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Iris foetidissima L.
Korallen-Schwertlilie, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Frühsommerblüher, IV–VI, 20–50(–100) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Iris foetidissima ist eine immergrüne, südwesteuropäische Schwertlilie, deren Verbreitungsgebiet von Nordafrika, Portugal, Griechenland bis Großbritannien reicht. Sie besiedelt gerne Gehölze, Hecken und Wiesen, auch in Meeresnähe. Die Blüte ist sehr attraktiv, metallisch blass-blau bis grau-gelb gestreift. Zum Herbst hin bilden sich terminale Samenkapseln, die aufspringen und an denen dekorative, scharlach- bis orangefarbene Samen meist den ganzen Winter über an den Pflanzen verbleiben. Das Rhizom breitet sich langsam horizontal aus, die Stängel sind rund, die Blätter schwertförmig.


Abb. 1 Die Früchte an Iris foetidissima sind im Herbst und Winter ein Blickfang, 08.11.2013, Privatgarten Abb. 2 Eine metallisch blass-blau bis grau-gelb gestreifte Blüte der Iris foetidissima, Privatgarten

Abb. 3 Iris foetidissima ist hervorragender Unterwuchs für Gehölze, hier unterhalb einer Camellia japonica L., Privatgarten Abb. 4 Panaschierte Irides foetidissimae sind mit ihren weiß-grün gestreiften Laubblätter auch im Winter schön ansehbar. Privatgarten, 01.10.2013


Die Abgrenzung der Iris foetidissima von den anderen winterharten Arten der Gattung ist recht einfach, da sie immergrün bleibt und die Blütenzeichnung typisch ist.

Der Gattungsname Iris L. geht auf gr. "iris" (= Regenbogen) zurück und verweist auf die farbenreichen Blüten der Arten der Gattung. Auch in der Medizin wird die Regenbogenhaut des Auges Iris genannt. Das Epitheton foetidissima ist der weibliche Superlativ von lat. "foetidus" (= stinkend). Etwas irreführend ist das Epitheton schon, denn äußerst übelriechend sind die Pflanzen keinesfalls. Zerstoßene Blätter riechen zwar leicht, aber kaum aufdringlich - zudem etwas, wofür man die Pflanzen ja nun nicht gerade im ornamentalen Garten pflanzt.


Abb. 5 Iris foetidissima gedeiht auch im Vollschatten. Hier zusammen mit Rodgersia henricii Franch, Privatgarten Abb. 6 Aufgeplatzte Früchte mit leuchtend organgefarbenen Samen von Iris foetidissima im Herbst, wie Abb. 1, 08.11.20.13, Privatgarten

Abb. 7 Iris foetidissima am Naturstandort in einem Bachtal, südliches Zentralspanien, Andalusien, nahe Galaroza, 23.10.2013, 557 m, 37° 55' 11 N, 06° 43' 01 W Abb. 8 Etwa 2-jährige Jungpflanze 20–30 cm der Iris foetidissima im 1L-Topf

Abb. 9 Panaschierte Sorte der Iris foetidissima, Privatgarten, 15.05.2015 Abb. 10 Pflanzen der Iris foetidissima in einem Wildgehege an der Caserma Vecchia in den Bergen des Sette Frattelli, Sardinien, 18.10.2016, 570 m, 39° 16' 22 N, 09° 25' 00 O



Irides foetidissimae sind dekorative, immergrüne Exoten für schwierige Stellen im Garten. Sie tolerieren Schattendruck und konkurrierende Wurzeln, Trockenheit und Feuchtigkeit. An Naturstandorten treten sie zwar bevorzugt auf kalkhaltigen Böden auf, können aber in auch in neutralen oder leicht sauren Gartenverhältnissen gedeihen. Winterschmuck sind die Samenstände und das immergrüne Schwertblatt. Gelegentlich werden auch panaschierte Sorten angeboten. Die Blüte ist diskret und hat einen ganz eigenen, ornamentalen Charme. Kurzum, Iris foetidissima sollte in keinem Exotengarten fehlen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Iris foetidissima. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/iris-foetidissima.html am Tg.Mo.Jahr.

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