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Melilotus officinalis (L.) Lam.
Echter Steinklee, Bokharaklee, Fabaceae - Hülsenfrüchtler
Sommerblüher, VI–XII, 60–120 cm hoch, sommergrün, ein-, zweijährig

Der Echte Steinklee tritt in Mitteleuropa zumeist verbreitet auf. Ursprünglich ist das Verbreitungsgebiet europäisch-westasiatisch. Er war nicht in Mitteleuropa heimisch und wurde mit der Agrikultur schon vor 1.500 n. Chr. eingeführt (= Archäophyt), da er eine häufig angebaute Arznei- und Bienenpflanze ist. Er siedelt daher überwiegend an Ruderalstandorten, entlang von Wegen, auf gestörten Flächen oder und gilt als Pionier auf Rohböden. Die Pflanzen wachsen aufrecht, reich verzweigt und haben 3-teilige, gefiederte Blätter, von denen typischerweise das mittlere Fiederblättchen wesentlich länger gestielt ist als die anderen, wie bei allen Steinklee-Arten. Die gelben Schmetterlings-Blüten stehen in 4–10 cm langen Trauben. Die Krone ist 5–7 mm lang und die Flügel sind deutlich länger als das Schiffchen (> 0,5 mm). Die Hülsen sind kahl, quer runzelig und braun im Reifezustand.



Abb. 1 Rot und grün gefärbter Sängel von Melilotus officinalis in einem Halbtrockenrasen auf Kalk im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 03.08.2016, 445 m, 50° 30' 36 N, 06° 37' 19 O Abb. 2 Verzweigende Sprossachse des Melilotus officinalis in einer Wiese im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 82 m, 50° 58' 16 N, 06° 38' 52 O


Abb. 3 Melilotus officinalis in einer Wiese im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim. Wahrscheinlich sind es Pflanzen aus einer Ansaat, 11.06.2016, 82 m, 50° 58' 16 N, 06° 38' 52 O Abb. 4 Traubiger Blütenstand von Melilotus officinalis in einem Halbtrockenrasen auf Kalk im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 03.08.2016, 445 m, 50° 30' 36 N, 06° 37' 19 O

Abb. 5 Kahle, noch nicht ganz reife Früchte von Melilotus officinalis in einem Halbtrockenrasen auf Kalk im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 03.08.2016, 445 m, 50° 30' 36 N, 06° 37' 19 O Abb. 6 Die Früchte vom Weißen Steinklee, Melilotus albus Medik. (oben), im Vergleich mit den runzeligen Früchten des M. officinalis (unten), am Wegesrand bei den Salzwiesen am Hafen von Langeoog, 24.07.2014, 0 m, 53° 43' 54 N, 07° 30' 15 O


Die Abgrenzung des Melilotus officinalis von den anderen Melilotus-Arten ist teilweise schwierig, insbesondere von M. altissimus Thuill. Letzterer hat 2–6 cm lange Blütentrauben, Kronen deren Flügel ungefähr so lang wie das Schiffchen sind und netznervige, behaarte Früchte, die im reifen Zustand schwarz werden.

Der Gattungsname Melilotus (L.) Mill. setzt sich zusammen aus gr. "meli" (= Honig) und gr. "lotos" (= Klee). Als Honigklee (= "melilotos") wurde in der Antike der Melilotus officinalis bezeichnet, da er duftende und nektarreiche Blüten trägt. Er wurde damit namensgebend für die Gattung. Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der Nutzung der Pflanzen als Arzneimittel.

Melilotus officinalis sind dekorative Pflanzen für den Steingarten, das Yuccabeet oder eine mediterrane Pflanzung. Interessant dürfte die sehr lange Blühphase bis zu den ersten Frösten sein. Da es ein- bis zweijährige Pflanzen sind, sollte entweder genügend Freifläche im Beet zur Selbstaussaat vorhanden sein oder man sammelt die Früchte ab und sät im Frühjahr neu aus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Melilotus officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/melilotus-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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