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Euonymus europaeus L.
Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Europäischer Spindelstrauch, Celastraceae - Spindelbaumgewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VII, 1,5–3(–6) m hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Gewöhnliche Pfaffenhütchen ist in Mitteleuropa häufig und besiedelt gerne Hartholz-Auenwälder, Buchenwälder, Mischwälder, Schlehengebüsche und entlang von unbefestigten Wegen. Es sind laubabwerfende Sträucher oder kleinere Bäume, deren junge Zweige typischerweise geflügelt sind, meist mit vier, gelegentlich zwei, anfangs weißen, später bräunlichen Korkleisten. Ältere Äste und Stämme sind ohne Leisten mit grau-brauner, längs gefurchter Borke. Die Blätter sind gestielt gegenständig, lanzettlich und leicht gesägt. Die Blüten stehen zu 2–6, haben vier weiße bis gelblich-grüne, kreuzförmig stehende Kronblätter und sind gestielt. Besonders auffällig sind die leuchtend roten oder rosa, vierkantigen Früchte, die bei Reife aufspringen und die orangerosa Samen freigeben.


Abb. 1 Kaspelfrüchte mit Samen, die sich durch einen orangefarbenen Samenmantel zeigen, Euonymus europaeus in der Wahner Heide bei Troisdorf-Altenrath, 26.10.2014, 107 m, 50° 51' 30 N 07° 11' 03 O Abb. 2 Blühender Euonymus europaeus an einem Feldweg in den Siegauen bei Troisdorf-Bergheim, 01.05.2014, 53 m, 50° 46' 21 N 07° 07' 04 O

Abb. 3 Blüten und Blätter des Euonymus europaeus im Eller-Forst, Düsseldorf, 53 m, 51° 12' 12 N, 06° 52' 23 O Abb. 4 Kräftiger Fruchtbehang eines Euonymus europaeus in der Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 25.10.2014, 39 m, 51° 08' 39 N 06° 52' 32 O

Abb. 5 Blüten und Blätter des Euonymus europaeus, Siegauen bei Troisdorf-Bergheim, wie Abb. 2, 01.05.2014, 53 m, 50° 46' 21 N 07° 07' 04 O Abb. 6 Vier Korkleisten an den jungen Zweigen des Euonymus europaeus, Wahner Heide bei Troisdorf-Altenrath, 26.10.2014, 107 m, 50° 51' 30 N 07° 11' 03 O

Abb. 7 Kaspelfrucht mit anhängendem Samen, orangefarbener Arillus (Samenmantel), Euonymus europaeus in der Wahner Heide bei Troisdorf-Altenrath, 26.10.2014, 107 m, 50° 51' 30 N 07° 11' 03 O Abb. 8 Blüten und Blätter des Euonymus europaeus am Jakobsberg, Teutoburger Wald, 08.06.2013, 187 m, 52° 01' 55 N, 08° 24' 44 O

Abb. 9 Noch unreife Kaspelfrüchte mit den 4 Kammern des Euonymus europaeus, Arboretum Burgholz, Wuppertal, 17.08.2014, 241 m, 51° 12' 29 N 07° 06' 55 O Abb. 10 Rot leuchtende Kaspelfrüchte des Euonymus europaeus im Winter bei Heiligenhaus, 28.12.2014, 142 m, 51° 20' 21 N, 06° 59' 52 O

Abb. 11 Kaspelfrüchte des Euonymus europaeus am Wegesrand oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 75 m, 43° 09' 27 N, 17° 36' 35 O Abb. 12 Laubblätter von Euonymus europaeus am Wegesrand oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 75 m, 43° 09' 27 N, 17° 36' 35 O

Abb. 13 Reichlich fruchtender Strauch des Euonymus europaeus am Ufer der Agger bei Loope, 01.11.2016, 112 m, 50° 58' 44 N, 07° 20' 43 O


Die Abgrenzung der Euonymus europaeus von Euonymus latifolius (L.) Mill.ist recht einfach, da Letzterer ohne Korkleisten ist und die Blüten meist fünf Kronblätter haben.

Nicht gesichert ist das Benennungsmotiv des Gattungsnamens Euonymus L. Er leitet sich ab von gr. "eu" (= schön) und gr. "onoma" (= Name) und bedeutet "von gutem Rufe". Möglicherweise ist es eine euphemistische Benennung - die Pflanzen sind ja giftig; möglicherweise ist es auch eine deskriptive Symbolik. Das Epitheton europaeus beschreibt das Verbreitungsgebiet. Euonymus wird teilweise noch weiblich gebeugt, da es sich um Bäume handelt. Nach dem ICBN ist festgelegt, dass die Deklination männlich sein sollte. Der deutsche Name Spindelstrauch soll daher stammen, dass das Holz früher zur Herstellung der Webspindeln und anderweitig handwerklich genutzt wurde.

Euonymus europaeus wird schon lange als Gartenpflanze kultiviert. Es gibt Sorten mit besonderen Blattfärbungen, speziell beim Herbstlaub. Die Früchte im Herbst wirken sehr dekorativ und bringe Farbe in den Garten während der kalten Jahreszeit. Ebenso attraktiv sind die Korkleisten, die fast schon "exotisch anmutende Effekte" mit sich bringen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Euonymus europaeus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/euonymus-europaeus.html am Tg.Mo.Jahr.

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