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Eriophorum angustifolium Honck.
  synonym: Eriophorum polystachyon L. p. p.
Schmalblättriges Wollgras, Cyperaceae - Zypergrasgewächse
Ende Erstfrühlingblüher, IV–VI, 15–60(–90) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Schmalblättrige Wollgras tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, in den mitteldeutschen Trockengebirgen selten. Das Verbreitungsgebiet ist zirkumpolar. Bevorzugt werden Moore, Bruchwälder, Wiesen und Ufer besiedelt. Unter den Wollgräsern gehört es zu den Ausläufer bildenden. Die Stängel sind rund, unterhalb des Blütenstandes schwach 3-kantig, Die Laubblätter sind linealisch, rinnig, gekielt und eine lange, 3-kantige Spitze verschmälert. Zur Blütezeit finden sich 3–6(–8) Ährchen, die sitzend oder lang gestielt sein können und die typischen Wollschöpfe bilden.


Abb. 1 Wollschöpfe des Eriophorum angustifolium am Schwarzen Wasser, Wesel, 22.09.2012, 30 m, 51° 41' 43 N 06° 34' 41 O Abb. 2 Bestand des Eriophorum angustifolium in der Wahner Heide, Troisdorf, 30.06.2013, 89 m, 50° 52' 16 N 07° 09' 48 O

Abb. 3 Bestand des Eriophorum angustifolium in der Wahner Heide, Troisdorf, 30.06.2013, 89 m, 50° 52' 16 N 07° 09' 49 O Abb. 4 Mehrere Wollschöpfe je Stängel beim Eriophorum angustifolium, Venner Moor, Münsterland, 06.05.2020, 61 m, 51° 51' 40 N, 07° 32' 17 O

Abb. 5 Eriophorum angustifolium am Moorweiher 'Rolvennen' im Naturpark De Meinweg, Niederlande, 01.06.2013, 43 m, 51° 10' 15 N, 06° 06' 30 O Abb. 6 Einjährige Jungpflanze im 0,5L-Topf mit Ausläufern, Eriophorum angustifolium, 31.07.2014


Das Schmalblättrige Wollgras bildet lange Ausläufer, die Ähren stehen zu mehreren je Stängel. Am selben Standort tritt oft das Scheiden-Wollgras, Eriophorum vaginatum L., auf, welches pro Stängel jedoch nur ein Ährchen trägt und daher gut unterscheidbar ist. Es bevorzugt eher die trockeneren Standorte, beispielsweise auf den Bulten. Das E. angustifolium hingegen ist eher auf nasseren Bereichen anzutreffen, gerne in den Schlenken, wo es sich über die Ausläufer rasch ausbreiten kann.

Der Gattungsname Eriophorum L. leitet sich ab von gr. "erion" (= Wolle) und gr. "phoros" (= -tragend) und beschreibt gut die Wollschöpfe der Gattung, die aus fädigen Fortsätzen der Blütenhülle bestehen, mit der späteren Frucht verbunden bleiben und mit dieser dann abfallen. Das Epitheton angustifolium besteht aus lat. "angustus" (= schmal) und lat. "-folius" (= -blättrig) und beschreibt die schmalen Blätter der Art.

Eriophorum angustifolium ist immergrün, verträgt feuchte Böden und stehendes Wasser, kann als Begleitpflanzung von Gewässern genutzt werden und dekoriert mit seinen prächtigen Wollschöpfen den Garten. Wichtig ist, kalkarme Bedinungen am Pflanzort zu schaffen. Darüber hinaus sind die Gräser ausgesprochen anspruchslos. Soll die Ausbreitung über Ausläufer verhindert werden, ist eine Rhizomsperre anzuraten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Eriophorum angustifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/eriophorum-angustifolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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