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Ficus carica L.
    synonym: Ficus kopetdagensis Pachom.
Gewöhnliche Feige, Echte Feige, Moraceae - Maulbeergewächse
Spätsommerblüher, V–IX, 100–500 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Gewöhnliche Feige stammt wahrscheinlich aus dem südwestlichen Asien und wird schon seit dem Altertum in warmen Ländern des eurasischen und afrikanischen Raums wegen ihrer essbaren Früchte kultiviert. Auf anderen Kontinenten ist die Art eingeführt und hat sich mancherorts in Siedlungsnähe etabliert. Es sind Sträucher oder kleine Bäume bis etwa 5 m Höhe mit zumeist mehreren Stämmen. Die Borke ist grau und leicht rauh. An jungen Zweigen findet eine Flaumbehaarung, später sind diese kahl. Die Laubblätter haben einen bis 20 cm langen Stiel, sind oval bis rundlich, meist fingerförmig 3–5-fach gelappt oder buchtig eingeschnitten, bis 30 cm lang und breit, mit herzförmigem Grund, gezähnt oder ganzrandig, ober- und unterseits leicht flaumhaarig. Die Früchte sind sitzend oder kurz gestielt. Es handelt handelt sich um ein Sykonium (von gr. "sykon" = Feige), einem Fruchtstand mit zahlreichen Nüsschen im Inneren eines fleischigen Achsengebildes. Das Sykonium (oder: Synconium, Syconium) ist grün, gelblich oder rot-violett, birnenförmig oder kugelig, 5–8 cm lang, flaumig behaart und im Reifezustand meist süßlich schmeckend.


Abb. 1 Selbst im kühl maritimen Klima der Nordseeinseln fruchten und gedeihen manche Sorten der Ficus carica gut. Privatgarten auf Langeoog, 25.07.2016. Abb. 2 Rötliche Frucht von Ficus carica im Herbst in einem Privatgarten in Narbonne, Südfrankreich, 14.10.2005

Abb. 3 Besonders in warmen Ländern tendiert Ficus carica zur Ausbreitung, hier in einer Ufermauer der Isola Tiberiana, Rom, 16.04.2017 Abb. 4 Auch an ungewöhnlichen Standorten kann Ficus carica aufkommen, hier in den Blattscheiden einer Phoenix canariensis Chabaud in einem Privatgarten in Supetar auf Brac, Kroatien, 13.10.2012

Abb. 5 Handförmig gelappte Laubblätter von Ficus carica, wie Abb. 2 in einem Privatgarten in Narbonne, Südfrankreich, 14.10.2005 Abb. 6 "Winteraspekt" von Ficus carica ohne Laubblätter in einem Privatgarten in Basel, Schweiz, 08.04.2010

Abb. 7 Untere Stammpartie einer Ficus carica mit Rindenplatzer nach einem Kaltwinter, Europapark in Rust, 14.04.2012 Abb. 8 Selbst kleinste Mauerritzen reichen, damit sich Ficus carica an schwieriger Stelle etablieren kann; Ufermauer der Isola Tiberiana, Rom, 16.04.2017

Abb. 9 Graue Borke von Ficus carica, wie Abb. 6 in einem Privatgarten in Basel, Schweiz, 08.04.2010


Der Gattungsname Ficus L. stammt von lat."ficus" (= Feigwarze), nach den feinwarzigen Wucherungen; ältere Sprachwurzeln sind trotz der stark unterschiedlichen Phoneme gr. "sykea" oder armenisch "t'uz". Das Art-Epitheton carica stammt von gr. "Karike", der kleinasiatischen Landschaft im Südwesten, wo die ursprüngliche Heimat der Gewöhnlichen Feige verortet wird.

Ficus carica ist ein exotischer Strauch für warme und geschützte Lagen. Selbst an sommerkühlen Standorten können Feigenbäume Früchte bilden, gleichwohl dies von der Sorte abhängt und der Zuckergehalt, mithin die Süße, nicht so ausgeprägt sind wie im Süden. Es gibt zahllose Sorten der Gewöhnlichen Feige, die sich jeweils für die unterschiedlichen Lagen eignen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Ficus carica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ficus-carica.html am Tg.Mo.Jahr.

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