Startseite

Clematis flammula L.
Mandelrebe, Feuer-Waldrebe, Brennende Waldrebe, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Sommerblüher, V–X, 300–500 cm lang, sommergrün, mehrjährig

Die Mandelrebe ist ein kletternder, laubabwerfender Strauch aus dem Mittelmeerraum bis Nordarfrika und Vorderasien, der relativ häufig auftritt und bevorzugt Strauchgesellschaften, die Macchien, Ruderalstandorte, lichte Wälder und Felsfluren besiedelt. Die Pflanzen haben verzweigte Sprossachsen, die anfänglich kahl, später flaumig behaart sind und sich in Sträucher, Bäume oder Felsen hochranken, niederliegend oder hängend wachsen. Die Laubblätter sind gegenständig, 3–5-teilig, hell grün, kahl und ledrig. Jedes Fiederblatt ist schmal lanzettlich bis rundlich, gestielt und 2–3-lappig. Die Blüten erscheinen im Sommer, messen bis 2,5 cm im Durchmesser, stehen in lockeren Rispen (terminale Blütenstände mit nach unten zunehmender Verzweigung), haben 4 reinweiße, leuchtende Kelchblätter und snd außen behaart. Die Staubfäden sind gut erkennbar, bis 4 mm lang und kahl. Später bilden sich typische, ovale bis eiförmige, flache Früchte, die einen bis 6 cm langen, fedrigen Griffel tragen.

Da die Blüten intensiv nach Bittermandel duften, hat die Mandelrebe mit zahlreichen Kultursorten in den warmen Regionen reichlich Einzug in die Gartenkultur gehalten, während sie in Mitteleuropa jedoch selten angebaut wird. Die prächtigen, im Sonnenlicht leuchtenden Federgriffel der Früchte erinnern an Wetterleuchten, Wetterflammen.



Abb. 1 Blütenstand der Clematis flammula an einem Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 09.10.2015, 8 m, 42° 39' 48 N, 18° 03' 58 O Abb. 2 Blüten der Clematis flammula an einem Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 08.10.2015, 8 m, 42° 39' 48 N, 18° 03' 58 O

Abb. 3 Kriechende Sprossachse der Clematis flammula an einem Wegesrand am Berg Srd oberhalb von Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 256 m, 42° 38' 50 N, 18° 06' 36 O Abb. 4 Typische Früchte der Clematis flammula mit ihrem federartigen Griffel. Wegesrand am Berg Srd oberhalb von Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 256 m, 42° 38' 50 N, 18° 06' 36 O

Abb. 5 Ein 3-teiliges, 2–3-fach gefiedertes Fiederblatt der Clematis flammula. Wegesrand am Berg Srd oberhalb von Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 256 m, 42° 38' 50 N, 18° 06' 36 O Abb. 6 Die Blütenknospen der Clematis flammula stehen in Rispen, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 09.10.2015, 8 m, 42° 39' 48 N, 18° 03' 58 O

Abb. 7 Je Blüte bilden sich bei Clematis flammula bis 4 Früchte. Wegesrand nahe Bunyola auf Mallorca, Spanien, 02.10.2007, 334 m, 39° 42' 28 N, 02° 42' 24 O Abb. 8 Clematis flammula kann viele Meter in Sträucher oder Bäume klettern und ein Dickicht bilden. Pinus nigra-Wald des Vidova Gora auf der kroatischen Insel Brac, 16.10.2012, 644 m, 43° 17' 23 N, 16° 35' 50 O

Abb. 9 Gefidertes Laubblatt von Clematis flammula. Wegesrand nahe Bunyola auf Mallorca, Spanien, 02.10.2007, 334 m, 39° 42' 28 N, 02° 42' 24 O Abb. 10 Die Myrte, Myrtus communis L., zusammen mit Clematis flammula an einem Wegesrand nahe Bunyola auf Mallorca, Spanien, 02.10.2007, 334 m, 39° 42' 28 N, 02° 42' 24 O, 43° 16' 55 N, 16° 37' 21 O


Der Gattungsname Clematis L. stammt von gr. "cheilos" (= Lippe, Rand" und gr. "anthos" (= Blüte) nach den Sporangien, die an den Rändern der Fiederblättchen lippenartig angeordnet sind. Das Art-Epitheton flammula stammt von lat. "flammula" (= Flämmchen) und könnte eine Metapher für das Lechten der Griffelschweife im Sonnenlicht sein oder eine Übertragung des giftigen und brennend schmeckenden Scharfen Hahnefußes, Ranunculus flammula L., auf die Mandelrebe in vorlinnäischer Zeit sein.

Die Mandelrebe ist eine dekorative Kletterpflanze für den Exotengarten. Sie dürfte bis Z 7 winterhart sein, gleichwohl breite Erfahrung bisher in Mitteleuropa fehlt. Ein sonniger Standort und geschützt im Winter ist ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Clematis flammula. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/clematis-flammula.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de