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Sabal ×brazoriensis D. H. Goldman, L. Lockett & R. W. Read
Brazoria-Palmetto, Brazoria-Sabalpalme, Arecaceae - Palmen
Sommerblüher, VI–VII, bis 2–7(–11) m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Brazoria-Sabalpalme firmierte früher als Sabal xtexensis nom. inv., ist mittlerweile aber gültig als die Nothospezies Sabal ×brazoriensis beschrieben worden und stellt eine Naturhybride aus Sabal minor (Jacq.) Pers. und S. palmetto (Walter) Lodd. ex Schult. & Schult. f. dar, die in einem kleinen Areal im Brazoria-County, Texas, wächst und deren Population kaum mehr 300 Individuen umfasst. Die Pflanzen bilden meist einen Stamm, der bis 9 m Höhe und 30–45 cm Durchmesser erreichen kann. Die Blätter werden 2–2,5 m groß, sind deutlich costapalmat und spärlich bis mäßig mit Fäden besetzt. Weitere Sabal-Arten.


Abb. 1 Etwa 3-jährige Jungpflanze der Sabal ×brazoriensis 10–20 cm, im tiefen 1L-Topf, 09.08.2014 Abb. 2 Ältere, etwa 7-jährige Pflanze der Sabal ×brazoriensis
40
–50 cm mit geteilten Blättern, deren Segmente bei Kübelhaltung typischerweise im ersten Drittel knicken, im 5L-Topf, 17.02.2002

Der Gattungsname Sabal Adans. ist etymologisch ungeklärt, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach einer karibischen Sprache entlehnt sein. Das Art-Epitheton brazoriensis bezieht sich auf das County des Naturstandortes.

Seit den früher 2000er Jahren werden in Mitteleuropa Auspflanzversuche mit dieser sehr exotischen Sabal-Hybride gemacht. Die Mindesttemperatur lag bei –17 °C mit leichten bis mittleren Blattschäden, jedoch ist die Regeneration langsam und zögerlich. Besonders in den sommerkühleren Regionen des Westens und Nordens scheint dies problematisch zu sein und eine Regeneration bleibt im Freiland meist erfolglos. Ob Sabal ×brazoriensis überhaupt im Freiland in Mitteleuropa taugt, ist sicherlich eine Frage der in Mitteleuropa geringen Jahreswärmesumme - ob es also an klimatisch besonders geeigneten Stellen in Mitteleuropa nicht doch möglich wäre, diese dekorative Palme erfolgreich ohne Schutz oder zumindest mit geringem Schutzaufwand im Freiland zu kultivieren. Hier kämen urbane Standorte der Rheinschiene, warme Weinbaulagen, kontinentale Klimate im Südosten Mitteleuropas oder zentrale Lagen der Großstädte als Versuchsfelder in Frage.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Sabal ×brazoriensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sabalxtex.html am Tg.Mo.Jahr.

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