxifragaceae - Steinbrechgewächse
Frühlingblüher, III–V, 5–20 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Wechselblättrige Milzkraut ist in Mitteleuropa häufig und besiedelt bevorzugt feuchte oder nasse Stellen an Quellfluren, in Auenwäldern oder feuchten Buchen- und Buchenmischwäldern fast im gesamten Land. Selbst ganzjährig nasse Stellen kommen als Standorte infrage, oft auch im Schatten. Chrysosplenium alternifolium besitzt unscheinbare Blüten ohne Kronblätter. Die gelblichen Hochblätter verleihen ihm eine "gewisse Ähnlichkeit" mit den Euphorbien, ohne dass eine nahe Verwandtschaft besteht.



Abb. 1 Chrysosplenium alternifolium zusammen mit Anemone nemorosa, Lauterbach-Sulzbach, Schwarzwald, 48° 14' 09 N, 08° 20' 16 O, 669 m Abb. 2 Die wechselständigen Blätter von Chrysosplenium alternifolium, Kirnbachtal, Schwarzwald, 48° 16' 00 N, 08° 14' 53 O, 482 m

Abb. 1 Chrysosplenium alternifolium zusammen mit Anemone nemorosa, Lauterbach-Sulzbach, Schwarzwald, 48° 14' 09 N, 08° 20' 16 O, 669 m Abb. 4 Blüten von Chrysosplenium alternifolium mit gelben Hochblättern, Bergwerk "Gottes Segen", Haslach, Kinzigtal, Schwarzwald, 48° 17' 31 N, 08° 05' 07 O, 315 m

Abb. 5 Chrysosplenium alternifolium, Ravennaschlucht, Hochschwarzwald, 47° 55' 05 N, 08° 04' 29 O, 799 m


Chrysosplenium alternifolium ist sehr ähnlich dem Gegenblättrigen Milzkraut, C. oppositifolium L. Deutsche und lateinische Artnamen geben schon ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal wieder, die wechsel- oder gegenständige Position der Stängelblätter. Chrysosplenium oppositifolium ist im Gegensatz zum C. alternifolium immergrün, besitzt nur kaum gekerbte Blätter und bildet über Ausläufer häufig große Rasen. Beim C. alternifolium hingegen sind die Blätter deutlich gekerbt und blüht an deutlich mehr Stängeln.

Der Gattungsname Chrysosplenium setzt sich zusammen aus gr. "chrysos" (= Gold) und gr. "splen" (= Milz), was sich auf die Farbe der Blüten und wahrscheinlich die milzförmigen Stängelblätter bezieht. Abgeleitet bedeutet gr. "splenion" (= Milzkraut), nach Dioskurides also ein Mittel gegen Milzsucht. Dennoch dürfte der von Linné etablierte Gattungsname auf botanische Merkmale zurückführbar sein und nicht auf die ethnobotanische Verwendung; siehe auch C. oppositifolium.

Chrysosplenium alternifolium ist eine unscheinbare Art, die dennoch an schwierigen Standorten dekorative Effekte haben könnte. Feuchte und dunkle Stellen im Garten wären mögliche Plätze, eventuell auch in Kombination mit C. oppositifolium.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Chrysosplenium alternifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/chrysosplenium-alternifolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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