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Sarcocornia perennis (Mill.) A. J. Scott
     synonym: Salicornia perennis Mill.
Ausdauernde Gliedermelde, Amaranthaceae - Fuchsschwanzgewächse
                                         (Chenopodiaceae - Gänsefußgewächse)
Sommer- bis Herbstblüher, VII–XI, 10–20 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Ausdauernde Gliedermelde ist in den mediterranen Salzsümpfen sehr häufig und sie kommt in Europa, Vorderasien, Afrika und Nordamerika vor. Sie gehört zu den höher wachsenden, halophilen Pflanzenarten, die in vorderster Reihe meerwärts anzutreffen sind. Die Pflanzen sind mehrjährig, werden bis 20 cm hoch und bilden Ausläufer, so dass man in den Marschen und Salzsümpfen dichte, bis 1 m breite Matten der Ausdauernden Gliedermelde finden kann. Obwohl sie mit ihren sukkulenten, aufrechten Zweige "blattlos aussieht", besitzt sie schuppenähnlich zurückgebildete Blätter. Während der warmen Jahreszeit sind die Pflanzen grün, zum Herbst hin werden sie rot und können farbenfrohe Matten bilden. Die oberirdischen, sukkulenten Pflanzenteile sterben im Winter ab. Basal verholzen die Pflanzen. Die Blüten sind, wie für Chenopodiaceae typisch, unscheinbar, ohne Kronblätter, zwittrig (hermaphrodit) und werden windbestäubt (anemophil). Die kleinen, etwa 1 mm großen Samen haben gebogene oder hakenförmige Haare.

In der Gastronomie wird die Ausdauernde Gliedermelde (oder andere Arten der Gattung Sarcocornia (Duval-Jouve ex Moss) A. J. Scott) öfters gustatorisch verwendet. In mediterranen Ländern werden die Pflanzen gelegentlich auf Märkten angeboten und als Salatbeilage gegart oder roh gegessen. Für die Erlebnis-Gastronomie ist S. perennis sicherlich ein interessanter Kandidat. Neben anderen Sarcocornia-Arten und Salsola kali L.wurde S. perennis früher zur Sodaherstellung genutzt.


Abb. 1 Sarcocornia perennis Bestand während der Flut im Marisma del Duque auf der Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 11' 40 N, 07° 20' 33 W Abb. 2 Fleischig sukkulenter Zweig der Sarcocornia perennis, Marisma del Duque, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, wie Abb. 1, 1 m, 37° 11' 40 N, 07° 20' 33 W

Abb. 3 Rötlicher Bestand der Sarcocornia perennis im Herbst, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 20.10.2010, 1 m, 37° 10' 31 N, 07° 21' 57 W Abb. 4 Dichter, mattenförmiger Bestand der Sarcocornia perennis Bestand im Marisma del Duque, Isla Canela, Ayamonte, Spanien, 30.10.2013, 1 m, 37° 11' 44 N, 07° 20' 37 W


Die Abgrenzung der Sarcocornia perennis von den anderen drei Arten der Gattung ist nicht einfach, an den europäischen Küsten aber nur wenig problematisch, wenn man das Verbreitungsgebiet betrachtet. In Nordamerika ist die Abgrenzung zur sehr ähnlichen S. pacifica (Stand.) A. J. Scott problematisch und nicht ausreichend untersucht. Im europäischen Salzbiotop wächst die ähnliche S. fruticosa (L.) Scott, die keine unterirdischen Ausläufer bildet, aufrecht bleibt, bis 120 cm Höhe erreicht und Samen mit kurzen, konischen Haaren aufweist.

Namensänderungen hat Sarcocornia perennis in den letzten Jahren einige erfahren. Nicht alle Autoren folgen diesen Änderungen, so findet sich häufig noch Salicornia perennis oder auch Arthrocnemum perenne (Mill.) Moss ex Fourc. als akzeptierte Namen. Unterscheidungsmerkmale, sofern man der Systematik folgt:
Salicornia: einjährige Pflanzen, Blütenstand terminal, Blüten verschieden groß, in einem Dreieck angeordnet,
Arthrocnemum: mehrjährige Pflanzen, Blätter kelchähnlich, Blüten von Deckblättern verdeckt, lineal angeordnet,
Sarcocornia: mehrjährige Pflanzen, Blätter kranzähnlich, Blüten gleich groß, lineal angeordnet.

Der Gattungsname Sarcocornia leitet sich ab von gr. "sarx" (= Fleisch) und lar. "cornu" (= Geweih, Horn), eine durchaus treffende Beschreibung der Pflanzen. Das alte Salicornia L. mag bei der Etablierung des Gattungsnamens Sarcocornia Pate gestanden haben und leitet sich entweder von arab. "sala" (= braten. rösten) ab, wenn man auf die ehemalige Nutzung zur Sodaherstellung durch Röstung abzielt, oder von lat. "sal" (= Salz), wenn man den natürlichen Lebensraum und den hohen Salzgehalt des Pflanzensaftes betrachtet. Beides sind einleuchtende Ableitungen. Das Epitheton perennis stammt von lat. "perennis" (= ausdauernd) und meint wohl die Eigenschaft, dass die Pflanzen im Gegensatz zu anderen Arten der Gattung winters nicht absterben, sondern aus dem Wurzelstock wieder austreiben.

Sarcocornia perennis eignet sich aufgrund ihrer halophilen Eigenschaften kaum zur Gartenkultur.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Sarcocornia perennis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sarcocornia-perennis.html am Tg.Mo.Jahr.

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