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Cistus albidus
L.
Weiße Zistrose, Cistaceae - Zistrosengewächse
Frühlingblüher, IV–VI, 40–150 cm hoch, immergrün, mehrjährig, kurzlebig

Die Weiße Zistrose stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum, wo sie in lichten Wäldern, der Garrigue und in der Macchie wächst, vorwiegend auf Kalk. Sie ist ein immergrüner, dichter, weiß filziger Strauch, der meist nur kurzlebig ist. Die Laubblätter sind eiförmig bis elliptisch, halbstängelumfassend sitzend, nicht gewellt, graugrün, unterseits mit 3 deutlich hervor tretenden Nerven. Die Blütenkronen sind rosarot bis magentafarben, 4–6 cm breit, mit 5–20 mm langem Blütenstiel. Die 5 Kelchblätter sind breit eiförmig und filzig. Später bilden sich 5-fächrige Kapselfrüchte mit zahlreichen hellbraunen Samen.


Abb. 1 Sommerliche Blüten des Cistus albidus im Freiland des Botanischen Gartens Düsseldorf, 25.07.2003 Abb. 2 Namensgebend sind die weißfilzigen Laubblätter des Cistus albidus, Botanischer Garten Basel, 28.04.2010

Abb. 3 Blüte des Cistus albidus in der Garrique bei Castano del Rabledo, Sierra de Aracena, Spanien, 27.03.2008, 762 m, 37° 53' 56 N 06° 42' 29 W Abb. 4 Cistus albidus zusammen mit Cercis siliquastrum L. in der Garrique bei Castano del Rabledo, Sierra de Aracena, Spanien, 27.03.2008, 762 m, 37° 53' 56 N 06° 42' 29 W

Abb. 5 Kräftiger Strauch des Cistus albidus auf einem südexponierten Hügelbeet im Botanischen Garten Basel, 08.04.2010 Abb. 6 Rosafarbene Blüten des Cistus albidus im Sommer in einem Privatgarten, 07.06.2003, Pflanze inzwischen abgestorben (2018)

Abb. 7 Weißlich grüner Strauch des Cistus albidus mit reichlich Fruchtkapseln in der Garrique unterhalb des Tour Massane, Südfrankreich, 03.10.2005, 733 m, 42° 30' 01 N, 03° 01' 33 O Abb. 8 Blüte des Cistus albidus in den Bergen bei Golfo Aranci am Capo Figari, Sardinien, 02.04.2018, 118 m, 40° 59' 55 N, 09° 38' 41 O


Der Gattungsname Cistus L. stammt von gr. "kisthos" (= Zistrose) und ist ein schon in der Antike gebräuchlicher Eigenname unbekannter Herkunft. Das Epitheton albidus kommt von lat. "albidus" (= weißlich, weiß), nach den weißfilzigen Laubblättern.

Für den Anbau im mitteleuropäischen Garten ist die Weiße Zistrose nur bedingt geeignet. Sie ist bei gutem Standort bis Z 8 winterhart. Wichtig ist ein abgemagerter, kalkhaltiger Boden und ein sonniger, warmer Standort. Als Winterschutz bietet sich in Extremwintern eine lockere Reisigabdeckung an, kein Mulch. Auch gesunde und gepflegte Pflanzen haben leider meist nur eine begrenzte Lebensdauer von 10–20 Jahren, gelegentlich mehr. Da die Weiße Zistrose in Mitteleuropa keimfähige Saat bildet, sollten einige Fruchtstände trotz Schnittes erhalten bleiben. Diese verteilen ihre Saat nach der Reife durch Aufspringen der Kapselfrüchte und können nach dem Absterben der Mutterpflanze am Ort spontan keimen. Dies sogar zuverlässig, auch nach Jahren. Lebende Pflanzen unterdrücken die Keimung von Nachkommen. Siehe auch Cistus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Cistus albidus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cistus-albidus.html am Tg.Mo.Jahr.

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