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Polystichum tsus-simense (Hook.) J. Sm.
Tsushima Schildfarn, Dryopteridaceae - Wurmfarngewächse
20–60 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Tsushima Schildfarn stammt aus Ostasien, einem Gebiet von Nordwest-Indien, China, Korea, Vietnam und Japan, wo die Pflanzen in den immergrünen Hartlaubwäldern der Mittelgebirge auf etwa 200–3.400 m Höhe über NN wachsen. Es sind immergrüne Farne mit kräftigen, gestreckten Stämmen, die von zahlreichen schmal lanzettlichen, schwarzbraunen Spreuschuppen (dünne, haar- oder schuppenähnliche Anhängsel der äußeren Zellschicht) bedeckt sind. Die Wedelstiele sind 15–30 cm lang, mit dichten, braunen bis schwarzbraunen, linealen bis lanzettlichen Spreuschuppen bedeckt. Die Wedel selber sind bis 60 cm lang, 2-fach gefiedert, im Umriss schmal oval oder breit lanzettlich, mit 20–26 Paaren lineal-lanzettlichen Fiederblättern und 7–13 Paaren ovaler oder rundlicher Fiederblättchen. Die Sporenhäufchen (Sori) auf der Farnunterseite befinden sich zu 3–9 je Fiederblättchen jeweils in 1 Reihe auf jeder Seite der Mittelrippe und sind von Indusien (Häutchen) bedeckt.

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Abb. 1 Die schmal lanzettlichen, schwarzbraunen Spreuschuppen auf dem Wedelstiel von Polystichum tsus-simense. Privatgarten, 25.03.2016 Abb. 2 Die Wedelspitze von Polystichum tsus-simense. Die ersten, vorderen Fiederblättchen sind größer als die anderen, Privatgarten, 25.03.2016

Abb. 3 Der 2-fach gefiederte Wedel von Polystichum tsus-simense erinnert stark an den einheimischen Gelappten Schildfarn, Polystichum aculeatum (L.) Roth, Privatgarten, 25.03.2016 Abb. 4 Sich entrollende Wedel des Polystichum tsus-simense im zeitigen Frühjahr während einer Wärmephase, Privatgarten, 25.03.2016

Abb. 5 Sich entfaltender, frischer Wedel des Polystichum tsus-simense im zeitigen Frühjahr, Privatgarten, 25.03.2016 Abb. 6 Etwa 2-jährige Jungpflanze des Polystichum tsus-simense 10–20 cm im 0,5L-Topf, Privatgarten, 25.03.2016

Abb. 7 Sporenhäufchen auf der Unterseite des Wedels von Polystichum tsus-simense, einzelne sind noch von Induesien bedeckt. Privatgarten, 07.04.2016 Abb. 8 Exemplar des Polystichum tsus-simense im Frühjahr in einem Privatgarten, 07.04.2016



Der Gattungsname Polystichum Roth bedeutet gr. "polystichos" (= mit vielen Reihen), was sich vor allem auf die bei P. lonchitis (L.) Roth zahlreichen Fiedern erster Ordnung bezieht, die rechtwicklig zur Blattachse stehen. Das Epitheton tsus-simense leitet sich von der japanischen Doppelinsel "Tsushima" ab, die in der Straße von Korea liegt; nach jap. "-tsu" (= doppel-) und jap. "shima" (= Insel). Das Epitheton ist adjektivisch.

Polystichum tsus-simense sind hübsche Farne, die durch den filigranen Wuchs und immergrünen Habitus gut in den Garten passen. Sowohl lichter Schatten als auch Halbschatten werden toleriert, die Ansprüche an den Boden sind gering. Die Winterhärte ist bis Z 8 ausreichend. In kalten Regionen wäre winterliches Abdecken ratsam.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Polystichum tsus-simense. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/polystichum-tsus-simense.html am Tg.Mo.Jahr.

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