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Galanthus nivalis L.
Kleines Schneeglöckchen, Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse
Winterblüher, I–III, 10–15(–40) cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Galanthus nivalis tritt in Mitteleuropa überwiegend zerstreut auf. Durch menschliche Aktivität hat sich die Art außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsareals im Alpenvorland und den süddeutschen Mittelgebirgen an zahlreichen anderen Standorten (synanthrop) bis zur Küste ausgebreitet. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Laubmischwäldern, Siedlungsnähe und Strauchgesellschaften. Zahlreiche Kultursorten, die sich morphologisch von der Art unterscheiden, haben sich so in Naturbeständen etabliert.

Typischerweise wächst Galanthus nivalis in kleinen Kolonien (Trupps) und blüht im Winter bis ins zeitige Frühjahr. Aus jeder Zwiebel wächst normalerweise ein Blütenstiel mit einer einzelnen, weißen, dreizähligen Blüte. Am Ende des Blütenstiels stehen zwei feine Hochblätter (Spathae) zwischen denen sich eine papierartige Membran spannt. Die Blüte selber ist nickend. Die inneren Perigonblätter (Perigon deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen, siehe auch Anemone nemorosa) haben an der Spitze einen grünen Fleck und bleiben während der Anthese (Blütezeit) krönchenartig beieinander während die äußeren Perigone sich auseinander spreizen.



Abb. 1 Synanthroper Bestand des Galanthus nivalis an der Stolbergbahn, Breinig, 236 m, 50° 44' 58 N, 06° 14' 24 O Abb. 2 Galanthus nivalis im Flaumeichen-Wald am Lenzenberg, Ihringen, Kaiserstuhl, 13.03.2015, 382 m, 48° 03' 27 N, 07° 39' 18 O

Abb. 3 Galanthus nivalis Kultursorte mit einfach gefüllter Blüte (zusätzliche Perigone), Privatsammlung Abb. 4 Blüten von Galanthus nivalis im Japanischen Garten, Leverkusen, 12.02.2014

Abb. 5 Bestand des Galanthus nivalis in einem Mischwald im unteren Rurtal, zwischen Glimbach und Kofferen, 22.02.2015, 92 m, 50° 59' 44 N 06° 18' 02 O Abb. 6 Grüne, kugelige Frucht des Galanthus nivalis in einem Laubmischwald am Nordhang des Teichbergs bei Wolfsthal, Niederösterrreich, 03.04.2017, 184 m, 48° 07' 52 N, 16° 59' 23 O

Abb. 7 Galanthus nivalis Blüte mit den zwei Spathae und der dazwischen "aufgespannten", papierartigen Membran, Privatgarten Abb. 8 Galanthus nivalis, geöffnete Blüte, grüne Flecken innen und außen am Perigon. Das innere Perigon bleibt krönchenartig "geschlossen", während das äußere Perigon "aufklappt", Privatgarten

Abb. 9 Galanthus nivalis, Kirnbachtal, mittlerer Schwarzwald, 48° 15' 56 N, 08° 14' 38 O, 425 m Abb. 10 Hübsche Sorte des Galanthus nivalis mit gefüllter Blüte im Japanischen Garten, Leverkusen, 12.02.2014

Abb. 11 Galanthus nivalis mit gelb gefüllter Blüte in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, Niederrhein, 22.02.2014 Abb. 12 Kulturbestand von Galanthus nivalis am buddhistischen Zentrum im Strunde-Tal, Herrenhausen, Bergisches Land, 23.02.2014, 139 m, 50° 59' 53 N, 07° 10' 00 O

Abb. 13 Kulturbestand von Galanthus nivalis am buddhistischen Zentrum im Strunde-Tal, Herrenhausen, Bergisches Land, 23.02.2014, 140 m, 50° 59' 54 N, 07° 10' 02 O Abb. 14 Galanthus nivalis mit mehrfach gefüllter, grün gezeichneter Blüte in einem Privatgarten in Nettetal-Oirlich, Niederrhein, 22.02.2014


Der Gattungsname Galanthus L. setzt sich zusammen aus dem gr. "gala" (= Milch) und gr. "anthos" (= Blüte), ein Verweis auf die weißen Perigone. Das Artepitheton nivalis stammt von  lat. "nivalis" (= Schnee) und verweist auf die Blütezeit.

Als echter Wiinterblüher sollte Galanthus nivalis in keinem Garten fehlen. Als Unterpflanzung, im Rasen oder auch in Staudenbeeten finden sich bestimmt gute Standorte. Das Kleine Schneeglöckchen bevorzugt zwar kalkhaltigen Boden, gedeiht aber auch in sauren oder neutralen Böden. Im Grunde ist es eine anspruchslose Pflanze. Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Blütenfärbungen, gefüllten oder eingerollten Perigonen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Galanthus nivalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/galanthus-nivalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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