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Erica L.
Heiden, Heidekräuter, Ericaceae - Heidekrautgewächse

Gattung mit etwa 800–1.100 Arten, die überwiegend in Afrika und Eurasien vorkommen und mit etwa 20 Arten in Europa vertreten ist. Es sind immergrüne Sträucher oder kleine Bäume mit Laubblättern, die in Wirteln stehen und zumeist linear, schmal lanzettlich bis nadelförmig sind. Die Blütenkronen sind meist verwachsen, glocken- oder röhrenförmig. Nach der Blüte sind die Kronblätter meist persistierend. Überwiegend finden sich 4 Kelchblätter, gelegentlich 1–5. Meist finden sich 8 Staubfäden, selten 4–10, immer in gerader Zahl. Später bilden sich kleine Steinfrüchte.

Der Gattungsname Erica L. ist aus dem Griechischen transkribiert, gr. "ereike" (= Heidekraut).

Erica arborea L., die mediterrane Baumheide, wird 1–4 m hoch, selten bis 15 m. Sie bildet die typische Strauchschicht der Macchie zusammen mit dem Erdbeerbraum, Arbutus unedo L. und anderen strauchförmigen Arten. Grenzwertig winterhart in Z 8.

Erica australis L., die Spanische Heide, ist ein Strauch bis 2 m Höhe von der iberischen Halbinsel und Nordafrika. Die Art besiedelt vorzugsweise saure Standorte und ist gekennzeichnet durch glockenförmige, purpurfarbene Blüten und nadelartige Laubblätter. Die Winterhärte reicht kaum für Mitteleuropa.

Erica carnea L., die Schnee-Heide, ist eine mittel-südeuropäische Art, die bevorzgt auf Kalk vorkommt und niederliegend bis aufsteigend wächst und bis 30 cm hoch wird. Die Laubblätter stehen in 4-zähligen Quirlen. Der Blütenstand ist eine Traube, meist einseitswendig, bis 10 cm lang, mit fleischfarbenen Kronen. Es existieren zahllose Sorten mit unterschiedlichen Blättern und Blüten.

Erica lusitanica Rudolphi, die Portugiesische Heide, stammt aus Westeuropa (Portugal bis Südfrankreich). Sie wächst meist aufsteigend bis aufrecht, bis 2 m Höhe. Die Laubblätter sind nadelförmig. Die Blüten stehen einzeln oder in kleinen Büscheln, sind weiß bis hellrosa und erscheinen je nach Witterung im Winter bis Frühling. In Mitteleuropa allenfalls an sehr geschützter Stelle in Z 8 winterhart; besser Kübelhaltung.

Erica manipuliflora Salisb., die Honig-Heide, stammt aus dem ostmediterranen Raum, wo die Pflanzen in der Garrigue, lichten Hartlaubwäldern, Felshabitaten und auf gestörten Flächen wachsen. Sie sind niederliegend bis aufsteigend, werden bis 80 cm hoch, haben nadelförmige Laubblätter in Quirlen zu 3–4 und blühen im Herbst mit rosafarbenen, glockenförmigen Blüten, die dunkel purpurfarbene Staubfäden und weiße Griffel aufweisen. Es ist eine der wenigen Ericae, die duften. Die Winterhärte dürfte für Z 8 ausreichend sein.

Erica multiflora L., die Vielblütige Heide, stammt aus dem west- und zentralmediterranen Raum bis Jugoslawien. Es sind aufrechte, kahle Sträucher bis 250 cm Höhe mit nadelförmigern Laubblättern in Quirlen zu 4–5. Die Blütenstände sind terminal, dicht mit leuchtend rosaroten, 4–5 mm langen Blüten besetzt. Die Staubbeutel ragen aus der Krone heraus. In Mitteleuropa allenfalls an sehr geschützter Stelle in Z 8 winterhart; besser Kübelhaltung.

Erica scoparia L., die Besen-Heide, stammt aus dem westmediterranen Raum und Kanaren, wo die Pflanzen in der Macchie und den Lorbeerwäldern wachsen. Es sind aufsteigende bis aufrechte Sträucher, 1–6 m hoch, mit schlanken, kahlen, rutenförmigen Zweigen. Die Laublätter sind nadelförmig, 4–7 mm lang, in regelmäßigen Reigen in Quirlen zu 3–4. Die Blüten sind grünlich und mehr oder weniger rot tingiert, bis 3 mm lang, mit in die Krone eingeschlossenen Staubbeuteln. Winterhärte dürfte für Z 8 ausreichend sein.

Erica tetralix L, die Glocken-Heide, ist eine europäische Art, die Moore, Heiden, lichte Strauchgesellschaften und feuchte Gebüsche besiedelt. Die Pflanzen werden bis 50 cm hoch und haben rosafarbene, glockenförmge Kronen.

Erica umbellata L., die Dolden-Heide, stammt von der iberischen Halbinsel und Nordafrika. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf sandigen, kiesigen, nährstoffarmen, sauren und gestörten Standorten von Meereshöhe bis auf 1.300 m über NN. Die Pflanzen werden bis 1 m hoch, sind niederliegend bis aufsteigend. Die Laubblätter sind nadelförmig und stehen zu 3 in Quirlen. Die Blüten erscheinen terminal zu 3–6, sind glocken- bis eiförmig und rosafarben. Winterhärte dürfte für Z 7b ausreichend sein.

Abb. 1 Erica arborea am Tour de Massane bei La Vall, Pyrenäen, Südfrankreich, 06.10.2005, 736 m, 42° 30' 01 N, 03° 01' 35 O Abb. 2 Die fleischfarbenen, einseitswendigen Blütenstände der Erica carnea in einem Privatgarten, 25.04.2009

Abb. 3 Erica australis in einer Felsritze in den Pedra Amarela in der Serra de Peninha, Westportugal, 339 m, 38° 45' 37 N, 09° 26' 08 W, 17.10.2005 Abb. 4 Erica australis in bodensaurer Garrigue in den Pedra Amarela in der Serra de Peninha, Westportugal, 311 m, 38° 45' 22 N, 09° 26' 12 W, 17.10.2005

Abb. 5 Blüten und Laublätter der Erica australis in einem Privatgarten, 30.08.2003 Abb. 6 Blüten und Laublätter der Erica lusitanica in einem Privatgarten, 30.08.2003

Abb. 7 Blühende Zweige der Erica manipuliflora in der Macchie am Vidova Gora auf der Insel Brac, Kroatien, 670 m, 43° 17' 51 N, 16° 36' 01 O, 13.10.2012 Abb. 8 Blühender Strauch der Erica manipuliflora am Felsbogen Kolac auf der Insel Brac, Kroatien, 378 m, 43° 19' 16 N, 16° 33' 17 O, 14.10.2012

Abb. 9 Glockenförmige Blüten der Erica manipuliflora in der Macchie am Vidova Gora auf der Insel Brac, Kroatien, 670 m, 43° 17' 51 N, 16° 36' 01 O, 13.10.2012 Abb. 10 Nach einem Brand rasch regenerierende Erica multiflora an der Punta de Namer, Mallorca, Spanien, 20 m, 39° 35' 02 N, 03° 23' 10 O, 24.09.2007

Abb. 11 Dicht stehende Blüten bei Erica multiflora, oberhalb von Sa Foradada, Mallorca, 225 m, 39° 44' 55 N, 02° 37' 40 O, 29.07.2003 Abb. 12 Terminale Blütenstände der Erica multiflora an der Punta de Namer, Mallorca, Spanien, 20 m, 39° 35' 10 N, 03° 23' 21 O, 24.09.2007

Abb. 13 Strauch der Erica scoparia im Pinus-pinea-Wald in der Coto de Donana, Südspanien, 16.10.2010, 50 m, 37° 02' 46 N, 06° 37' 40 W Abb. 14 Rutenförmige Zweige von Erica scoparia in der Coto de Donana, Südspanien, 16.10.2010, 48 m, 37° 02' 45 N, 06° 37' 33 W

Abb. 15 Zweige und alte Blütenstände bei Erica multiflora, Coto de Donana, Südspanien, 16.10.2010, 48 m, 37° 02' 45 N, 06° 37' 33 W Abb. 16 Zweige von Erica multiflora, an der Laguna del Jaral, Coto de Donana, Südspanien, 16.10.2010, 31 m, 37° 03' 00 N, 06° 37' 36 W

Abb. 17 Pflanzen der Erica umbellata in einer Felswand im Tal des Rio Odiel nahe der N-435, Süd-Spanien, 27.03.2008, 189 m, 37° 43' 26 N, 06° 42' 32 W Abb. 18 Blüten von Erica umbellata, im Tal des Rio Odiel nahe der N-435, Süd-Spanien, 27.03.2008, 189 m, 37° 43' 26 N, 06° 42' 32 W


Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Erica arborea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/erica-arborea.html am Tg.Mo.Jahr.

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