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Sabal palmetto (Walter) Lodd. ex Schult. & Schult. f.
Palmetto Palme, Arecaceae - Palmen
Sommerblüher, V–VIII, bis 15(–20) m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Palmetto Palme, Sabal palmetto, hat ein relativ großes natürliches Verbreitungsgebiet, von den südöstlichen Staaten Carolina, Georgia und Florida über Kuba, sowie auf einigen weiteren karibischen Inseln. Durch ihre Anpassungsfähigkeit hat diese Art viele unterschiedliche Lebensräume besiedelt. Man findet sie in sumpfigen Swamps, Dünen der Küsten, an Flußufern oder im Unterwuchs der Kiefer-Eichen-Wälder. In den Hammocks (dichte Wäldchen auf erhöhtem Terrain, meist dominiert von Harthölzern) Zentralfloridas tritt sie mancherorts bestandsbildend auf.

Sabal palmetto ist stammbildend und mit einer Endhöhe von 15 m eine majestätische Palme, weshalb sie auch das Wappen von Florida ziert. Ohne Weiteres kann sie an günstigen Standorten auch Höhen von 20 m erreichen. Sie bleibt meist einstämmig, aufrecht. Manchmal sind die Stämme niederliegend oder nach dem Umstürzen wieder aufwärts wachsend. Selbst in Stammgabeln größerer Bäume können sich Exemplare viele Jahre halten.


Abb. 1 Sabal palmetto im Highlands Hammock State Park, Florida, 29.01.2009, 26 m, 27° 28' 18 N, 81° 32' 35 W Abb. 2 Typisches, stark costapalmat "gefaltetes" Blatt der Sabal palmetto im Parque Botánico José Celestino Mutis, Huelva, Süd-Spanien, 02.10.2008

Abb. 3 Sabal palmetto im Eichenwald des Highlands Hammock State Park, Florida, 29.01.2009, 26 m, 27° 28' 18 N, 81° 32' 35 W Abb. 4 Grüne, noch unreife Früchte der Sabal palmetto im Parque Botánico José Celestino Mutis, Huelva, Süd-Spanien, 02.10.2008

Abb. 5 Costapalmate Blätter der Sabal palmetto im Buschland auf Big Pine Key, Florida, 25.01.2009 Abb. 6 Die Kronen von Sabal palmetto im Eichenwald des Hillsborough State Park, Florida, 31.01.2009, 11 m, 28° 09' 01 N, 82° 13' 59 W

Abb. 7 Die Kronen von Sabal palmetto im Eichenwald des Hillsborough State Park, Florida, 31.01.2009, 12 m, 28° 09' 01 N, 82° 14' 02 W Abb. 8 Typischer Stamm der Sabal palmetto mit erhaltenen, verkehrt-V-förmig eingerissenen Blattscheiden, Parque Botánico José Celestino Mutis, Huelva, Süd-Spanien, 02.10.2008

Abb. 9 Sabal palmetto im Eichenwald des Hillsborough State Park, Florida, 31.01.2009, 11 m, 28° 08' 58 N, 83° 14' 02 W Abb. 10 Von Kletterpflanzen bewachsene Sabal palmetto im Myakka State Park, in Florida, 27.01.2009, 4 m, 27° 14' 50 N, 82° 17' 48 W

Abb. 11 Adulte, fruchtende Sabal palmetto in einem Hinterhof in Perpignan, Südfrankreich, 07.10.2005 Abb. 12 Bisher noch nicht blühende Jungpflanze Sabal palmetto in einem Hotelgarten an der Algarve, Portugal, 26.10.2002


Tyischerweise sind die Blätter stark costapalmat (in die Blattspreite deutlich fortgesetzter Blattstiel) und fädentragend. Etwa 1/3 sind die Segmente eingeschnitten, an den Spitzen gekerbt, oft herabhängend oder geknickt. Der Blütenstand liegt intrafoliar und trägt wie für Sabal-Arten typisch zwittrige Blüten. Später bilden sich runde, erst grüne, bei Reife schwarzbraune, 8–14 mm große Früchte.

Weitere Sabal-Arten.

Der Gattungsname Sabal Adans. ist etymologisch ungeklärt, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach einer karibischen Sprache entlehnt sein. Das Art-Epitheton palmetto ist englischen Ursprungs (palmetto = dwarf fan-palm) und wurde von Walter gewählt, weil es "die" Palme im Südosten der USA ist.



Abb. 13 Zahlreiche Kronen von Sabal palmetto im Eichenwald des Myakka State Park in Florida, 27.01.2009, 4 m, 27° 14' 44 N, 82° 18' 14 W Abb. 14 Junvenile und adulte Pflanzen von Sabal palmetto im Eichenwald des Highlands Hammock State Park, Florida, 29.01.2009, 25 m, 27° 28' 10 N, 81° 32' 41 W

Abb. 15 Krone einer Sabal palmetto, Hillsborough State Park, Florida, 31.01.2009, 11 m, 28° 08' 58 N, 83° 14' 02 W Abb. 16 Sabal palmetto im Eichenwald des Highlands Hammock State Park, Florida, 29.01.2009, 26 m, 27° 28' 18 N, 81° 32' 35 W

Abb. 17 Am Ufer des Hillsborough River finden sich zahlreiche krumm gewachsene Sabal palmetto, Hillsborough State Park, Florida, 31.01.2009, 11 m, 28° 08' 52 N, 83° 14' 01 W Abb. 18 Lamina einer panaschierten Sabal palmetto in der Nähe vom Strand bei Englewood, Florida, 01.02.2009

Abb. 19 Panaschierte Sabal palmetto am Strand bei Englewood, Florida, 01.02.2009 Abb. 20 Jedes Blatt der panaschierten Sabal palmetto ist anders, dennoch ist das Merkmal stabil, Englewood, Florida, 01.02.2009

Abb. 21 Junge Sabal palmetto mit dem typischen "Igelstamm", der von den Blattstielresten unterhalb der Krone herrührt. Highlands Hammock State Park, Florida, 29.01.2009, 25 m, 27° 28' 10 N, 81° 32' 41 W Abb. 22 Niederliegende Sabal palmetto am Ufer des Hillsborough River, Hillsborough State Park, Florida, 31.01.2009, 11 m, 28° 08' 52 N, 83° 14' 01 W

Abb. 23 Sabal palmetto auf Sand in den Küstengebüschen direkt am Strand auf Key Biscayne, 02.02.2009 Abb. 24 Sabal palmetto 'Lisa' mit ihren steiferen und weniger segementierten Blättern, Botanischer Garten Harry P. Leu, Orlando, Florida, 01.02.2009




In Kultur gibt es eine ganze Reihe von Sorten der Sabal palmetto. Erwähnenswert ist S. palmetto 'Lisa', ein Ökotyp aus dem Südwesten Floridas, der kleiner bleibt als die Art, etwa 10–13 m, sowie wesentlich steifere und weniger segmentierte Blätter hat. Im Südosten der USA wird sie mittlerweile vielerorts angebaut, da sie besonders in jungen Jahren ausgesprochen dekorativ ist.

Ebenso dekorativ ist eine in der Nähe von Englewood wachsende panaschierte Sabal palmetto, die nach Aussagen örtlicher Gärtner in etwa 10–15% der Samen als panaschiert aufkommt und somit auch schon in einigen Gärten kultiviert wird. Einziger Nachteil ist, dass die chlorophyllarmen- oder freien Bereiche der Blätter empfindlich bei starker Sonneneinstrahlung reagieren und an den Segmentspitzen teilweise eintrocknen.


Abb. 25 Sabal palmetto mit Serenoa repens (W. Bertram) Small im Buschland auf Big Pine Key, Florida, 27.01.2009 Abb. 26 Sabal palmetto zusammen mit der Sägepalme, Serenoa repens, im Buschland auf Big Pine Key, Florida, 27.01.2009

Abb. 27 Sabal palmetto im Taxodium-Swamp des Highlands Hammock State Park, Florida, 29.01.2009 Abb. 28 Sabal palmetto im "Swamp" am Peace River, Florida, 29.01.2009, 26 m, 27° 28' 19 N, 81° 32' 30 W

Abb. 29 Jungpflanze der Sabal palmetto in der Astgabel eines Eichenbaums in Orlando, Florida, 01.02.2009 Abb. 30 Großer Bestand der Sabal palmetto am Ufer des Lake Okeechobee, der zu dieser Zeit relativ wenig Wasser führete, Florida, 02.02.20099

Abb. 31 Großer Bestand der Sabal palmetto am Ufer des Myakka-Sees im Myakka State Park, in Florida, 27.01.2009, 4 m, 27° 14' 50 N, 82° 17' 48 W Abb. 32 Sabal palmetto am Ufer des Myakka-Sees im Myakka State Park, in Florida, 27.01.2009, 4 m, 27° 14' 50 N, 82° 17' 48 W

Abb. 33 Wahrscheinliche Hybride von Sabal etonia × palmetto in einem Privatgarten in Lake Placid, Florida, 28.01.2009 Abb. 34 Stammbildung der möglichen Hybride von Sabal etonia × palmetto, Privatgarten in Lake Placid, Florida, 28.01.2009


Die Palmetto Palme ist sicherlich nicht winterhart in Mitteleuropa, da die Frosttoleranz nicht sehr hoch ist und die Pflanzen viel Wärme für ausreichendes Wachstum benötigen. Will man diese Sabal-Palme dennoch auspflanzen, so empfiehlt sich der wärmste und und am besten geschützte Platz im Garten. Im Winter benötigt sie regelmäßigen Schutz mit Wärmequelle und idealerweise Umbauung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.
Small, J. K. 1933: Manual of the Southeastern Flora. – The University of North Carolina Press, Chapel Hill, 1554 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Sabal palmetto. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sabal-palmetto.html am Tg.Mo.Jahr.

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