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Pancratium maritimum L.
Dünentrichternarzisse, Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse
Frühommerblüher, IV–VII, 10–20(–50) cm hoch, immergrün, mehrjährig


Beim Pancratium maritimum handelt es sich um eine mäßig häufig in Dünen und maritimen Sanden des Mittelmeerraums auftretende, weiß blühende Narzisse. Zur Blütezeit im Spätfrühling oder Sommer ist sie mit ihren großen, leuchtend weißen und süß duftenden Blüten im mediterranen Spülsaum oder den Dünen unverkennbar. Auch außerhalb der Blühsaison sind ihre grünen, dicken, länglichen Blätter gut zu entdecken. Die zum Herbst sich bildenden rundlichen Früchte enthalten dutzende, schwarze, kantig geformte Samen, die sich über den Sand verteilen und leicht von Wind und Wasser fortgetragen werden.


Abb. 1 Pancratium maritimum, leuchtend weiße Blüte in einem Privatgarten in Rheinstetten Abb. 2 Pancratium maritimum in den Dünen am Rande des Retamals der Isla Canela, Spanien, 24.10.2013

Abb. 3 Ungeöffnete, unreife Früchte des Pancratium maritimum, Isla Canela, Spanien, 24.10.2013 Abb. 4 Geöffnete Früchte mit den schwarzen Samen des Pancratium maritimum, Isla Canela, Spanien, 24.10.2013

Abb. 5 Freigespülte Zwiebeln von Pancratium maritimum im Spülsaum der Isla Canela, Spanien, 24.10.2013 Abb. 6 Pancratium maritimum zusammen mit Eryngium maritimum L., Isla Canela, Spanien, 24.10.2013

Abb. 7 Die hübsche, leuchtend weiße Blüte des Pancratium maritimum, Isla Canela, Spanien, 11.10.2010



Pancratium maritimum toleriert vollständige Übersandung und treibt dann mit verlängerten Blättern und elongierten Blütenstielen wieder durch. Die sich bildenden Tochterzwiebeln können sich bei Freispülung durch Wind und Wellen von der Mutterzwiebel lösen und anderenorts neue Kolonien bilden. Gegen lange Trockenheit ist P. maritimum sehr tolerant. Fröste werden nur kurzfristig im mäßigen Bereich toleriert.

Der Gattungsname Pancratium L. leitet sich ab von gr. "pagkration" (= Meerzwiebel) und wurde schon antik für die Dünentrichternarzisse und die Maritime Meerzwiebel, Urginea maritima (L.) Baker, genutzt. Wahrscheinlich ist die Ableitung über gr. "pan" (= alles) und gr. "kratos" (= Stärke) auf die auch heute noch genutzte herzstärkende Wirkung der Maritimen Meerzwiebel zurückzuführen. Das Epitheton maritimum stammt von lat. "maritimus" (= Meer) ab und bezieht sich auf den Lebensraum.

Freilanderfahrungen in Mitteleuropa gibt es mit Pancratium maritimum nur sehr wenige, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Empfehlenswert ist ein sonniger, warmer Standort mit gut drainiertem Boden, eventuell Abdecken im Winter. Nehmen Sie zum Auspflanzen nur entsprechend große Zwiebeln, welche die Größe einer durchschnittlichen Küchenzwiebel erreicht haben und schon blühfähig sind. Für weniger experimentierfreudige Gärtner sei die Überwinterung im Kalthaus empfohlen.

Referenzen

Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Pancratium maritimum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pancratium-maritimum.html am Tg.Mo.Jahr.

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