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Eriophorum vaginatum L.
Scheiden-Wollgras, Cyperaceae - Zypergrasgewächse
Beginn Erstfrühlingblüher, III–V, 30–80 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Scheiden-Wollgras ist in Mitteleuropa relativ selten, da sein Naturstandort, die Moore und Bruchwälder, in weiten Teilen vernichtet sind. Dort wo noch (Rest-)Moore, Randsümpfe oder Bruchwälder existieren, tritt es mäßig häufig auf. Unter den Wollgräsern gehört es zu den Horste bildenden, die keine Ausläufer machen. Die Stängel sind rund, die Blätter borstenförmig, rinnig bis dreikantig. Zur Blütezeit findet sich nur ein Ährchen pro Stängel, das die typischen Wollschöpfe bildet.



Abb. 1 Jeweils ein Wollschopf pro Stängel beim Eriophorum vaginatum, Venner Moor, Münsterland, 04.05.2014, 61 m, 51° 51' 40 N, 07° 32' 17 O Abb. 2 Bestand des Eriophorum vaginatum in wiedervernässenden Bereichen des Venner Moors, Münsterland, 04.05.2014, 61 m, 51° 51' 41 N, 07° 32' 17 O

Abb. 3 Das Eriophorum vaginatum wächst in dichten Horsten, Venner Moor, Münsterland, 04.05.2014, 61 m, 51° 51' 39 N, 07° 32' 18 O Abb. 4 Wollschopf des Eriophorum vaginatum im Esterweger Moor, 10.07.2015, 7 m, 53° 01' 10 N, 07° 38' 40 O

Abb. 5 Einzeln stehende Wollschöpfe pro Stängel beim Eriophorum vaginatum, Venner Moor, Münsterland, 04.05.2014, 61 m, 51° 51' 40 N, 07° 32' 15 O Abb. 6 Horste des Eriophorum vaginatum, Venner Moor, Münsterland, 04.05.2014, 61 m, 51° 51' 42 N, 07° 32' 17 O


Die Abgrenzung des Eriophorum vaginatum von anderen Wollgräsern kann sich manchmal schwierig gestalten, besonders dort, wo die Bestände nicht direkt erreichbar sind und/oder unter Schutz stehen. Manchmal ist dann nur eine "provisorische Fernbestimmung" möglich. Das Scheiden-Wollgras bildet keine Ausläufer, sondern wächst in dichten Horsten und es siedelt eher auf trockeneren Standorten, beispielsweise auf den Bulten. Die Ährchen stehen einzeln je Stängel, ein Merkmal welches es gut unterscheidbar vom am selben Standort gedeihenden Schmalblättrigen Wollgras, Eriophorum angustifolium Honck., macht. Das E. angustifolium ist eher in nasseren Bereichen anzutreffen, gerne in den Schlenken, wo es sich über die Ausläufer rasch ausbreiten kann.

Der Gattungsname Eriophorum L. leitet sich ab von gr. "erion" (= Wolle) und gr. "phoros" (= -tragend) und beschreibt gut die Wollschöpfe der Gattung, die aus fädigen Fortsätzen der Blütenhülle bestehen, mit der späteren Frucht verbunden bleiben und mit dieser dann abfallen. Das Epitheton vaginatum besteht aus lat. "vaginatus" (= Scheiden-) und beschreibt die aufgeblasenen Laubblattscheiden der Art, die an die Scheide des römischen Kurzschwertes erinnern (= Vagina).


Abb. 7 Bestand des Eriophorum vaginatum, Venner Moor, Münsterland, 04.05.2014, 61 m, 51° 51' 40 N, 07° 32' 17 O Abb. 8 Bestand des Eriophorum vaginatum im Esterweger Moor, 10.07.2015, 9 m, 53° 01' 05 N, 07° 38' 56 O

Abb. 9 Dekorativer Bestand des Eriophorum vaginatum im Esterweger Moor, 10.07.2015, 8 m, 53° 01' 05 N, 07° 38' 51 O Abb. 10 Massenbestand der Moorlilie, Narthecium ossifragum (L.) Huds., zusammen mit dem Scheiden-Wollgras an einem Moorweiher in der Hildener Heide bei Düsseldorf, 07.07.2015, 86 m, 51° 10' 58 N, 06° 57' 53 O


Eriophorum vaginatum ist immergrün, verträgt feuchte Böden und stehendes Wasser, kann als Begleitpflanzung von Gewässern genutzt werden und dekoriert mit seinen prächtigen Wollschöpfen den Garten. Wichtig ist, kalkarme Bedinungen am Pflanzort zu haben, ansonsten sind die Gräser ausgesprochen anspruchslos.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Eriophorum vaginatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/eriophorum-vaginatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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