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Lamium album L.
Weiße Taubnessel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Vollfrühlingblüher, IV–XI, 20–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Weiße Taubnessel ist in Mitteleuropa fast überall gemein. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch; in Amerika sind die Pflanzen eingebürgert. Bevorzugt besiedelt sie Biotope an Flussufern, Hecken, Waldränder, Gräben und nährstoffreiche Ruderalflächen. Als häufige Begleitpflanze von Wegen dürfte sie allgemein sehr bekannt sein. Charakteristisch ist die weiße Lippenblüte und das brennnesselähnliche Blatt (Urtica dioica L.). Der Stängel ist typischerweiße hohl, aufrecht, deutlich 4-kantig und behaart. Die Blüten stehen in Scheinquirlen (zwei gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht), wie es typisch für viele Lamiaceae ist. Lamium album bildet kurze unter- und oberirdische Ausläufer.


Abb. 1 Blühende Pflanzen des Lamium album; Rasen am Rheinbogen bei Stürzelberg, 06.08.2017, 38 m, 51° 09' 38 N, 06° 50' 51 O Abb. 2 Individuenreicher Bestand des Lamium album in der Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 39 m, 51° 07' 03 N 06° 52' 37 O

Abb. 3 Die in Scheinquirlen stehenden Blütenstände des Lamium album; an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 48 N, 07° 30' 09 O Abb. 4 Kelchzähne und behaarter Stängel des Lamium album; an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 48 N, 07° 30' 09 O

Abb. 5 Blühende Pflanzen des Lamium album; an einer Weide auf Langeoog, 28.07.2017, 0 m, 53° 44' 48 N, 07° 30' 09 O


Die Abgrenzung des Lamium album von den anderen Arten der Gattung ist recht einfach, da es das einzige Lamium L. mit weißer Blüte ist. Das ähnliche Lamium flavidum F. Herm. hat eine blassgelbe Blüte und öfters gefleckte Blätter. Außerhalb der Blütezeit ist die Unterscheidung schwierig, zumal auch andere Gattungen der Lamiaceae und Urticaceae sehr ähnliche Wuchsformen haben, die sich nur durch Details unterscheiden.

Die Etymologie des Gattungsnamens Lamium ist nicht gesichert, lat. "lamium" (= Taubnessel); möglicherweise spielt das Motiv der schlundförmigen Blüte eine Rolle, lat. "lamia" (= Vampir). Das Epitheton album leitet sich ab von lat. "albus" (= weiß) und bezieht sich auf die weiße Blüte.

Lamium album wird nur selten als Gartenpflanze angebaut, da ihm wohl die Konnatation eines Unkrautes anhaftet. Dabei können blühende Bestände durchaus attraktiv sein, insbesondere in Hinblick auf die überaus lange Blühdauer. Eine Rhizomsperre reduziert unerwünschte Ausbreitung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S..
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Lamium album. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lamium-album.html am Tg.Mo.Jahr.

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