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Mentha aquatica L.
Wasser-Minze, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Hochsommerblüher, VII–X, 30–90 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Wasser-Minze ist in Mitteleuropa verbreitet, im Norden gemein und tritt in den Gebirgen zerstreut auf. Sie besiedelt feuchte bis nasse Standorte an Ufern von Gewässern, in Auenwäldern oder auf Wiesen. Die Pflanzen bilden unterirdische Ausläufer, im Wasser gelegentlich auch oberirdische. Die Stängel sind aufrecht, meist verzweigt. Die Laubblätter haben einen langen Stiel, sind eiförmig elliptisch, etwas derb, gesägt, leicht glänzend, am Grund abgerundet oder herzförmig. Die Blüten stehen in Scheinquirlen, endständig kopfig an den Sprossachsen. Oft sind es mehrere Scheinquirle, die von einander entfernt stehen. Die Blüten sind weiß bis hellviolett oder lila und haben am Schlund der Krone meist einen dichten Haarkranz. Die Kelche sind 5-zähnig, ohne Haarkranz und röhrenförmig.



Abb. 1 Endständiger Scheinquirl der Mentha aquatica an einem Entwässerungsgraben auf Langeoog, 2 m, 53° 45' 93 N, 07° 34' 26 O, 23.07.2014 Abb. 2 Reichlich verzweigende Pflanze der Mentha aquatica am Übergang der Graudünen-Grasflur zur oberen Salzwiese am Ostende auf Langeoog, 0 m, 53° 44' 58 N, 07° 37' 21 O, 27.07.2016

Abb. 3 Fruchtstände von Mentha aquatica mit den behaarten und 5-zähnigen Kelchen, Übergang der Graudünen-Grasflur zur oberen Salzwiese am Ostende auf Langeoog, 0 m, 53° 44' 58 N, 07° 37' 21 O, 27.07.2016 Abb. 4 Blütenstand und Laubblätter von Mentha aquatica in den Rheinauen der Urdenbacher Kämpe, 06.11.2016, Düsseldorf, 36 m, 51° 08' 32 N, 06° 52' 31 O

Abb. 5 Fruchtstände von Mentha aquatica, am Ufer des Flumendosa bei Ballao, Sardinien, 85 m, 39° 33' 48 N 09° 20' 39 O, 17.10.2016 Abb. 6 Geschlossene und offene Blüten von Mentha aquatica an einem Entwässerungsgraben auf Langeoog, 2 m, 53° 45' 93 N, 07° 34' 26 O, 23.07.2014

Abb. 7 Scheinquirl der Mentha aquatica mit noch geschlossenen Blüten und gut sichtbaren gezähnten Kelchen. Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 32 m, 51° 22' 07 N, 06° 19' 33 O Abb. 8 Gegenständige Laubblätter und behaarter Stängel von Mentha aquatica. Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 32 m, 51° 22' 07 N, 06° 19' 33 O

Abb. 9 Eiförmiges, gesägtes und leicht glänzendes Laubblatt von Mentha aquatica. Renaturierungsgebiet der Nette bei Grefrath-Vinkrath, 20.08.2916, 32 m, 51° 22' 07 N, 06° 19' 33 O Abb. 10 Blütenstand von Mentha aquatica, am Ufer des Flumendosa bei Ballao, Sardinien, 85 m, 39° 33' 48 N 09° 20' 39 O, 17.10.2016


Der Gattungsname Mentha L. stammt von gr. "minthe" und später lat. "mentha", womit mehrere Gattungen gemeint waren, neben Mentha auch Nepeta L. und Calamintha Mill. Das Epitheton aquatica ist die weibliche Form von lat. "aquaticus" (= Wasser-), nach dem Standort der Pflanzen.

Menthae aquaticae sind attraktive Pflanzen für feuchte oder nasse Stellen im Garten. Es gibt mehrere Sorten im Handel, die alle dekorativ und als Aroma- oder Kräuterpflanze geeignet sind. Die lange Blühdauer im Sommer ist ein weiterer Grund, die Wasser-Minze auch in den Exotengarten zu integrieren. Es ist empfehlenswert, eine Rhizomsperre einzubringen, falls kein Ausbreiten der Art gewünscht ist.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Mentha aquatica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/mentha-aquatica.html am Tg.Mo.Jahr.

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