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Pseudofumaria lutea (L.) Borkh.
   synonym Corydalis lutea (L.) DC.
Gelber Lerchensporn, Fumariaceae - Erdrauchgewächse
                      auch: Papaveraceae - Mohngewächse
Beginn Vollfrühlingblüher, III–V, 10–30(–40) cm hoch, (sommer-)immergrün, mehrjährig

Der Gelbe Lerchensporn ist in Mitteleuropa mäßig häufig und stammt wahrscheinlich ursprünglich aus den südalpinen Regionen der Schweiz und Italien. Mittlerweile ist er in Mitteleuropa eingebürgert. Ähnlich dem ursprünglichen Standort siedelt er gerne in lockeren Mauerfugen, kalkhaltigen Felsstandorten oder in Ritzen von Bauwerken. Es sind immergrüne Pflanzen mit faserigem Rhizom und zahlreichen, stark verzweigten Stängeln. Die Laubblätter sind dreieckig im Umriss, nicht behaart und 2- bis 3-fach gefiedert. Die gelben Blüten stehen in dichten, reichblütigen Trauben.

Abb. 1 Pseudofumaria lutea nahe des Glückert-Hauses auf der Mathildenhöhe, Darmstadt, 21.06.2014, 175 m, 49° 52' 33 N, 08° 40' 02 O Abb. 2 Eingangs-Portal des Glückert-Hauses, Sitz der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Standort der Pseudofumaria lutea, Mathildenhöhe, Darmstadt, 21.06.2014

Abb. 3 Blühende Pflanze der Pseudofumaria lutea in einem Privatgarten auf Langeoog, 15.07.2012 Abb. 4 Früchte und Blüten von Pseudofumaria lutea an einem Ruderalstandort des ehemaligen Flughafens auf Langeoog, 1 m, 53° 43' 57 N, 07° 28' 21 O


Zusammen mit dem Blassgelben Lerchensporn, Pseudofumaria alba (Mill.) Lidén, ist der Gelbe Lerchensporn wegen seiner vegetativen, Blüten- und Fruchtmerkmale aus der Gattung Corydalis DC. in die eigene Gattung Pseudofumaria Medik. ausgegliedert worden. Wegen des fehlenden Milchsaftes und der gespornten Blüte ist die ehemalige Einordnung in die Familie der Mohngewächse revidiert worden.

Die Identifizierung des Gelben Lerchensporns ist recht einfach. Der sehr ähnliche Rankende Lerchensporn, Ceratocapnos claviculata (L.) Lidén, hat weiße, manchmal leicht hell gelbliche Blüten und rankt.



Abb. 5 Blüten der Pseudofumaria lutea, wie Abb. 4 am ehemaligen Flughafens auf Langeoog, 17.07.2012, 1 m, 53° 43' 57 N, 07° 28' 21 O Abb. 6 Im Umriss dreieckiges, 2- bis 3-fach gefiedertes Blatt der Pseudofumaria lutea, Haftanstalt Rottweil, Baden-Württemberg, 25.04.2014, 612 m, 48° 10' 08 N, 08° 37' 29 O

Abb. 7 Der Pénitencier, wo Pseudofumaria lutea wächst, war auch Haftort der Frau vom Stauffenberg in Rottweil, Baden-Württemberg, 25.04.2014 Abb. 8 Kräftiger Halbstrauch der Pseudofumaria lutea an der Haftanstalt Rottweil, Baden-Württemberg, 25.04.2014, 612 m, 48° 10' 08 N, 08° 37' 29 O

Abb. 9 Blütentrauben der Pseudofumaria lutea, Mauer der Haftanstalt Rottweil, Baden-Württemberg, 25.04.2014, 612 m, 48° 10' 08 N, 08° 37' 29 O Abb. 10 Pseudofumaria lutea zusammen mit dem Braunen Streifenfarn, Asplenium trichomanes L., in einer Ziegelsteinmauer an der Bisschopsmolen in Maastricht, Niederlande, 19.06.2017



Der Gattungsname Pseudofumaria leitet sich ab von lat. "fumus" (= Rauch) und bezieht sich auf die Ähnlichkeit des Erscheinungsbildes mit Arten der Gattung Fumaria L., eine schon vorlinnäisch genutzte Bezeichnung für Erdrauchgewächse, deren Blütenspitze schwärzlich, wie angebrannt aussieht. Eine weitere Möglichkeit ist eine Benennung nach der filigranen Architektur der Pflanzen, ähnlich Ceratocapnos claviculata. Das Epitheton lutea stammt von lat. "luteus" (= gelb) und bezieht sich auf die Farbe der Blüten.

Der Gelbe Lerchensporn wird schon lange in der Gartenkultur genutzt, zumeist als Steingartenstaude oder im Blütenbeet. Es sind Pflanzen mit einer Blühphase, die oft bis zu den ersten kalten Nächten im Herbst dauert. Der Boden sollte neutral bis alkalisch sein, sowohl vollsonnige als auch halbschattige bis schattige Lagen werden vertragen. Die Pflanzen sind zwar recht kurzlebig, säen sich aber bereitwillig aus und können an guten Plätzen im Garten stabile Bestände bilden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Pseudofumaria lutea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/corydalis-lutea.html am Tg.Mo.Jahr.

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