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Erica tetralix L.
  synonym: Ericoides tetralix (L.) Kuntze
Glockenheide, Ericaceae - Heidekrautgewächse
Frühsommerblüher, VI–VII, 15–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Glockenheide tritt m Nordwesten von Mitteleuropa verbreitet aus, ansonsten selten bis zerstreut mit großen Lücken. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedelt sie an bodensauren Standorten wie Moore, Heiden, lcihte Struachgesellschaften und feuchte Gebüsche. Durch Trockenlegung von Mooren und Feuchtheiden, deren Umwandlung in Ackerland, Aufforstung oder Verbuschung ist Erica tetralix relativ stark in ihrem Bestand zurück gegangen und man findet umfangreiche Bestände überwiegend nur noch in Naturschutzgebieten. Die Pflanzen sind immergrün, aufrecht wachsend und am Grunde verzweigt. Die Laubblätter sind lienal, bläulich-grau und steifhaarig bewimpert. Die Blütenstände stehen kopfig an den Enden der Sprossachsen. Die Krone ist rosa, mit darin verborgenen Staubblättern.


Abb. 1 Behaarte Zweige und Blätter von Erica tetralix, an einem Kolk (Moortümpel) bei Neusustrum, Emsland, 15 m, 52° 52' 54 N, 07° 13' 47 O Abb. 2 Individuenreicher Bestand der Erica tetralix im Moorgebiet Bargerveen, Niederlande, 17 m, 52° 40' 39 N, 07° 01' 51 O

Abb. 3 Hübscher Bestand der Erica tetralix am Rande eines Heideweihers im Naturpark De Meinweg, Niederlande, 12.07.2014, 56 m, 51° 10' 50 N, 06° 07' 24 O Abb. 4 Die leicht rosa Färbung der Landschaft stammt von einem Massenbestand der Erica tetralix im Esterweger Moor, 17.07.2015, 12 m, 53° 00' 37 N, 07° 38' 20 O

Abb. 5 Kopfig doldiger Blütenstand Erica tetralix, wie Abb. 2, Bargerveen, Niederlande, 17 m, 52° 40' 39 N, 07° 01' 51 O Abb. 6 Gegen Ende der Blütezeit von Erica tetralix, Tinner Dose, Emsland, 21 m, 52° 48' 05 N, 07° 21' 48 O

Abb. 7 Große Exemplare der Erica tetralix in der Esterweger Dose, 10.07.2015, 8 m, 53° 01' 07 N, 07° 38' 44 O Abb. 8 Erica tetralix auf einer bodensauren Offenfläche im Oberfeldbachtal, Remscheid, 10.06.2017, 273 m, 51° 10' 47 N, 07° 17' 57 O


Erica tetralix besitzt gut von anderen Ericaceae unterscheidbare, rosa, eiförmig "glockenartige" Blüten in kopfig doldigen Blütenständen. Im Gegensatz zu anderen Erica-Arten und zu Calluna vulgaris (L.) Hull. hat sie als einzige keine kahlen, sondern steifhaarige Blätter.

Der Gattungsname Erica L. ist aus dem Griechischen transkribiert, gr. "ereike" (= Heidekraut). Das Epitheton tetralix ist ebenfalls griechischen Ursprungs und setzt sich zusammen aus gr. "tetra" (= vier) und gr. "helix" (= Windung); wahrscheinlich bezieht sich das auf die zu (dritt oder) viert in Quirlen stehenden Blätter.

Abb. 9 Erica tetralix in der Esterweger Dose, 10.07.2015, 8 m, 53° 01' 07 N, 07° 38' 44 O Abb. 10 Kopfige Blütenstände der Erica tetralix, Esterweger Moor, 10.07.2015, 8 m, 53° 01' 07 N, 07° 38' 44 O

Abb. 11 Der Beinrech, Narthecium ossifragum (L.) Huds., zusammen mit Erica tetralix an einem Moorweiher in der Hildener Heide bei Düsseldorf, 07.07.2015, 86 m, 51° 10' 58 N, 06° 57' 53 O Abb. 12 Erica tetralix zusammen mit der Schwarzen Krähenbeere, Empetrum nigrum L., in einer bodensauren Kriechweidenflur auf Langeoog, 26.07.2017, 0 m, 53° 44' 53 N, 07° 30' 13 O


Wie andere Heidearten auch ist Erica tetralix gut geeignet für den Garten. Es gibt vielfältige Sorten, die im Steingarten, Heideformation, Moorbeeten oder auch Exotengärten ihren Platz finden. Als Zwergstrauch ist im Vordergrund der Pflanzung ein idealer Platz. Der Boden sollte neutral bis sauer sein und nicht allzu trocken, gleichwohl es ein Heidekrautgewächs ist.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Erica tetralix. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/erica-tetralix.html am Tg.Mo.Jahr.

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