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Digitalis purpurea L.
Roter Fingerhut, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
Ende Frühsommerblüher, VI–VIII, 50–120 cm hoch, wintergrün, oft zweijährig, manchmal mehrjährig

Weit verbreiteter Sommerblüher, der gerne auf Waldlichtungen wächst. Saure Waldlichtungsfluren, Besenginster- und Gaspeldorngebüsche und Wegränder sind bevorzugte Standorte. Mit bis zu 120 cm Größe und dem unverzweigten, mit zahlreichen Einzelblüten besetzten Blütenstand ist Digitalis purpurea eine unübersehbare Pflanze. Typisch sind die auffälligen Flecken auf der Unterlippe der fingerhutförmigen Blüten, lat. "digitus" (= Finger). Die Farbe der Blüten reicht von rot über purpurrosa bis weiß und kann auch in einem Bestand von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich sein.


Abb. 1 Digitalis purpurea Blüte mit deutlich erkennbaren Flecken an der Unterlippe, Marscheider Wald, Wuppertal, 51° 14' 44 N, 07° 15' 40 O Abb. 2 Digitalis purpurea Pflanze, wechselständiges Blatt, Waldlichtung im Tal des Marscheider Baches, Wuppertal, 51° 15' 03 N, 07° 15' 25 O

Abb. 3 Digitalis purpurea am Wegesrand, Marscheider Wald, Wuppertal, 227 m, 51° 15' 00 N, 07° 15' 37 O Abb. 4 Digitalis purpurea, durch Baumfall aufgelassener Boden begünstigt die Keimung, Schwarzes Wasser, Wesel, Niederrhein, 51° 41' 46 N, 06° 34' 55 O

Abb. 5 Ausgedehnter Bestand von Digitalis purpurea auf einer Lichtung beim Schwarzes Wasser, Wesel, Niederrhein, 51° 41' 39 N, 06° 15' 25 O Abb. 6 Digitalis purpurea Bestand, Lichtung im Marscheider Wald, Wuppertal, 230 m, 51° 14' 58 N, 07° 15' 36 O


Der Gattungsname bezieht sich auf die fingerhutförmigen Blüten, lat. "digitus" (= Finger). Das Epitheton purpurea stammt von lat. "purpureus" (= purpurfarben) und beschreibt die Farbe der Blüten.

Im Garten lässt sich Digitalis purpurea einfach kultivieren. Ein sonniger bis halbschattiger Platz mit leicht saurem Boden ist ideal. Leichtes Anfrischen des Bodens nach der Fruchtung fördert die Keimung direkt am Ort. In der Natur tritt D. purpurea ja auch gerne an Stellen mit frisch aufgelassenem Boden auf, beispielsweise durch Rodung oder Baumfall .

Als Heilpflanze hat der Fingerhut auch heute noch seine Bedeutung. Es werden bevorzugt gereinigte und standardisierte Extrakte verwendet. Wirkstoffe sind die Digitalisglykoside Digoxin und Digitoxin. Anwendungsgebiete sind Herzschwäche und arrhythmische Störungen. Heute werden Digitalispräparate aber nur noch selten neu verordnet, da die unerwünschten Arzneimittelwirkungen durch Überdosierung schwerwiegend sein können und nur gelegentlich ein ausgewogenes Nutzen-Risiko-Verhältnis besteht.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Digitalis purpurea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/digitalis-purpurea.html am Tg.Mo.Jahr.

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