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Fagopyrum esculentum Moench
Echter Buchweizen, Heidenkorn, Polygonaceae - Knöterichgewächse
Frühling-Sommerblüher, V–X, 15–60 cm hoch, einjährig

Der Echte Buchweizen stammt ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum, wahrscheinlich China, und wurde schon vor der Entdeckung Amerikas in Mitteleuropa eingeführt (Archeophyt). Seit dem 13. Jahrhundert werden die Pflanzen hier landwirtschaftlich kultiviert. Buchweizen-Bestände entstehen meist adventiv an Ackerbauflächen oder durch Verteilung von Saat. Selten und unbeständig tritt er daher in Acker-Beikrautfluren, an Wegesrändern oder Brachflächen auf. Da der Buchweizen einjährig ist, nicht sehr konkurrenzstark und die Pflanzen empfindlich auf schon leichte Fröste reagieren, kollabieren die Populationen meist nach kurzer Zeit.

Fagopyrum esculentum wächst aufrecht, die Stängel sind grün, später rötlich. Die Blätter sind herz- bis spießförmig, in den unteren Pflanzenabschnitten deutlich gestielt, in den oberen fast sitzend. Die Blütenstände sind dichtblütige, kurze Scheintrauben, die an den Sprossenden mehr oder weniger schirmrispig zusammen gedrängt sind. Einzelblüten sind rötlich-weiß und gestreift, erscheinen über einen sehr langen Zeitraum, vom späten Frühling bis in den Spätsommer oder bei warmer Witterung auch bis in den Herbst hinein. Pro Blüte bildet sich ein 3-kantiges Nüsschen (Frucht), das als Pseudogetreide geerntet wird und einen gesunden, glutenfreien Getreideersatz darstellt. Unreife Früchte sind dekorativ, weiß mit roter Randstreifung.



Abb. 1 Schirmrispige Blütenstände von Fagopyrum esculentum, Langeoog, 25.07.2013, 0 m, 53° 43' 48 N, 07° 28' 21 O Abb. 2 Blüten und dunkelbraune, 3-kantige Früchte des Fagopyrum esculentum, 29.08.2012, Botanischer Garten Wuppertal

Abb. 3 Blüten und unreife, an den Kanten rötlich gestreifte Früchte von Fagopyrum esculentum, 17.08.2013, Privatgarten Abb. 4 Laubblätter und Blüten des Fagopyrum esculentum, an einem Weiderand auf Langeoog, 25.07.2013, 0 m, 53° 43' 48 N, 07° 28' 21 O

Abb. 5 Pflanze des Fagopyrum esculentum in den Weinbergen am Badberg bei Oberbergen, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 331 m, 48° 05' 49 N, 07° 40' 19 O Abb. 6 Die Einzelblütenstände des Fagopyrum esculentum sind zu einer Schirmrispe zusammen gefügt, Weinberge bei Oberbergen, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 331 m, 48° 05' 49 N, 07° 40' 19 O


Die Abgrenzung des Fagopyrum esculentum von der anderen Art der Gattung, dem Tartarischen Buchweizen, F. tartaricum (L.) Gartn., ist recht einfach. Fagopyrum tartaricum bleibt vollständig grün und hat runzelige Nussfrüchte, die beim F. esculentum glatt sind.

Die Ableitung des Gattungsnamens Fagopyrum L. ist ein lateinisch-griechisches Konstrukt aus lat. "fagus" (= Buche) und gr. "pyros" (= Weizen). Dieses Benennungsmotiv findet sich in der auffälligen Ähnlichkeit der Bucheckern (den Früchten der Buche) mit den Nüsschen des Fagopyrum. Das Epitheton esculentum stammt von lat. "esculentus" (= essbar) und ist neutrum.

Fagopyrum esculentum sind Pflanzen, die für das Gemüsebeet, den Bauerngarten oder mittelalterlichen Garten geeignet sind. Man kann den Echten Buchweizen sowohl zur Dekoration als auch zu kulinarischen Zwecken nutzen. Da die Pflanzen einjährig sind, erntet man im Herbst einige Samen, die entweder im Gewächshaus vorgezogen werden oder die man im wärmeren Frühjahr im Beet aussäen kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Fagopyrum esculentum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/fagopyrum-esculentum.html am Tg.Mo.Jahr.

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