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Eranthis hyemalis (L.) Salisb.
Südeuropäischer Winterling, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Winter-, Vorfrühlingblüher, II–IV, 5–20 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Der Südeuropäische Winterling ist ein eingebürgerter Exot aus dem Süden und Osten Europas. Als echter Winterblüher ist Eranthis hyemalis ein unverzichtbarer Bestandteil des Exotengartens und wird schon seit dem Mittelalter in Mitteleuropa kultiviert. Heutige Bestände sind verwilderte Populationen oder alte Kulturbestände in Parks und Botanischen Garten.

Noch vor den Blättern erscheinen ab Spätwinter die gelben Blüten auf einzelnen Stängeln. Jede Blüte besitzt 6(–10) Perigon-Blätter (Perigon, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen, ähnlich Anemone nemorosa) und handförmig geteilte, grüne Hochblätter. Typischerweise erkennt man neben den zahlreichen Staubblättern trichterförmige Nektarblätter, die bei warmer Witterung eines der ersten Anflugziele für nektarsammelnde Insekten sind. Grundständig sitzen die echten Blätter, welche ebenfalls handförmig geteilt sind, aber erst nach dem Aufblühen erscheinen. Die Früchte bilden sich rasch nach dem Verblühen. Eranthis hyemalis überdauert die Vegetationsruhe in einem knolligen Rhizom.


Abb. 1 Eranthis hyemalis Blühbeginn Ende Februar, bei milden Witterung sogar deutlich früher. Die Hochblätter entfalten sich gerade, Privatgarten Abb. 2 Winterliche Blüte der Eranthis hyemalis mit den trichterförmigen Nektarblättern und 6 Perigonbätern, Privatgarten

Abb. 3 Bestand des Eranthis hyemalis im Japanischen Garten, Leverkusen, 12.02.2014 Abb. 4 Eranthis hyemalis im Februar-Schnee, gut erkennbar die grünen, noch eingerollten Hochblätter, Privatgarten

Abb. 5 Eranthis hyemalis Bestand im Frankfurter (Main) Botanischen Garten, 110 m, 50° 07' 34 N 08° 39' 28 O Abb. 6 Eranthis hyemalis Früchte im Botanischen Garten Freiburg, 264 m, 48° 00' 34 N, 07° 51' 32 O

Abb. 7 Die grundständigen Blätter von Eranthis hyemalis, wie Abb. 5 im Botanischen Garten Freiburg, 264 m, 48° 00' 34 N, 07° 51' 32 O Abb. 8 Bestand des Eranthis hyemalis an einem kalten Morgen im Japanischen Garten, Leverkusen, 12.02.2014


Der Gattungsname Eranthis Salisb. stammt aus dem Griechischen und ist zusammengesetzt aus gr. "er" (= Frühling) und gr. "anthos" (= Blume). Das Epitheton ist lateinischen Ursprungs und bedeutet lat. "hiemalis" (= winterlich). Das lat. "hiemis" (= Winter) ist übrigens verwandt mit dem altindischen "himah" (= Schnee), welches sich im Namen Himalaya wiederfindet.

Eranthis hyemalis ist hervorragend geeignet für schwierige Stellen im Garten und kann in der kalten Jahreszeit, wenn kaum andere Pflanzen blühen, etwas vor dem Zeitpunkt der Krokusblüte, reichlich Farbe in den Garten zaubern. Der Standort darf in Gehölzpflanzungen liegen, in Wäldern, Parks, unter Bäumen, im Rasen oder verstreut im Staudenbeet. Ansprüche stellt der Südeuropäische Winterling nur wenige.


Abb. 9 Blüten von Eranthis hyemalis im Japanischen Garten, Leverkusen, 12.02.2014 Abb. 10 Bestand des Eranthis hyemalis im Japanischen Garten, Leverkusen, 12.02.2014

Abb. 11 Bestand von Eranthis hyemalis im Botanischen Garten, Düsseldorf, 16.02.2014 Abb. 12 Hübscher, teppichförmiger Bestand von Eranthis hyemalis in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, Niederrhein, 22.02.2014


Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Eranthis hyemalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/eranthis-hyemalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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