Startseite

Galeopsis bifida Boenn.
  synonym: Galeopsis tetrahit var. bifida (Boenn.) Kudô
                 Galeopsis tetrahit var. parviflora Benth.
Kleinblütiger Hohlzahn, Lamiaceae (= Labiatae), Lippenblütler
Sommerblüher, VI–X, 30–70 cm hoch, sommergrün, einjährig

Der Kleinblütige Hohlzahl tritt in Mitteleuropas zerstreut bis verbeitet auf, ist im Südwesten selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Er siedelt gerne in Wiesen, Äckern, an Wegrändern, Waldrändern und auf gestörten Flächen. Sehr oft tritt er gemeinsam mit dem Stechenden Hohlzahn, Galeopsis tetrahit L., auf. Die Pflanzen sind einjährig, wachsen aufrecht. Die Stängel sind kräftig und von abwärts gerichteten Borstenhaaren bedeckt. Die Laubblätter sind eiförmig-lanzettlich, grün und beidseits mit höchstens 10 abgerundeten Zähnen am Rand. Die Blütenkronen sind blassrot und bis 1,5 cm lang. Die Unterlippe der Krone ist mehr oder weniger 2-lappig. Der Kelch hat 5 derbe, stechende, behaarte Zipfel.

Im vegetativen Stadium ist der Kleinblütige Hohlzahn kaum vom Stechenden Hohlzahn zu unterscheiden, weshalb manche Autoren ersteren als Unterart ansehen. Die Blüten sind deutlich kleiner und fast immer gleichfarbig. Es gibt Hybriden zwischen beiden Arten und mit weiteren der Gattung.


Abb. 1 Blüte der Galeopsis bifida mit den langen Kelchzipfen. An einem halbschattigen Straßenrand an den Berghalden in Marl-Hüls, 19.08.2017, 51 m, 51° 40' 44 N, 07° 08' 32 O Abb. 2 Blüte der Galeopsis bifida. An einem halbschattigen Straßenrand an den Berghalden in Marl-Hüls, 19.08.2017, 51 m, 51° 40' 44 N, 07° 08' 32 O

Abb. 3 Die Unterlippe von Galeopsis bifida ist mehr oder weniger 2.lappig. Straßenrand an den Berghalden in Marl-Hüls, 19.08.2017, 51 m, 51° 40' 44 N, 07° 08' 32 O


Nicht eindeutig geklärt ist der Gattungsname Galeopsis L., der schon vorlinnäisch für eine Sippe mit Laubblättern, die denen der Brennessel ähneln, genutzt wurde; gr. "galeopsis". Denkbar wäre ein Idiom, welches auf gr. "galion" (= Galium, Labkraut) und gr. "opsis" (= Aussehen) zurück führbar wäre. Das Epitheton bifida stammt von lat. "bifidus" (= zweigeteilt), nach der e-lappigen Unterlippe.

Dem Kleinblütgen Hohlzahn haftet wohl die Konnotation als Unkraut an. Nichtsdestotrotz können blühende Bestände im Sommer den Unterwuchs von Gehölzpflanzungen farblich aufwerten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Galeopsis bifida. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/galeopsis-bifida.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de