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Scirpus sylvaticus L.
  synonym: Cyperus sylvaticus (L.) Missbach & E. H. L. Krause
                 Nemocharis sylvatica (L.) Beurl.
                 Schoenus sylvaticus (L.) Bernh.
                 Seidlia sylvatica (L.) Opiz
                 Taphrogiton sylvaticum (L.) Montandon
Wald-Simse, Flecht-Simse, Juncaceae - Binsengewächse
Vollfrühlingblüher, V–VII, 30–100 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Wald-Simse tritt in Mitteleuropa in allen Bundesländern verbreitet bis gemein auf. Ihr Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedelt sie in nassen Wiesen, Auwäldern, an Gräben und Quellfluren. Es sind immergrüne Pflanzen, die lange Ausläufer mit starr aufrechten Stängeln bilden. Die Stängel sind grün, stumpf und 3-kantig. Die Laubblätter sind flach, bis 16 mm breit, gelblich-grün und es finden sich 1–3 laubblattartige Hüllblätter, die nicht länger als der Blütenstand sind. Der Blütenstand ist eine terminale Spirre (Rispe, deren Seitenachsen die Hauptachse übergipfeln, so dass eine Trichterform entsteht, ähnlich wie beim Mädesüß, Filipendula ulmaria (L.) Maxim.), die meist locker "auseinander fällt" und bis 20 cm breit sein kann, selten nur kopfartig. Es finden sich weit über 100 Ährchen, die einzeln oder zu 2–9 köpfchenartig zusammen stehen. Die Ährchen sind 3–4 mm lang und etwa 2 mm breit. Die Spelzen sind schwarzgrün oder braungrün. Es finden sind 6 Perigonborsten, die so lang wie die Frucht sind.


Abb. 1 Blütenstand des Scirpus sylvaticus mit Hochblatt, in einer Quellflur am Oberlauf der Wipper bei Marienheide, 01.08.2017, 369 m, 51° 05' 20 N, 07° 33' 29 O Abb. 2 Laubblätter von Scirpus sylvaticus, Quellflur am Oberlauf der Wipper bei Marienheide, 01.08.2017, 369 m, 51° 05' 20 N, 07° 33' 29 O

Abb. 3 Blütenstand des Scirpus sylvaticus, Quellflur am Oberlauf der Wipper bei Marienheide, 01.08.2017, 369 m, 51° 05' 20 N, 07° 33' 29 O


Der Gattungsname Scirpus L. wurde vorlinnäisch synonym mit Juncus L. verwendet und leitet sich von lat. "scirpea" (= aus Binsen geflochtener Wagenkorb) ab, was auf die ehemalige Nutzung für Flechtwerk zurück geht. Auf den bevorzugten Standort der Wald-Simse verweist das Epitheton sylvaticus, lat. "sylvaticus" (= Wald-).

Die Wald-Simse wird gelegentlich in Härten angebaut. Sie eignet sich für schattige und sonnige Stellen auf nicht zu trockenen Böden. Gerne darf der Standort sauer und kalkfrei sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Scirpus sylvaticus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/scirpus-sylvaticus.html am Tg.Mo.Jahr.

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