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Cirsium oleraceum (L.) Scop.
Kohl-Kratzdistel, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommerblüher, VII–X, 50–170 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kohl-Kratzdistel ist in Mitteleuropa relativ häufig und siedelt überwiegend auf Feuchtwiesen, entlang von Bächen, in Auenwäldern, feuchteren Buchenwäldern oder in nährstoffreichen Krautfluren. Die Pflanzen wachsen aufrecht, sind nicht stechend und können gut mannshoch werden. Die Stängel sind locker mit weichen, hellgrünen Laubblättern besetzt, während die unteren Laubblätter lappig gefiedert sind und die oberen meist ungeteilt, Stängel umfassend und herzförmig. Die Hochblätter (unterhalb der Blütenstände) sind eiförmig, weich dornig, ungeteilt und gelbgrün. Meist überrragen die Hochblätter die Blütenköpfchen, die zu 2–6 knäuelig gehäuft stehen und blass gelb sind.

Früher wurde die Pflanze als Wildgemüse genutzt. Als Weidepflanze jedoch wird sie meist vom Vieh gemieden. Öfters findet sich die Kohl-Kratzdistel als Kulturfolger, da sie gerne auf nährstoffreichen Böden siedelt. Überdüngung oder Nährstoffeintrag über die Luft fördert die Pflanzen.



Abb. 1 Cirsium oleraceum am Bachufer unterhalb des Bachläger Wasserfalls, Grindelwald, Schweiz, 16.10.2014, 1.602 m, 46° 39' 00 N 08° 03' 02 O Abb. 2 Cirsium oleraceum auf einer Nasswiese in Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, 1.668 m, 46° 39' 02 N 08° 02' 53 O

Abb. 3 Cirsium oleraceum auf einer Feuchtwiese im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 426 m, 50° 30' 41 N, 06° 35' 24 O Abb. 4 Blütenkopf des Cirsium oleraceum im Wollbachtal, südlich von Kandern, Baden-Württemberg, 12.10.2014, 374 m, 47° 41' 04 N 07° 40' 13 O


Cirsium oleraceum lässt sich gut von den anderen Kratzdisteln unterscheiden, da sie die einzige Art der Gattung Cirsium Mill. ist, die keine rötlichen Blütenköpfe aufweist.

Der Gattungsname Cirsium leistet sich ab von lat. "cirsion" (= distelförmige Pflanze). Wahrscheinlich ist dieser Name indogermanischen Ursprungs von der etymologsichen Wurzel "kars-" (= Kratzen). Diese Wurzel findet sich bei anderen Gattungen der "Disteln" wieder: Carlina L. oder Carduus L. Das Art-Epitheton oleraceum stammt von lat. "oleraceus" (= kohlartig), als Verweis die ehemalige Nutzung als Gemüsepflanze.



Abb. 5 Blütenköpfchen des Cirsium oleraceum auf einer Feuchtwiese im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 426 m, 50° 30' 41 N, 06° 35' 24 O Abb. 6 Die Blütenköpfchen werden oft von den Hochblättern überragt, Cirsium oleraceum auf einer Feuchtwiese im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 09.09.2015, 426 m, 50° 30' 41 N, 06° 35' 24 O


Cirsium oleraceum ist eine robuste, einheimische Staude für den Wildgarten oder als Gemüsepflanze.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Cirsium oleraceum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cirsium-oleraceum.html am Tg.Mo.Jahr.

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