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Potentilla arenaria Borkh.
   Synonym: Potentilla cinerea Chaix ex Vill.
                   Potentilla glaucescens Willd. ex Schltdl.
                   Potentilla incana G. Gaertn., B. Mey. & Scherb.
                   Potentilla stellulata Rochel
Sand-Fingerkraut, Rosaceae - Rosengewächse
Ende Erstfrühlingblüher, III–VI, 05–15 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Sand-Fingerkraut tritt der Mitte und im Osten von Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut in den Wärmegebieten auf, Richtung Nordenwesten wird es selten oder fehlt ganz. Bevorzugt siedelt es in den Mittelgebirgen auf Trocken- und Halbtrockenrasen, auf Fels-, Kies- und Sandstandorten oder in trockenen Kieferwäldern. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Es gehört zu den früh blühenden Fingerkräutern und breitet sich im Gegensatz zur ähnlichen Potentilla taberaemontani Aisch. nicht durch ein ausläuferartiges Rhizom, sondern nur durch Legtriebe aus, so dass flache Polster entstehen. Stängel und Blätter sind von dicht filzigen Sternhaaren bedeckt und daher matt graugrün. Die Grundblätter sind meist 5-zählig, wobei das mittlere Blättchen nicht oder nur sehr kurz gestielt ist. Die Blüten haben 5 gelbe, 4–7 mm lange Kronblätter. Manche Autoren sehen P. incana als gültiges Binomen an.


Abb. 1 Blütenteppich der Potentilla arenaria in der Felssteppe am Hackelsberg bei Jois, Neusiedlersee, Burgenland, Österreich, 03.04.2017,196 m, 47° 57' 09 N, 16° 46' 21 O Abb. 2 Blüten und Laubblätter von Potentilla arenaria in der Felssteppe am Hackelsberg bei Jois, Neusiedlersee, Burgenland, Österreich, 03.04.2017,196 m, 47° 57' 09 N, 16° 46' 21 O


Nicht gesichert ist das Motiv des Gattungsnamens Potentilla durch Linné. Möglicherweise kommt eine Lautverschiebung vom Tormentill (mittel-lateinisch "tormentilla"), der Blutwurz, P. erecta (L.) Raeusch., in Betracht oder der Gattungsname leitet sich ab von lat. "potentia" (= Macht, Kraft, Wirksamkeit) mit dem Diminutivsuffix "-illa", was sich auf die angebliche Wirkung als Stärkungsmittel und die adstringierende Eigenschaften der Blutwurz bezieht. Das Epitheton arenaria stammt von lat. "arenarius" (= Sand-, Strand-), nach dem Standort auf sandigen Böden.

Potentillae arenariae sind hübsche, immergrüne Bodendecker für warme und sonnige Standorte. Sie passen sehr gut in den Steingarten oder ins Alpinum. Die Pflanzen breiten sich langsam über die niederliegenden Triebe aus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Potentilla arenaria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/potentilla-arenaria.html am Tg.Mo.Jahr.

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