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Salix repens L.
Kriech-Weide, Salicaceae - Weidengewächse
Ende Erstfrühlingblüher, III–V, 30–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kriech-Weide tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, mit einem Schwerpunkt im nordwestlichen Flachland. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedelt sie in den Küstenregionen auf Sand, in Heiden und Mooren, gerne auf wechselfeuchten Magerrasen, meist auf sauren Böden. Es sind kleinere Sträucher mit zum Teil unterirdisch sich ausbreitenden Ästen. Junge Triebe sind kurz flaumig, später kahl, mit rötlichen Zweigen. Die Laubblätter sind lanzettlich, bis 3 cm lang, zugespitzt, ganzrandig oder gelegentlich mit wenigen Zähnchen, oberseits dunkelgrün bis graugrün, unterseits blaugrün, matt, mit seidiger Behaarung. Die Kätzchen erscheinen kurz vor oder gleichzeitig mit den Blättern, sind gelbgrün, bis 3 cm lang, eiförmig und haben 2-farbige Tragblätter, am Grunde hell, an der Spitze purpurfarben und lang bärtig.

Abb. 1 Rot leuchtende Galle an Salix repens in einem dichten Weidengebüsch auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 25.07.2010, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 35 O Abb. 2 Etwa hüfthohes Gebüsch der Salix repens auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 25.07.2010, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 36 O

Abb. 3 Blätter und Zweige der Salix repens, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 264 m, 50° 42' 27 N, 06° 11' 32 O Abb. 4 Graugrüne Laubblätter der Salix repens ssp. dunensis auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 25.07.2010, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 36 O

Abb. 5 Aufgesprungene Kapselfrüchte der Salix repens ssp. dunensis mit den verfilzten Früchten, Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 25.07.2010, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 36 O Abb. 6 Weibliche Salix repens ssp. dunensis auf Langeoog, ehemaliges Flugfeld, 25.07.2010, 2 m, 53° 44' 05 N, 07° 28' 36 O


Von der Kriech-Weide werden je nach Autor mehrere Subspezies unterschieden, bei denen es sich oft um Standortanpassungen oder Ökotypen handelt. Erwähnenswert ist im deutschsprachigen Raum die in den Küstenregionen wachsende Salix repens ssp. dunensis Rouy, die dichter verzweigt ist, oberseits mehr oder weniger dicht behaarte, daher grauweißliche Blätter hat und unterseits langhaarig ist.

Der Gattungsname Salix L. existierte schon vorlinnäisch und stammt ursprünglich von der indogermanischen Wurzel "salik" (= Weide), später zu lat. "salix", mit unbekanntem Benennungsmotiv. Das Epitheton repens stammt von lat. "repens" (= kriechend) und bezieht sich auf die kriechende Wuchseigenschaft.


Abb. 7 Wuchsbild der Salix repens, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 264 m, 50° 42' 27 N, 06° 11' 32 O Abb. 8 Blätter und Zweige der Salix repens, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 264 m, 50° 42' 27 N, 06° 11' 32 O

Abb. 9 Salix repens zusammen mit einem individuenreichen Bestand der Wilden Möhre, Daucus carota L., im Grünland am Großen Schlopp auf Langeoog, 29.07.2016, 1 m, 53° 45' 03 N, 07° 30' 52 O


Die Kriech-Weide wird gelegentlich als Zierstrauch im Alpinum oder Steingarten verwendet. Auch in naturnahen Gärten findet sich ein passender Ort. Schnitt erfolgt im Winter oder zeitigen Frühjahr. Die Pflanzen breiten sich langsam über niederliegende oder unterirdische Äste aus. Sind Früchte gewünscht, sollten weibliche und männliche Pflanzen angebaut werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Salix repens. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/salix-repens.html am Tg.Mo.Jahr.

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