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Lysimachia punctata L.
Drüsiger Gilbweiderich, Punktierter Gilbweiderich, Primulaceae - Primelgewächse
Ende Frühsommerblüher, VI–VIII, 50–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Punktierte Gilbweiderich ist in Mitteleuropa selten bis zerstreut, im Nordosten fehlt er meist. Ursprünglich lag sein Verbreitungsgebiet im Süden Europas, wurde jedoch schon vor 1.500 n. Chr. (Archäophyt) in Mitteleruopa angebaut und verwildert seitdem mehr oder weniger unbeständig. Er siedelt gerne an feuchteren Standorten wie Gräben, unfestigten Wegen oder in Auenwäldern. Die Pflanzen wachsen aufrecht und bilden unterirdische Ausläufer. Sie sind im oberen Bereich unverzweigt und weisen achselständig 3–4 Einzelblüten auf. Die Pflanzen sind leicht behaart, mit 3–4(–6) quirlständigen Blättern, die unterseitig gepunktet sind (Name). Die 5-zähligen Blütenkronen sind gelb, am Grunde rötlich-braun, die Kelchblätter komplett grün. Über Wurzel-Ausläufer breitet sich Lysimachia punctata effektiv aus und kann größere Kolonien bilden.


Abb. 1 Unterseite der Blüten von Lysimachia punctata mit gut erkennbaren, komplett grünen Kelchblättern und gepunkteten Blattunterseiten, 18.08.2013, Privatgarten Abb. 2 Blüten von Lysimachia punctata mit rötlich braunem Kronblattgrund, 18.08.2013, Privatgarten

Abb. 3 Die Laubblätter von Lysimachia punctata sind quirlständig, grün, behaart und glattrandig, 18.08.2013, Privatgarten Abb. 4 Abgeblühte Lysimachia punctata, unverzweigte Pflanze mit blattachselständigen Blüten, 18.08.2013, Privatgarten

Abb. 5 Hübscher Bestand von Lysimachia punctata zusammen mit Campanula trachelium L. im Strunde-Tal, Bergisches Land, 13.07.2014, 142 m, 50° 59' 53 N, 07° 09' 55 O


Die Abgrenzung der Lysimachia punctata von Lysimachia vulgaris L., dem Gewöhnlichen Gilbweiderich, ist relativ einfach, auch wenn beide auf dem ersten Blick sehr ähnlich erscheinen. Bei letzterem befinden sich die gestielten Blüten auch in Trauben oder Rispen und die Blätter stehen auch gegenständig. Die Kelche sind zudem rötlich berandet und nicht vollständig grün wie bei L. punctata. Eindeutig unterscheidbar sind beide Arten am Bennungsmotiv: die gepunktete Unterseite der Blätter der L. punctata.

Nicht gesichert ist das Benennungsmotiv des Gattungsnamens Lysimachia L. Es bedeutet gr. "lysis" (= Lösung) und gr. "mache" (= Krampf), also krampflösend. Möglicherweise drückt sich darin eine alte heilmedizinische Anwendung aus. Im Englischen wird die Gattung (zusammen mit den Blutweiderichen, Lythrum L.) heute noch als loosestrife bezeichnet - was die selbe etymologische Herkunft hat. Das Epitheton punctata stammt von lat. "punctum" (= Punkt, Loch) und bezieht sich auf die unterseitig gepunkteten Blätter.

Lysimachia punctata wird schon lange in Gärten kultiviert. Sie ist sehr robust und bringt Farbe im Sommer in den Garten. Sonnige bis halbschattige, nicht zu trockene Standorte sind ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Lysimachia punctata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lysimachia-punctata.html am Tg.Mo.Jahr.

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