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Helleborus argutifolius Viv.
Scharfblättrige Christrose, Scharfblättrige Nieswurz, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Winter-, Erstfrühlingblüher, XII–IV, 40–180 cm hoch, (sommer-)immergrün, mehrjährig

Die Scharfblättrige Christrose stammt aus Süd-Europa, Korsika, Sardinien. Die Pflanzen sind mit 180 cm Höhe relativ groß, haben dreiteilige Laubblätter mit typischen, deutlich gesägten Rändern. Die Blütenstände sind blass grün. Mit der Scharfblättrigen Christrose gibt es einen echten Winterblüher, der bei milder Witterung sogar noch vor Weihnachten blühen kann.



Abb. 1 Helleborus argutifolius in einem privaten Steingarten in Wuppertal, 29.03.2014 Abb. 2 Blüten eines Helleborus argutifolius im Botanischen Garten Düsseldorf, 17.12.2014

Abb. 3 Blüte von Helleborus argutifolius im Botanischen Garten Düsseldorf, 17.12.2014 Abb. 4 Blühendes Helleborus argutifolius im Botanischen Garten Bochum, 17.01.2015


Die Abgrenzung des Helleborus argutifolius von den anderen Arten der Gattung ist relativ einfach, da es sich um eine sehr große Nieswurz handelt. Der ähnliche Helleborus foetidus L. hat ebenfalls blass grüne Blütenstände, aber wesentlich feiner geteilte Laubblätter.

Nicht gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Helleborus L. Schon vor Linné wurde der Begriff gr. "elleboros" für die beiden Arten Veratrum album L. (Weißer Germer) und H. niger genutzt, die als Niesreiz auslösende Pflanzen galten. Auch heute noch ist "elleboros" der neugriechische Name für die Christrose. Das Epitheton argutifolius stammt von lat. "argutus" (= deutlich ausgeprägt, scharf) und lat. "folius" (= -blättrig) und beschreibt ein markantes Merkmal der Laubblätter.

Abb. 5 Beginnende Blüte im Winter bei Helleborus argutifolius im Japanischen Garten Leverkusen, 30.11.2014 Abb. 6 Das typische, grob gesägte und dreiteilige Blatt des Helleborus argutifolius im Japanischen Garten Leverkusen, 30.11.2014

Abb. 7 Blütenstand des Helleborus argutifolius im Botanischen Garten Bochum, 17.01.2015


Helleborus argutifolius ist eine attraktive Christrose, die schon im Winter oder zeitigen Früjahr blüht und "etwas Farbe" in den Garten bringt, wenn sonst nur wenig blüht und dem Gattungsnamen der Christrosen alle Ehre bereitet, da sie tatsächlich oft schon um Weihnachten zu blühen beginnt; mithin also eine unentbehrliche Pflanzenart ist. Die Scharfblättrige Christrose ist ausreichend winterhart. In milden Regionen können die Pflanzen zum Herbst gesetzt werden. Der Boden kann leicht sauer oder neutral sein, ideal wäre aber ein kalkhaltiger Grund. Standorte unter Bäumen oder Sträuchern in lichtem Schatten sind am besten. Dort können sich die Pflanzen langsam vermehren. An trockenen Standorten ist gelegentliches Wässern ratsam. In Gartenbeständen mit unterschiedlichen Arten der Nieswurze erscheinen oft neue Morphotypen mit abweichenden Merkmalen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Helleborus argutifolius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/helleborus-argutifolius.html am Tg.Mo.Jahr.

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