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Euphorbia seguieriana Neck.
  synonym: Euphorbia gerardiana Jacq.
                 Galarhoeus seguierianus (Neck.) Prokh.
                 Tithymalus seguierana (Neck.) Prokh.
                 Tithymalus seguierianus (Neck.) Prokh.
Steppen-Wolfsmilch, Euphorbiaceae - Euphorbiengewächse
Beginn Frühsommerblüher, IV–IX, 15–60 cm hoch, (halb-)immergrün, mehrjährig

Die Steppen-Wolfsmilch ist in Mitteleuropa zertreut bis selten, mit einem Hauptverbreitungsgebiet entlang der Rheinschiene und sonst wenigen Fundorten auf Trocken- und Halbtrockenrasen, sandigen oder basen- und kalkreichen Wärmestandorten. Im nördlichen Flachland fehlt sie fast ganz. In Österreich tritt die Art zerstreut auf, mit Schwerpunkt im östlichen und südlichen Land. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Die Pflanzen bilden eine Rübenwurzel mit zahlreichen aufsteigenden oder aufrechten Sprossachsen. Diese tragen 3–6 mm breite, blau-grüne, bis 3 cm lange, kahle, linealische bis länglich-lanzettliche, zugespitzte, wechselständige Laubblätter. Die Blütenstände sind endständige, zahlreich-strahlige Scheindolden mit nur wenigen oder fehlenden seitlichen Teilblütenständen. Die Drüsen des Hüllbechers (Nektardrüsen) sind quer-elliptisch bis bohnenförmig, ohne Spitzen. Die Hochblätter sind breit 3-eckig und zugespitzt. Die Fruchtkapseln sind kahl und fein punktiert.


Abb. 1 Pflanze der Euphorbia seguieriana im NSG Dulbaum bei Alsbach, welches ein trockener Standort mit subpannonischem Trockenrasen ist. Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26 O Abb. 2 Männliche Staubfäden der Euphorbia seguieriana, NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26 O

Abb. 3 Orangegelbe, abgerundete, oval-bohnenförmige Nektardrüsen, männliche Staubfäden und weiblicher Fruchtknoten mit anschwellender Frucht bei Euphorbia seguieriana, NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26 O Abb. 4 Blau-grüne, lineal-lanzettliche Laubblätter der Euphorbia seguieriana, NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26 O

Abb. 5 Muscari neglectum Guss. ex Ten. zusammen mit neu austreibender Euphorbia seguieriana in einem Felssteppenrasen am Thenau-Riegel bei Breitenbrunn, Neusiedlersee, Burgenland, Österreich, 04.04.2017, 164 m, 47° 56' 13 N, 16° 43' 20 O Abb. 6 Blühende der Euphorbia seguieriana auf einem Felsband oberhalb von Altvogstburg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 390 m, 48° 05' 14 N, 07° 41' 28 O

Abb. 7 Laubblätter der Euphorbia seguieriana auf einem Felsband oberhalb von Altvogstburg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 390 m, 48° 05' 14 N, 07° 41' 28 O Abb. 8 Blühende der Euphorbia seguieriana in einem Halbtrockenrasen auf dem Badberg, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 379 m, 48° 05' 53 N, 07° 41' 07 O


Wahrscheinlich geht der Gattungsname Euphorbia L. auf den um Christi-Geburt lebenden, mauretanischen König Juba II. zurück, der Harz und Pflanzen der Euphorbien, wahrscheinlich der E. mauritanica L., nach seinem Leibarzt Euphorbos benannte. Das Artepitheton seguieriana wurde zu Ehren des französischen Archäologen und Botanikers Jean François Séguier (1703–1784) etabliert.

Die Steppen-Wolfsmilch ist eine gut winterharte Euphorbie für den sonnigen Standort. Ideal sind warme und trockene Plätze im Steingarten, Alpinum oder der Yuccapflanzung, am besten mit kalkhaltigem, lockerem Boden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Euphorbia seguieriana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/euphorbia-seguieriana.html am Tg.Mo.Jahr.

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