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Musa yunnanensis Häkkinen & H. Wang<

Yunnanbanane, Musaceae - Bananen
Sommer- bis Winterblüher (in Mitteleuropa), VIII–IV, 400–550 cm hoch, (sommer-)immergrün, mehrjährig

Die Yunnanbanane stammt aus China (Yunnan), wo die Pflanzen in der Strauchschicht tropischer Bergwälder in Höhen von 500–1.800 m über NN wachsen. Das Typusexemplar wurde 2005 in Xishuangbanna gesammelt und die Art 2007 beschrieben. Die Pflanzen bilden ein kräftiges Rhizom mit reichlich Ablegern, die nahe beieinander liegen. Die Scheinstämme werden bis 5 m hoch, sind grün mit schwarzen bis purpurfarbenen Flecken, mehr oder weniger bereift oder mit einem wachsartigen Überzug. Die Laubblätter sind schmal elliptisch, oberseits bläulich-grün, unterseits rötlich-grün, mit geöhrtem Blattgrund und bis zu 70 cm langem, schwarz-purpurfarben geflecktem und wachsartig bereiftem Blattstiel. Die Blütenstände sind anfangs fast horizontal, später nickend. Die zuerst erscheinenden Blüten sind hermaphrodit, weshalb 1 Pflanze fertile Saat bilden kann. Die männliche Blütenknospe ist lanzettlich, bis 12 cm lang, 4 cm breit und mit der Fruchtreife meist komplett hinfällig. Die Tragblätter sind außen rot-purpurfarben, etwas wachsartig bereift, mit gelber Spitze und gelben Längsstreifen. Innenseitig sind die Tragblätter cremefarben. Die Früchte stehen meist in 8 Gruppen zu jeweils etwa 15 Einzelfrüchten in 2 Reihen. Sie sind zur Fruchtstandsachse hin gebogen, bis 8 cm lang, kantig, kahl, anfangs grün, bei Reife gelblich-grün mit schwarzen Flecken. Der Fruchtstiel ist etwa 2,2 cm lang. Zur Fruchtreife reißen die Früchte längs auf. Je Frucht finden sich 80–100 flache, etwa 3,5 mm große Samen. Siehe auch Gattung Musa L.


Abb. 1 Horizontale Rachis der Musa yunnanensis mit männlicher Knospe, im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009 Abb. 2 Zur Fruchtreife der Musa yunnanensis ist die männliche Knospe hinfällig. Bewuchs mit Spanischem Moos, Tillandsia usneoides (L.) L. Botanischer Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009

Abb. 3 Pflanze der Musa yunnanensis im Botanischen Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009


Der Gattungsname Musa wurde von Linné etabliert und ist schon in antiken Quellen belegt. Linné hatte hierfür die älteste Bezeichnung gewählt, die es für die Gattung gab. Welches Benennungsmotiv dem Namen allerdings zugrunde liegt, ist nicht klar. Zumindest ist es keine Ehrung von Antonius Musa, dem Leibarzt des Augustus, da das Idiom wesentlich älter ist als die Person Antonius Musa und wohl indochinesischen Ursprungs (von chin. "maozi" = üppige Frucht) ist. Das Epitheton yunnanensis verweist auf den Naturstandort in Yunnan (China).

Musa yunnanensis ist als tropische Banane eher nicht für das Freiland geeignet. Sie toleriert zwar geringe Fröste, benötigt aber regelmäßigen Winterschutz. Langfristige Erfahrungen mit einem Anbau im Freiland sind in Mitteleuropa kaum von Erfolg gekrönt. An die "Winterhärte" von M. basjoo Siebold & Zucc. ex Linuma kommt sie keinesfalls heran. Ihrem ornamentalen Potential wird die Yunnanbanane am ehesten als Kübelpflanze gerecht.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Musa yunnanensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/musa-yunnanensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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