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Cichorium intybus L.
Gewöhnliche Wegwarte, Zichorie, Chicorée, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Sommerblüher, VI–X, 30–200 cm hoch, mehrjährig, sommergrün

Die Gewöhnliche Wegwarte stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und ist schon mindestens seit dem Mittelalter (vor 1.500 n. chr. = Archäophyt) in Mitteleuropa eingeführt. Sie ist in allen Bundesländern verbreitet und in vielen trockenen Regionen gemein. Bevorzugt siedelt sie auf Ruderalstandorten wie Tritt- und Weiderasen, Weg- und Straßenränder, extensive Äcker oder entlang von Böschungen. Die Pflanzen werden bis 200 cm hoch und haben verzweigende Stängel. Die basalen Blätter sind fiederspaltig bis -buchtig oder schrottsägeförmig, die Stängelblätter lanzettlich mit verbreitertem Grund und fast stängelumfassend, zumindest an den Nerven borstig behaart. Die Blütenköpfchen stehen einzeln oder zu mehreren, sind sitzend oder gestielt mit hellblauen Zungenblüten, selten weiß. Die früchte sind 2–3 mm lang, gerippt und haben einen kurzen Pappus ("Fallschirmchen").


Abb. 1 Blüte des Cichorium intybus an einem Weg auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 05.10.2015, 15 m, 42° 39' 46 N, 18° 03' 46 O Abb. 2 Regelmäßig beweidetes Exemplar des Cichorium intybus mit wenig schrotsägeförmigen Grundblättern, Wegesrand oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 79 m, 43° 09' 27 N, 17° 36' 32 O


Abb. 3 Die Blüten des Cichorium intybus stehen einzeln oder zu mehreren. An einem Weg bei den Schrebergärten auf Langeoog, 4 m, 53° 44' 19 N, 07° 28' 24 O Abb. 4 Verzweigende Stängel von Cichorium intybus an einem Straßenrand nahe Olia Speciosa, Sardinien, 13.10.2016, 56 m, 39° 16' 40 N 09° 32' 17 O,

Abb. 5 Schöner Bestand des Cichorium intybus, Rheinufer bei Düsseldorf-Volmerswerth, 27 m, 51° 11' 26 N, 06° 44' 00 O Abb. 6 Das Feld-Mannstreu, Eryngium campestre L., zusammen mit der Gewöhnlichen Wegwarte am Rheinufer bei Düsseldorf-Volmerswerth, 09.08.2009, 28 m, 51° 11' 29 N, 06° 44' 00 O

Abb. 7 Grundständige, fiederspaltige Laubblätter von Cichorium intybus an einem Straßenrand nahe Olia Speciosa, Sardinien, 13.10.2016, 56 m, 39° 16' 40 N 09° 32' 17 O, Abb. 8 Cichorium intybus mit weißer Blüte im Bestand aus Abb. 5, Rheinufer Düsseldorf-Volmerswerth, 27 m, 51° 11' 26 N, 06° 44' 00 O

Abb. 9 Die Stängelblätter von Cichorium intybus sind lanzettlich mit verbreitertem Grund und fast stängelumfassend. Zumindest an den Nerven findet sich unterseits eine borstige Behaarung. Straßenrand nahe Olia Speciosa, Sardinien, 13.10.2016, 56 m, 39° 16' 40 N 09° 32' 17 O, Abb. 10 Blühendes Exemplar des Cichorium intybus an einer Straßenböschung in Costa Rei, Sardinien, 20.10.2016, 7 m, 39° 16' 30 N 09° 34' 49 O,


Der Gattungsname Cichorium L. leitet sich von gr. "kichorion" (= Endivie, Zichorie) ab, die als Heil- und Gemüsepflanzen schon in der Antike genutzt wurden; später zu lat. "cichorium". Selbiges gilt für den Artnamen intybus, der sich sich von lat. "intubus" (= Endivie, Zichorie) ableitet. Als "Salatzichorie" wird die gebleichte Knospe genutzt und als Chicorée bezeichnet. Als "Wurzelzichorie" wurde C. intybus historisch für Kaffee-Ersatz geröstet. Auch Radicchio wird aus C. intybus kultiviert.

Cichorium intybus ist eine einfach zu kultivierende Gartenpflanze. Neben der Küchennutzung bietet sie mit ihrer blauen Blüte eine durchaus prächtige Bereicherung des Stauden- oder Bauerngartens. Auch im Exotengartensegment dürfte sich die Gewöhnliche Wegwarte gut eingliedern lassen.

Referenzen
Focke, W. O. 1873: Beiträge zur Kenntnis der Flora der ostfriesischen Inseln. – Abh. Naturwiss. Ver. Bremen, 3, 305–323.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Cichorium intybus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cichorium-intybus.html am Tg.Mo.Jahr.

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