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Pulmonaria officinalis L.
Geflecktes Lungenkraut, Boraginaceae - Raublattgewächse
Erstfrühlingblüher, III–V, 10–40 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Gefleckte Lungenkraut ist in Mitteleuropa mäßig häufig und lückenhaft vertreten. Es siedelt gerne in lichten Buchen- und Laubmischwäldern, Hartholz-Auenwäldern oder Gebüschsäumen, oft auch verwildert aus Gartenbeständen. Gelegentlich findet man es auch auf Wiesen. Es sind niedrige, bis 40 cm hohe, immergrüne Pflanzen, die noch vor dem Laubaustrieb des Waldes blühen. Typischerweise sind die Grundblätter deutlich gefleckt (-> deutscher Name), herz- bis eiförmig und haben Borsten und Drüsen mit Spitzhöckern. Die fünfzipfeligen Blüten sind zuerst rosa oder rötlich, später dann blau bis bläulich-violett, wenn sich der Säuregehalt im Zellsaft ändert. Selten gibt es reinweiße Kronblätter.


Abb. 1 Pulmonaria officinalis in einem Gebüsch, Wuppertal-Beyenburg, 16.03.2014, 232 m, 51° 14' 23 N, 07° 18' 15 O Abb. 2 Pulmonaria officinalis in einem Buchenwald, Wupperaue, Leverkusen, 09.03.2014, 60 m, 51° 04' 56 N, 07° 00' 23 O

Abb. 3 Individuenreicher Bestand der Pulmonaria officinalis in einem Gehölzstreifen mit Adlerfarn, wie Abb. 1, Wuppertal-Beyenburg, 16.03.2014, 232 m, 51° 14' 23 N, 07° 18' 15 O Abb. 4 Pulmonaria officinalis mit den verschiedenfarbigen Kronblättern, Wupperaue, Leverkusen, 09.03.2014, 62 m, 51° 04' 57 N, 07° 00' 24 O

Abb. 5 Weiße Blüten der Pulmonaria officinalis, wie Abb. 1, Wuppertal-Beyenburg, 16.03.2014, 232 m, 51° 14' 23 N, 07° 18' 15 O Abb. 6 Pulmonaria officinalis in einem Buchenwald des NSG Kirchderner Wald, Dortmund, 29.03.2014, 86 m, 51° 33' 03 N, 07° 30' 10 O


Die Abgrenzung der Pulmonaria officinalis von anderen Arten der Gattung ist relativ einfach, lediglich von der ebenfalls relativ häufigen Pulmonaria obscura L. ist das manchmal sehr schwierig, oft ohne Sequenzierung gar nicht möglich. Die Blätter der P. obscura sind nicht oder nur unscharf, hellgrün gefleckt.

Der Gattungsname Pulmonaria L. war schon vor Linné gebräuchlich und stammt von lat. "pulmo" (= Lunge), ein Bezug auf die Anwendung als Heilmittel bei Lungenleiden. Schon in Hildegard von Bingens 'Physica' (1150/1157) wird Pulmonaria als "Lunckwurtz" bezeichnet. Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der arzneilichen Nutzung.

Abb. 7 Pulmonaria officinalis in einem Laubmischwald der Hildener Heide bei Düsseldorf, 90 m, 51° 11' 32 N, 06° 57' 46 O, 01.05.2015 Abb. 8 Blüten der Pulmonaria officinalis mit den borstig behaarten Kelchen und den kahlen Kronblattern, am Igeler Hof, Strunde-Tal, Bergisches Land, 06.04.2016, 152 m, 50° 59' 45 N, 07° 09' 27 O

Abb. 9 Nicht eindeutig als Pulmonaria obscura bestimmbare Pflanze, möglich wäre auch eine P. officinalis L., Kammlage am Lenzenberg, Kaiserstuhl, 13.03.2015, 458 m, 48° 04' 03 N, 07° 39' 23 O Abb. 10 Pulmonaria officinalis in einem Laubmischwald auf Kalk im Vogelsangbachtal, Heiligenhaus, 09.04.2016, 123 m, 51° 20' 03 N, 06° 58' 15 O


Pulmonariae officinalis sind schon lange Bestandteil der mitteleuropäischen Gärten, sei es als arzneilich genutzte Pflanzen, sei es wegen der Farbe mit den ersten Frühlingstagen oder als immergrüner Unterwuchs. Das Gefleckte Lungenkraut toleriert zudem schwierige Standorte unter Bäumen oder Sträuchern. Vor Gehölzpflanzungen oder in naturnahen Wiesen sind ebenfalls passende Plätzchen für das Gefleckte Lungenkraut.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Pulmonaria officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pulmonaria-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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