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Anemone nemorosa L.
Busch-Windröschen, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Spätwinterblüher, II–V, 10–25 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Phänologisch beginnt mit der Blüte von Anemone nemorosa der Frühling, noch vor dem Laubaustrieb der Bäume. Der ganze Boden kann dann von der weißen Blütenpracht dieser Frühjahrsstaude bedeckt sein. Manche Bestände können nicht nur weiße, sondern auch rötliche oder rosa farbene Perigone aufweisen. Zum Sommer hin bilden sich Früchte, die als borstige Nüsschen erscheinen. In den meist waldigen Standorten bevorzugt die Anemone nemorosa eher feuchte Böden entlang von Bächen, gerne in Niederungen von Eichen- und Buchenbeständen oder Auwäldern. Auch in Parkanlagen und an Wiesenrändern tritt sie gerne auf.

Abb. 1 Anemone nemorosa, kleine Gruppe im gemischten Buchen- und Eichenbestand bei Wuppertal-Herbringhausen, 51° 14' 11 N, 07° 16' 25 O Abb. 2 Blassviolette Blüten des Hohlen Lerchensporns, Corydalis cava (L.) Schweigg. & Körte, zusammen mit Anemone nemorosa in einem Laubmischwald auf Kalk im Vogelsangbachtal, Heiligenhaus, 09.04.2016, 123 m, 51° 20' 03 N, 06° 58' 15 O

Abb. 3 Anemone nemorosa Bestand in einem feuchten Bachtal des Bergischen Landes, das von einem Ulmen-Eschen-Bestand dominiert wird, 51 14' 14 N, 07° 16' 25 O Abb. 4 Weiße Blüte der Anemone nemorosa am Ufer der Strunde, Herrenhausen, Bergisches Land, 08.03.2014, 142 m, 50° 59' 54 N, 07° 10' 07 O

Abb. 5 Rötlich tingierte Blüten einer Gruppe Anemone nemorosa im Sulzbachtal, mittlerer Schwarzwald, 48° 14' 39 N, 08° 15' 51 O Abb. 6 Rote Blüten von Anemone nemorosa im Lahntal, Runkel, 143 m, 50° 24' 04 N, 08° 08' 36 O

Abb. 7 Deutliche Blattstiele einer Anemone nemorosa im Hochschwarzwald, Schauinsland, 47° 54' 42 N, 07° 53' 47 O Abb. 8 Nach der Blüte bilden sich Nüsschen bei Anemone nemorosa im Frühsommer, Privatgarten

Über den Wurzelstock (Rhizom) breitet sich Anemone nemorosa langsam aus, während ältere Wurzelbereiche absterben und aus den jüngeren Sprossen neue Blätter und Blüten entstehen. Die Blüte besitzt 6–8, selten bis 12 Perigon-Blätter (Perigon deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen). Von der ähnlichen A. sylvestris L. lässt sich A. nemorosa an den deutlich gestielten Blättern unterscheiden, zudem sind die Blätter nicht behaart und das Perigon besitzt nur 5–6 Blätter.

Der Gattungsname leitet sich ab von gr. "anemos" (= Wind) und das Epitheton von lat. "nemorosus" (= waldreich, schattig).

Bei Wind, bedecktem Himmel, Schnee, Regen oder vergleichbaren Bedingungen bleiben die Blütenköpfe des Busch-Windröschens geschlossen und öffnen sich erst wieder bei Wetterbesserung.

Abb. 9 Blaue Perigone einer Kultursorte von Anemone nemorosa. Oft sind Kultursorten deutlich schwachwüchsiger als die Art. Privatgarten Abb. 10 Gefüllte Blüte von Anemone nemorosa. Auch sehr dekorativ, allerdings ebenfalls etwas empfindlicher als die Art. Privatgarten

Abb. 11 Hübsche Kultursorte einer Anemone nemorosa mit gefüllter und blau gefleckter Blüte, Privatgarten Abb. 12 Bestand von Anemone nemorosa in einem Buchenwald, Wupperaue, Leverkusen, 12.03.2014, 62 m , 51° 04' 57 N, 07° 00' 24 O

Abb. 13 Bestand von Anemone nemorosa in einem Buchenwald des NSG Kirchderner Wald. Dortmund, 29.03.2014, 89 m, 51° 33' 02 N, 07° 29' 55 O Abb. 14 Das Wohlriechende Veilchen, Viola odorata L., zusammen mit Anemone nemorosa auf dem Bausenberg, Niederzissen, Eifel, 17.04.2015, 328 m, 50° 27' 55 N, 07° 13' 21 O

Abb. 15 Behaarte Nüsschen der Anemone nemorosa auf dem Bausenberg, Niederzissen, Eifel, 17.04.2015, 291 m, 50° 27' 52 N, 07° 13' 12 O Abb. 16 Bei Bewölkung oder Regen bleiben die Perigone der Anemone nemorosa geschlossen, östlich vom Jakobsberg gelegener Höhenzug Egge, Teutoburger Wald, 01.04.2015, 190 m, 52° 01' 34 N, 08° 25' 27 O


Abb. 17 Blüte der Anemone nemorosa in einem Laubmischwald auf Kalk im Vogelsangbachtal, Heiligenhaus, 09.04.2016, 123 m, 51° 20' 03 N, 06° 58' 15 O Abb. 18 Maianthemum bifolium bildet zusammen mit Anemone nemorosa einen dichten Teppich im Laubmischwald der Hildener Heide, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O, 01.05.2015

Abb. 19 Die Große Sternmiere, Stellaria holostea L., zusammen mit dem Buschwindröschen an einem Waldsaum an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 212 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 46 O

Anemone nemorosa eignet sich gut als Gartenpflanze und kann schattige oder auch feuchte Bereiche besiedeln. Boden und Vegetation sollten relativ ungestört sein, da die Pflanzen auf Umgraben oder sonstige Wurzelstörungen empfindlich reagieren. Beispielsweise findet man sie auf Wiesen meistens nur dort, wo es keine Tritt- oder Mahdbelastung gibt, an deren Rändern oder steilen Abschnitten. Für den Garten gibt es eine ganze Reihe sehr hübscher Sorten.

Referenzen
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Anemone nemorosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/anemone-nemorosa.html am Tg.Mo.Jahr.

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