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Cymbalaria muralis G. Gaertn., B. Mey. & Scherb.
Mauer-Zimbelkraut, Scophulariaceae - Braunwurzgewächse
               oder: Plantaginaceae - Wegerichgewächse
Ende Erstfrühlingsblüher, III–IX, 15–60 cm lang, immergrün, mehrjährig

Das Mauer-Zimbelkraut ist in Mitteleuropa häufig und siedelt überwiegend in Mauerritzen. Ursprünglich stammt es aus Südeuropa, ist mittlerweile aber fast in ganz Mitteleuropa eingebürgert. Bevorzugt werden warme, eher südlich exponierte Mauern besiedelt, wo es in den Ritzen lange feucht bleibt. Die schlaffen Stängel hängen dann meist nach unten und bilden an günstigen Stellen größere "Teppiche". Die Blätter sind kahl und herznierenförmig. Während der oft sehr langen Blütezeit vom Erstfrühling bis in den Herbst bilden sich immer neue, oft unscheinbare, weißlich violette Blüten. Die Früchte sind kugelige Kapseln, welche lichtabwendig in Spalten liegen.



Abb. 1 Cymbalaria muralis in einem Privatgarten auf Langeoog, meist blühen die Pflanzen ab Mai den gesamten Sommer über Abb. 2 Cymbalaria muralis an einer Backsteinmauer, Dorf Düssel, Bergisches Land, 164 m, 51° 15' 45 N, 07° 3' 23 O

Abb. 3 Cymbalaria muralis bildet an passenden Stellen, wie hier an der Rheinmauer Massenbestände, Düsseldorf-Kaiserswerth, 27 m, 51° 18' 05 N, 06° 43' 58 O Abb. 4 Die Samenkapseln von Cymbalaria muralis sind klein und meist lichtabwendig versteckt in Steinfugen, Privatgarten

Abb. 5 Auch hübsch sind die weißblütigen Sorten von Cymbalaria muralis, die ebenfalls fast die gesamte Saison über blühen, Privatgarten Abb. 6 Cymbalaria muralis in einer Natursteinmauer, Monschau, Eifel, 12.08.2012, 428 m, 50° 33' 07 N, 06° 14' 18 O

Abb. 7 Cymbalaria muralis, Mauer nahe der Russischen Kirche auf der Mathildenhöhe, Darmstadt, 21.06.2014, 182 m, 49° 52' 35 N, 08° 40' 00 O Abb. 8 Ausstellungsgebäude und Russische Kirche auf der Mathildenhöhe, Standort der Cymbalaria muralis, Darmstadt, 21.06.2014

Abb. 9 Cymbalaria muralis zusammen mit dem Braunen Streifenfarn, Asplenium trichomanes L., an einer Natursteinmauer in Monschau, Eifel, 12.08.2012, 428 m, 50° 33' 07 N, 06° 14' 18 O Abb. 10 Cymbalaria muralis zusammen mit dem Braunen Streifenfarn, Asplenium trichomanes L., an einer Natursteinmauer in Monschau, Eifel, 12.08.2012, 428 m, 50° 33' 07 N, 06° 14' 18 O

Abb. 11 Cymbalaria muralis an einer Kalksteinmauer in der Musikhochsule in Cagliari, Sardinien, 21.10.2016


Der Gattungsname Cymbalaria Hill ist griechischen Ursprungs, gr. "kymbos" (= Gefäß) und wurde übernommen in lat. "cymbalum" (= Zimbel, Schallbecken). Das Motiv ist die Ähnlichkeit der "rundlichen", in der Mitte "vertieften" Blätter einiger Zimbelkräuter mit dem Schlaginstrument Kymbalon = Zimbel. Auf den bevorzugten Standort der C. muralis verweist das Epitheton, lat. "muralis" (= Mauer).

Cymbalaria muralis ist ein hervorrgender Exot für die Bepflanzung von Mauern, Steingärten oder Yuccapflanzungen. Es gibt verschiedene Kulturformen mit rein weißen oder dunkel violetten Blüten. Idealerweise sind die Standorte leicht kalkhaltig oder neutral. Zur Etablierung in Mauerfugen oder in Steingarten genügt es oft, eine Pflanze im Topf an die gewünschte Stelle während der Blühphase (den Sommer über) zu stellen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich die Pflanze am Platz aussäen. Ein gutes Vorgehen, falls keine "Maurerarbeiten" möglich sind, um die Pflanze mit Wurzelballen an der gewünschten Stelle einzugraben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Cymbalaria muralis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cymbalaria-muralis.html am Tg.Mo.Jahr.

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