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Lotus creticus L.
Kretischer Hornklee, Fabaceae - Hülsenfrüchtler
Frühling- bis Herbstblüher, IV–VI, 10–50(–60) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Kretische Hornklee ist eine typische Pflanze der maritimen Sande am Mittelmeer, der iberischen Atlantikküste und Kanarischen Inseln. Er besiedelt gerne die ersten Reihen hinter dem Spülsaum und ist dort sehr häufig anzutreffen. Hingegen siedelt der sehr ähnliche Geißkleeartige Hornklee, Lotus cytisoides L., an Felsküsten und meist nicht auf Sand. Erkennbar ist der Kretische Hornklee an seinem kriechenden Wuchs, den seinen dichten, silbrig behaarten Blättern, die 5-zählig sind und den gelben Blüten, die in traubigen Blütenständen zu 2–6 stehen. Mancherorts bildet er dichte, teppichartige Bestände, die besonders im Frühjahr prächtig blühen. Das Schiffchen der Blüte ist länger als die Flügel und hat eine purpurfarbene Spitze. Nach der Blüte bilden sich längliche Hülsenfrüchte, die nach dem Aufspringen spiralförmig sich einwinden.



Abb. 1 Ein 4-zähliger, traubiger Blütenstand des Lotus creticus, 27.10.2013, Isla Canela, Südwestspanien, 2 m, 37° 10' 42 N, 07° 20' 51 W Abb. 2 Ein 6-zähliger Blütenkopf des Lotus creticus mit erkennbarem purpurfarbenem Schnabel, 27.10.2013, Isla Canela, Südwestspanien, 2 m, 37° 10' 39 N, 07° 23' 44 W

Abb. 3 Zwei Früchte des Lotus creticus, 27.10.2013, Isla Canela, Südwestspanien, 2 m, 37° 10' 42 N, 07° 20' 51 W Abb. 4 Blühender Bestand des Lotus creticus, 15.10.2010, Strand bei Mazagon, Südwestspanien, 0 m, 37° 07' 43 N, 06° 49' 21 W


Das Genus Lotus L. ist kein einfaches Genus mit alleine mehr als 20 Arten im Südwesten Europas, die sich teilweise sehr ähnlich sehen und oft nur anhand kleinerer Merkmale unterscheidbar sein. Kelchform, -bezahnung, -größe, Blätter und Blüten sind Merkmale, die sich oft nur mit einem Bestimmungsschlüssel eindeutig zuordnen lassen. Der sehr ähnliche Geißkleeartige Hornklee, Lotus cytisoides, hat eine Blattspindel sie nur etwa so lang wie die untersten Blättchen ist und die Flügel sind länger als das Schiffchen.

Der Gattungsname Lotus L. war schon vor Linné gebräuchlich, bezeichnete aber eine Vielzahl von Gattungen, denen gemeinsam war, dass die Früchte von Mensch und/oder Vieh gegessen wurden. Schon gr. "lotos" und lat. "lotus" meinte eine Vielzahl essbarer Früchte, einschließlich der nicht mit den Lotus-Pflanzen zu verwechselnden Lotos-Blumen, Nelumbo Adans., welche die bekannten Wasserpflanzen sind. Das Epitheton creticus referiert zwar auf die Insel Kreta, dort ist unser Hornklee aber nicht einheimisch.

Abb. 5 Habitus von Lotus creticus, 15.10.2010, Strand bei Mazagon, Südwestspanien, 0 m, 37° 07' 43 N, 06° 49' 21 W Abb. 6 Fünfzähliger Blütenkopf des Lotus creticus mit erkennbarem purpurfarbenem Schnabel, 15.10.2010, Strand bei Mazagon, Südwestspanien, 0 m, 37° 07' 43 N, 06° 49' 21 W

Abb. 7 Aufgesprungene, schwarze Früchte des Lotus creticus, 16.10.2010, Coto Donana, Südwestspanien, 3 m, 37° 03' 21 N, 06° 39' 38 W Abb. 8 Massenbestand des Lotus creticus, 15.10.2010, Strand bei Mazagon, Südwestspanien, 0 m, 37° 07' 43 N, 06° 49' 21 W


Mit Lotus creticus gibt es nur sehr wenige Freilanderfahrungen in Mitteleuropa. Es sind sicherlich dekorative Pflanzen, die durch die Frühlingsblüte und den silbrigen, immergrünen Habitus bestechen. Bei Freilandversuchen wäre ein warmer, sonniger und geschützter Standort, am besten ohne großartige Konkurrenz im Steingarten empfehlenswert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer. und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lotus creticus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lotus-creticus.html am Tg.Mo.Jahr.

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