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Scabiosa maritima L.
  synonym: Scabiosa ambigua Ten.
                 Scabiosa ateridoi Pau
                 Scabiosa atropurpurea L.
                 Scabiosa cephalarioides Lojac.
                 Scabiosa cupanii Guss.
                 Scabiosa grandiflora Scop.
                 Scabiosa paui Sennen
                 Sixalix cephalarioides (Lojac.) Giardina & Raimondo
                 Sixalix atropurpurea ssp. maritima (L.) Greuter & Burdet
Meerstrand-Skabiose, Dipsacaceae - Kardengewächse
Sommerblüher, VI–XI, 20–50(–80) cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Die Meerstrand-Skabiose stammt aus dem Mittelmeergebiet, einschließlich Madeira und Kanarische Inseln. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Küstennähe auf Sand, Felsstandorten, gestörten Flächen, in lichten Wäldern und an Wegrändern. Die Pflanzen haben ästige Stängel mit mehreren Blütenköpfen und ungeteilte oder fiederschnittige Grundblätter. Die Stängelblätter sind meist gefiedert, gelegentlich fiederschnittig. Ab Sommer erscheinen 2–3 cm im Durchmesser große, blauviolette, selten weiße Blütenkörbchen. Die Einzelblüten sind 5-spaltig (Knautia 4-spaltig) und strahlend, das heißt die äußeren Kronenabschnitte sind verlängert. Der Kelch besitzt typischerweise 5 violette, lange Borstenhaare, die an der Frucht persistieren. Die Hüllblätter sind lanzettlich, grün und kürzer als die Kronen. Ab August bis in den meridionalen Winter hinein bilden sich kugelige bis eiförmig verlängerte Fruchtstände, die ähnlich jenen der anderen Kardengewächse sind und gut die Zugehörigkeit zu dieser Familie verdeutlichen.

Von den meisten Autoren wird Sixalix atropurpurea ssp. maritima oder Scabiosa atropurpurea L. als gültiges Binomen angesehen.

Abb. 1 Blütenköpfchen von Scabiosa maritima, an einem Wegrand an der Foresta pietrificata di Carrucana bei Martis, Sardinien, Italien, 25.10.2017, 212 m, 40° 46' 34 N, 08° 49' 14 O Abb. 2 Samen der Scabiosa maritima mit den 5 Borstenhaaren, im Pinus halepensis-Wald bei Platamona, Sardinien, Italien, 24.10.2017, 2 m, 40° 49' 04 N, 08° 28' 09 O

Abb. 3 Gefiederte Stängelblätter der Scabiosa maritima, im Pinus halepensis-Wald bei Platamona, Sardinien, Italien, 24.10.2017, 2 m, 40° 49' 04 N, 08° 28' 09 O Abb. 4 Fruchtköpfchen der Scabiosa maritima, welche die Zugehörigkeit zu den Kardengewächsen verdeutlicht. Im Pinus halepensis-Wald bei Platamona, Sardinien, Italien, 24.10.2017, 2 m, 40° 49' 04 N, 08° 28' 09 O

Abb. 5 Gefiederte und ungefiederte Laubblätter der Scabiosa maritima am Strand von La Ciaccia, Sardinien, Italien, 24.10.2017, 3 m, 40° 55' 05 N, 08° 46' 40 O Abb. 6 Blühende Exemplare der Scabiosa maritima an einem Wegrand an der Foresta pietrificata di Carrucana bei Martis, Sardinien, Italien, 25.10.2017, 212 m, 40° 46' 34 N, 08° 49' 14 O


Der Gattungsname Scabiosa L. existierte schon vorlinnäisch und ist nicht eindeutig, zumal sich der Name auf mindestens neun verschiedene Gattungen bezog. Möglich erscheint ein Benennungsmotiv nach der Heilwirkung gegen Hauterkrankungen, die sich auch im deutschen Namen "Grindkraut" wiederfindet, lat. "scabiosus" (= räudig, krätzig); ein Fachbegriff der heute noch für den Hautmilbenbefall gebraucht wird: Skabies. Das Art-Epitheton maritima stammt von lat. "maritimus" (= Meer) und bezieht sich auf den Standort der Art.

Die Meerstrand-Skabiose wird schon lange als Zierpflanze in Mitteleuropa angebaut. Zumeist wird sie als Scabiosa atropurpurea angeboten und es gibt eine ganze Reihe interessanter Kultivare. Im Exotengarten ist ein sonniger Platz ideal. An den Boden bestehen kaum Anspüche, lediglich locker und idealerweise kalk- oder basenreich sollte er sein. Kombinationen mit immergrünen Exoten oder das mediterrane Beet sind dekorative Arrangements, wo die Pflanzen sommers ihre volle Pracht entfalten können.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. – Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Scabiosa maritima. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/scabiosa-maritima.html am Tg.Mo.Jahr.

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