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Pyrola rotundifolia L.
Rundblättriges Wintergrün, Ericaceae - Heidekrautgewächse
Ende Frühsommerblüher, VI–VIII, 15–30 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Rundblättrige Wintergrün ist in Mitteleuropa selten bis zerstreut. Es siedelt in lichten Wäldern und Gebüschen, meist auf mageren und kalkfreien Standorten. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis Sibirien, Ostasien und ins östliche Nordamerika. Die Pflanzen haben unterirdische Ausläufer und sind immergrün mit einer grundständigen Rosette. Die Grundblätter sind eiförmig bis rundlich, ganzrandig. Der Blütenstand ist eine allseitswendige Traube mit 8–30 weißen, geöffneten, gestielten und glockigen Blüten. Selten finden sich rosa Kronblätter. Der Griffel überragt die Krone deutlich, ist s-förmig gebogen und hat eine Verdickung unterhalb der Narbe. Die 5 Kelchblätter sind grün mit einem langen, lineal-lanzettlichen Kelchzipfel. Später bilden sich rundliche, gefurchte Kapselfrüchte.

Für gutes Gedeihen des Rundblättrigen Wintergrüns sind Wurzelpilze (Mykorrhiza) notwendig, die die Pflanze mit Nährstoffen versorgen und dafür Kohlenhydrate erhalten. Dies ist eine Anpassung an die mageren Standorte der Art.



Abb. 1 Blühende Pyrolae rotundifoliae in einem Kriechweidengebüsch auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 13.08.2011, 1 m, 53° 44' 10 N, 07° 28' 36 O Abb. 2 Grundständige Blattrosetten der Pyrolae rotundifolia mit den rundlichen Laubblättern in einem Kriechweidengebüsch auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 13.08.2011, 1 m, 53° 44' 11 N, 07° 28' 36 O

Abb. 3 Offene Blüten der Pyrola rotundifolia auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 03.08.2013, 1 m, 53° 44' 09 N, 07° 28' 36 O Abb. 4 Blüte der Pyrola rotundifolia mit dem deutlich herausragenden Griffel, Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 22.07.2014, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 36 O

Abb. 5 Traubige Blütenstände der Pyrola rotundifolia am Wegesrand auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 22.07.2014, 2 m, 53° 44' 04 N, 07° 28' 34 O Abb. 6 Kapselfrucht von Pyrola rotundifolia mit den gut erkennbaren schmal lanzettlichen Kelchblättern auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 22.07.2014, 1 m, 53° 44' 01 N, 07° 28' 34 O

Abb. 7 Blühende Pyrolae rotundifoliae am Wegesrand an einem Gebüschstreifen auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 13.08.2011, 2 m, 53° 44' 07 N, 07° 28' 35 O Abb. 8 Blühende Pyrolae rotundifoliae in einem Kriechweidengebüsch auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 13.08.2011, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 36 O

Der Gattungsnamen Pyrola L. wurde schon vorlinnäisch für die Gattung genutzt, lat. "pirula" (= kleine Birne), für die rundlichen bis eiförmigen Laubblätter, die denen des Birnbaums, Pyrus pyraster (L.) Burgsd., ähneln. Das Epitheton rotundifolia stammt von lat. "rotundus" (= rund) und lat. "-folius" (= -blättrig), nach der Form der Laubblätter.

Pyrola rotundifolia ist eine hübsche Pflanze für den naturnahen Garten. Allerdings ist die Kultur sehr schwierig und oft nicht von Erfolg gekrönt. Ein offener Standort auf mageren, kalkfreien, immer leicht feuchten Böden mit nahen Sträuchern sind empfehlenswert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Pyrola rotundifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pyrola-rotundifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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