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Senecio jacobaea L.
  synonym: Jacobaea vulgaris Gaertn.
Gewöhnliches Jakobs-Greiskraut, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Ende Frühsommerblüher, VI–IX, 30–100 cm hoch, sommergrün, (zwei-) mehrjährig, kurzlebig

Das Gewöhnliche Jakobs-Greiskraut tritt in Mitteleuropa fast überall verbreitet auf. Im Zuge der Klimaerwärmung ist es in Ausbreitung begriffen. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt siedelt es auf Halbtrockenrasen, entlang von Wegen, an Feldrändern, trockenen Gebüschsäumen und in Staudenfluren. Es handelt sich nicht um einen Neophyten, sondern um eine einheimische Staude, die wegen ihrer Giftigkeit für Weidetiere oder im Heu eine problematische Pflanzenart ist und durch Viehtod und Bekämpfungsmaßnahmen in der Landwirtschaft bekannt wurde. Auf anderen Kontinenten wie Amerika oder Australien ist Senecio jacobaea hingegen ein problematischer Neophyt.

Das Gewöhnliche Jakobs-Greiskraut bildet keine Ausläufer und hat fiederteilige Blätter mit unregelmäßigen, stumpf gezähnten Abschnitten. Blütenköpfchen werden zahlreiche gebildet, mit 13 Hüllblättern und anliegenden Außenhüllblättern. Es gibt 12–15 goldgelbe Zungenblüten. Blühzeit ist meist ab Anfang Juni, gleichwohl der Artname auf einen etwas späteren Termin hinweist, den Tag des heiligen Apostels Jacobi am 25. Juli. Wie typisch für Asteraceae bildet das Gewöhnliche Jakobs-Greiskraut Früchte mit "Fallschirm" (= Pappus) aus. Diese Pappi dienen der Windverbreitung (Anemophilie).

Oft wächst das Gewöhnliche Jakobs-Greiskraut als zweijährige Pflanzen und bildet im ersten Jahr nur eine Rosette aus Laubblättern. Im oder ab dem zweiten Jahr kommt es dann zur Bildung aufrechter Stängel mit Blütenständen. Die hübschen, reichblütigen Blütenstände bilden sich gewöhnlich erst im Hochsommer aus, vorher blühen die Pflanzen meist nur mit vereinzelten Köpfchen. Manche Autoren spalten Ökotypen ab wie jene aus den Küstendünen mit niedrigerem Wuchs und filzig-wolliger Behaarung.


Abb. 1 Blütenstand des Senecio jacobaea auf einem Halbtrockenrasen im Naturpark De Meinweg, Niederlande, 14.07.2014, 58 m, 51° 09' 46 N, 06° 06' 10 O Abb. 2  Der Nachtfalter Jakobskrautbär, Thyria jacobaeae L., nutzt überwiegend den Senecio jacobaea als Wirtspflanze. Halbtrockenrasen im ehemaligen Steinbruch Ebberg, Westhofen, 30.06.2018, 183 m, 51° 25' 38 N, 07° 31' 26 O

Abb. 3 Mittlere Stängelblätter und filzig behaarter Stängel des Senecio jacobaea, Halbtrockenrasen am Fuße des Badbergs, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 367 m, 48° 05' 54 N, 07° 41' 05 O Abb. 4 Senecio jacobaea in einem Halbtrockenrasen am Fuße des Badbergs, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 367 m, 48° 05' 54 N, 07° 41' 05 O

Abb. 5 Noch nicht ganz entfaltete Blütenköpfchen des Senecio jacobaea auf einer gestörten Fläche am Hängeberg, Brilon, Sauerland, 16.07.2016, 481 m, 51° 22' 24 N, 08° 35' 53 O Abb. 6 Senecio jacobaea in der Wiese am Rheindeich bei Düsseldorf-Volmerswerth, 05.09.2009, 34 m, 51° 10' 58 N 06° 45' 09 O

Abb. 7 Blütenköpfchen des Senecio jacobaea am Wegesrand im Rheinbogen bei Stürzelberg, 08.06.2016, 35 m, 51° 09' 39 N, 06° 50' 46 O Abb. 8 Fiederteiliges Laubblatt von Senecio jacobaea am Wegesrand im Rheinbogen bei Stürzelberg, 08.06.2016, 35 m, 51° 09' 39 N, 06° 50' 46 O


Der Gattungsname Senecio L. umfasste in vorlinnäischer Zeit kaum mehr als drei Arten, Senecio jacobaea war eine dieser. Heute sind es wohl über 1.500 Arten, die der Gattung zugerechnet werden. Der Name ist lateinischen Ursprungs, lat. "senex" (= Greis), ein Motiv welches auf den weißlichen Pappus ("Fallschirm") der Samen anspielt, der mit dem weißen Kopfhaar alter Männer verglichen wurde. Ein analoges Benennungsmotiv kommt bei der Gattung der Berufkräuter Erigeron L. vor. Das Epitheton jacobaea bestand schon vor Linné und bezieht sich auf den heiligen Apostel Jacobus.

Das Gewöhnliche Jakobs-Greiskraut ist eine dekorative Staude mit attraktiven, gelben Blüten. Staudenbeete, mediterrane Pflanzungen oder der Steingarten sind gute Plätze für die Art. Unerwünscht aufkommende Pflanzen können gerodet werden. Man beachte, dass die Pflanzen nicht gegessen werden sollten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Senecio jacobaea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/senecio-jacobaea.html am Tg.Mo.Jahr.

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