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Lamium album L.
Weiße Taubnessel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Vollfrühlingblüher, IV–IX, 20–40(–50) cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Weiße Taubnessel ist in Mitteleuropa häufig und besiedelt gerne Biotope an Flussufern, Wegesrändern und nährstoffreiche Ruderalflächen. Als häufige Begleitpflanze von Wegen dürfte sie allgemein sehr bekannt sein. Charakteristisch ist die weiße Lippenblüte und das brennnesselähnliche Blatt (Urtica dioica L.). Der Stängel ist typischerweiße hohl und deutlich vierkantig, die Blüten stehen in Scheinquirlen (zwei gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht), wie es typisch für viele Lamiaceae ist. Lamium album bildet kurze unter- und oberirdische Ausläufer.


Abb. 1 Die in Scheinquirlen stehenden Blütenstände des Lamium album, Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 41 m, 51° 07' 07 N 06° 52' 34 O Abb. 2 Individuenreicher Bestand des Lamium album in der Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 39 m, 51° 07' 03 N 06° 52' 37 O


Die Abgrenzung des Lamium album von den anderen Arten der Gattung ist recht einfach, da es das einzige Lamium L. mit weißer Blüte ist. Das ähnliche Lamium flavidum F. Herm. hat eine blassgelbe Blüte und öfters gefleckte Blätter. Außerhalb der Blütezeit ist die Unterscheidung schwierig, zumal auch andere Gattungen der Lamiaceae und Urticaceae sehr ähnliche Wuchsformen haben, die sich nur durch Details unterscheiden. Hier hilft meist nur ein Bestimmungsbuch oder das Warten auf die Blüte.

Die Etymologie des Gattungsnamens Lamium ist nicht gesichert, lat. "lamium" (= Taubnessel); möglicherweise spielt das Motiv der schlundförmigen Blüte eine Rolle, lat. "lamia" (= Vampir). Das Epitheton album leitet sich ab von lat. "albus" (= weiß) und bezieht sich auf die weiße Blüte.

Lamium album ist nur sehr selten als Gartenpflanze zu sehen, da ihm wohl die Konnatation eines Unkrautes anhaftet. Dabei können blühende Bestände durchaus attraktiv sein. Eine flache Rhizomsperre bewahrt vor unerwünschter Ausbreitung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S..
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Lamium album. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lamium-album.html am Tg.Mo.Jahr.

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