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Ranunculus ficaria L.
Gewöhnliches Scharbockskraut, Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Vorfrühlingblüher, II–V, 5–30 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Noch vor dem Laubaustrieb blühendes Hahnenfußgewächs, das gerne Krautfluren, Fettweiden und Buchenwälder besiedelt. Auch an Kulturstandorten wie Gärten oder Parks sind besonders in kühleren Regionen Mitteleuropas oft größere Bestände anzutreffen. Ranunculus ficaria hat eine hübsche, bis 2 cm große Blüte mit einer unregelmäßigen Zahl von bis zu 14 Kronblättern. Nach der Blüte ziehen die Pflanzen ein, es bilden sich bei manchen Sippen Brutknospen (Bulbillen, ssp. bulbilifer Lambinon) in den Achseln oder bei anderen Sippen nur Nüsschen. An den Wurzen finden sich Stärkeknollen, die als Speicherorgan dienen. Im Sommer sind die Pflanzen meist "verschwunden".

Die Namensgebung der Gattung Ranunculus (lat. = Fröschlein) durch Linné bezieht sich wahrscheinlich auf die häufig feuchten Habitate der Hahnenfußgewächse. Das Epitheton ficaria (ficula, lat. = kleine Feige) findet sich etymologisch im nicht mehr gebräulichen, deutschen Namen "Feigwurz" und bezieht sich wahrscheinlich auf die Wurzelknollen oder Bulbillen.

Abb. 1 Blüte von Ranunculus ficaria, Klostergarten Haslach, Kinzigtal, Schwarzwald, 48° 16' 32 N, 08° 05' 05 O, 220 m Abb. 2 Rasenbildender Bestand von Ranunculus ficaria, im Botanischen Garten Freiburg, 264 m, 48° 00' 34 N, 07° 51' 32 O

Abb. 3 Die gestielten Blüten der Ranunculus ficaria öffnen sich bei Sonnenschein, Vogelsang-Bachtal, Heiligenhaus, 09.04.2016, 121 m, 51° 20' 04 N, 06° 58' 13 O Abb. 4 Blätter der Ranunculus ficaria im zeitigen Frühjahr in einem Mischwald im unteren Rurtal, zwischen Glimbach und Kofferen, 22.02.2015, 92 m, 50° 59' 44 N 06° 18' 03 O

Abb. 5 Unterirdische Stärkeknollen an den Wurzeln von Ranunculus ficaria in einem Privatgarten Abb. 6 Brutknospe (Bulbille) in der Blattachsel von Ranunculus ficaria in einem Privatgarten 

Abb. 7 Rasenbildender Bestand von Ranunculus ficaria im Strunde-Tal, Herrenhausen, Bergisches Land, 08.03.2014, 171 m, 50° 59' 51 N, 07° 09' 34 O Abb. 8 Blüte der Ranunculus ficaria in einem Laubmischwald oberhalb vom Liliental, Kaiserstuhl, 13.03.2015, 429 m, 48° 04' 03 N, 07° 39' 38 O

Abb. 9 Ungeöffnete Blüte der Ranunculus ficaria im zeitigen Frühling, Laubmischwald oberhalb vom Liliental, Kaiserstuhl, 13.03.2015, 433 m, 48° 04' 03 N, 07° 39' 37 O Abb. 10 Blüte der Ranunculus ficaria bei Sonnenschein, Vogelsang-Bachtal, Heiligenhaus, 09.04.2016, 121 m, 51° 20' 04 N, 06° 58' 13 O



Früher wurden die herzförmigen, grundständigen Blätter als Salat verwendet. Geerntet wurde vor der Blüte, weil die jungen Blätter dann noch wenig Giftstoffe enthalten. Als eines der ersten "Frühjahrsgemüse" und zudem noch wegen des relativ hohen Vitamin C Gehaltes eignete sich Ranunculus ficaria perfekt zur Skorbutprophylaxe, woher sich der Name Scharbock ableitet. In manchen Gärten kann Ranunculus ficaria leicht problematisch sein, wenn beispielsweise Rasenflächen überwuchert werden oder in Beeten Massenbestände auftreten. Das Zurückdrängen ist mühsam und nur mit konsequentem Ausgraben der Bestände möglich, am besten noch vor der BIldung von Brutknospen. Im Folgejahr ist dann eine Nachkontrolle auf überwinternde Knollen nötig. Mit der Erde verschleppte Knollen sind ebenfalls zu beachten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Ranunculus ficaria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ranunculus-ficaria.html am Tg.Mo.Jahr.

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