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Lysimachia vulgaris L.
Gewöhnlicher Gilbweiderich, Primulaceae - Primelgewächse
Hochsommerblüher, VII–IX, 40–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gewöhnliche Gilbweiderich ist in Mitteleuropa mäßig häufig und besiedelt gerne feuchtere Standorte wie Kleinseggenriede, Moore, Erlenbrüche, Mädesüß-Uferfluren oder Feucht- und Nasswiesen. Häufig findet man ihn in agrarwirtschaftlich geprägten Landschaften an Gräben, Tümpeln oder Bächen. Die aufrechten Pflanzen sind im oberen Bereich meist verzweigt und haben mehrere Teil-Blütenstände, die Rispen oder Trauben bilden mit endständigen oder achselständigen Einzelblüten. Die Pflanzen sind leicht behaart, mit wechselständigen oder 3–4-quirligen Blättern. Die fünfzähligen Blütenkronen sind gelb, die Kelchblätter grün mit rötlichem Rand, der Kelchgrund ist ebenfalls gelb. Über Wurzel-Ausläufer breitet sich Lysimachia vulgaris effektiv aus und kann größere Beständen bilden.


Abb. 1 Lysimachia vulgaris an einem Moorweiher beim 'Elfenmeer' im Naturpark De Meinweg, Niederlande, 12.07.2014, 56 m, 51° 10' 55 N, 06° 07' 40 O Abb. 2 Bestand von Lysimachia vulgaris in einem Gagelgebüsch beim 'Elfenmeer' im Naturpark De Meinweg, Niederlande, 12.07.2014, 57 m, 51° 10' 53 N, 06° 07' 39 O

Abb. 3 Zum Teil noch geschlossene Blüten mit grünem Blütenkelch, der randständig einen rötlichen Streifen hat, 08.08.2013, Lysimachia vulgaris, Privatgarten Abb. 4 Beachte die gegenständigen, leicht behaarten Blätter von Lysimachia vulgaris, Ewiges Meer, Eversmeer, Ostfriesland, am 07.08.2013, 5 m, 53° 33' 11 N, 07° 25' 46 O

Abb. 5 Rispiger Blütenstand von Lysimachia vulgaris am Ewigen Meer, Eversmeer, Ostfriesland, wie Abb. 4, am 07.08.2013, 5 m, 53° 33' 11 N, 07° 25' 46 O Abb. 6 Bestand von Lysimachia vulgaris an einem Graben am Ewigen Meer, Eversmeer, Ostfriesland, wie Abb. 4, am 07.08.2013, 5 m, 53° 33' 11 N, 07° 25' 46 O


Die Abgrenzung der Lysimachia vulgaris von Lysimachia punctata L., dem Punktierten Gilbweiderich, ist relativ einfach, auch wenn beide auf dem ersten Blick sehr ähnlich erscheinen. Bei letzterem befinden sich die Blüten ausschließlich zu 3–4 in den Blattachseln und nicht in Trauben oder Rispen. Zudem stehen die Blätter ausschließlich in Quirlen und nicht auch gegenständig.

Nicht gesichert ist das Benennungsmotiv des Gattungsnamens Lysimachia L. Es bedeutet gr. "lysis" (= Lösung) und gr. "mache" (= Krampf), also krampflösend. Möglicherweise drückt sich darin eine alte heilmedizinische Anwendung aus. Im Englischen wird die Gattung (zusammen mit den Blutweiderichen, Lythrum L.) heute noch als "loosestrife" bezeichnet -  was die selbe etymologische Herkunft hat. Das Epitheton vulgarus stammt von lat. "vulgaris" (= allgemein bekannt, gewöhnlich).

Zwar sind die Mehrzahl der aufrechten Gilbweideriche in den Gärten Lysimachiae punctatae, aber auch L. vulgaris wäre ein dekorativer Kandidat für den Stauden- oder Bauerngarten. Sie gedeihen nicht nur an feuchten Stellen, sondern vertragen auch etwas trockenere Standorte, sind sehr robust und bringen Farbe im Hochsommer in den Garten. Halbschattige Standorte werden ebenfalls toleriert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lysimachia vulgaris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lysimachia-vulgaris.html am Tg.Mo.Jahr.

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