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Quercus libani Olivier
Libanon Eiche, Fagaceae - Buchengewächse
Frühlingblüher, IV–V, bis 5–8(–10) m hoch, sommer-, halbimmergrün, mehrjährig

Die Libanon Eiche ist ein Strauch oder kleiner Baum bis 8 m Höhe, selten mehr. Das Verbreitungsgebiet liegt im östlichen Mittelmeerraum, Kleinasien bis Mittlerer Osten. Die Pflanzen sind laubabwerfend oder halbimmergrün mit grauer, weicher oder rissiger Borke. Junge Triebe sind rot-braun, flaumig behaart, später glatt. Die Blätter sind länglich-oval, mehr oder weniger tief 3–5-fach gelappt, manchmal leicht gezähnt oder gesägt, glänzend grün oberseits und leicht flaumig behaart oder glatt unterseits. Die Eicheln reifen im ersten Jahr, werden bis 5,5 cm lang, sind bis 1/3 von einer halbkugeligen Cupula (Becher) bedeckt.

Herkünfte der Quercus libani aus dem Taurus-Gebirge in Kleinasien, Provinz Karaman, stammen aus einer Höhe von 1.300 m und zeichnen sich durch eine ausgesprochen vielfältige Morphologie der Blätter aus. Möglich erscheint, dass es sich hier, wie an anderen Standorten der Eichen in Kleinasien, um schwer abgrenzbare Hybriden mit Q. infectoria Olivier und Q. trojana Webb handelt.

Der Gattungsnahme Quercus L. wurde schon im Altertum genutzt, lat. "quercus" bezeichnete Quercus robur L., die Stiel-Eiche. Die etymologische Wurzel des Wortes bleibt unklar. Das Epitheton libani stammt von gr. "Libanos" (= der Libanon), ist Gen. lat. und bezieht sich auf den Naturstandort im heutigen Libanon. Siehe auch Quercus.



Abb. 1 Quercus libani mit typischem, unregelmäßig gesägtem Blatt, Privatgarten, 04.10.2014 Abb. 2 Quercus libani mit typischem, grob gesägtem Blatt, Privatgarten, 04.10.2014

Abb. 3 Quercus libani mit untypischem, tief gebuchtetem Blatt, wahrscheinlich eine Hybride vom selben Sammelort bei Karaman wie bei Abb. 1 und 2, Privatgarten, 04.10.2014 Abb. 4 Zweijährige Jungpflanze 20–30 cm im 1L-Topf von Quercus libani mit tief gebuchtetem Blatt, 04.10.2014


Quercus libani wird in Mitteleuropa nur selten kultiviert, obwohl sie ausreichend hart ist. Selten findet man sie in älteren Parks, Botanischen Gärten oder auf der Scholle von Liebhabern exotischer Pflanzen. Es sind anspruchslose Eichen, die unterschiedliche Bodenverhältnisse gut vertragen und auf sauren wie kalkhaltigen Böden gedeihen. Zudem ist Q. libani sehr gut schnittverträglich und daher auch für etwas kleinere Gärten geeignet. Die Herkünfte aus Kleinasien zeichnen sich durch ein dekoratives, teilweise tief eingeschnittenes, teilweise leicht gezähntes Blatt aus und haben einen kleineren, bizarren Wuchs.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Quercus libani. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/quercus-libani.html am Tg.Mo.Jahr.

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